Die Commerzbank ist die zweitgrößte Privatbank Deutschlands und der Hauptfinanzierer des Mittelstands. Nach Jahren der Sanierung steht sie seit 2023 wieder im DAX – und seit 2024 im Zentrum einer Übernahmedebatte.
Unternehmensprofil
| Unternehmen | Commerzbank AG |
| WKN | CBK100 |
| ISIN | DE000CBK1001 |
| Tickersymbol | CBK |
| Börse | Xetra, Frankfurt |
| Index | DAX 40 |
| Branche | Banken |
| Sitz | Frankfurt am Main, Deutschland |
| Gegründet | 1870 |
Kursverlauf
Das Geschäftsmodell
Das Kerngeschäft ist die Finanzierung des Mittelstands. Die Bank begleitet rund jedes dritte deutsche Außenhandelsgeschäft und ist damit für exportierende Unternehmen eine zentrale Adresse.
Dazu kommt das Privatkundengeschäft mit der Marke comdirect sowie das polnische Tochterunternehmen mBank, das eigenständig an der Börse notiert ist.
Banken verdienen im Kern an zwei Dingen: der Zinsspanne zwischen Einlagen und Krediten sowie an Provisionen. Beides reagiert unterschiedlich auf das Zinsumfeld.
Was den Kurs bewegt
Der Leitzins. Steigende Zinsen verbessern die Zinsmarge deutlich – jahrelang war das Gegenteil das größte Problem der Branche. Der Zusammenhang ist im Beitrag zum Leitzins erklärt.
Kreditausfälle. In Abschwüngen steigt die Risikovorsorge. Da Mittelstandsfinanzierung das Kerngeschäft ist, trifft eine Industrieschwäche die Bank unmittelbar.
Die Übernahmefrage. Seit UniCredit 2024 einen erheblichen Anteil erworben hat, wird über eine Übernahme spekuliert. Der Bund als Aktionär und die Bundesregierung haben sich dagegen positioniert. Jede Nachricht dazu bewegt den Kurs.
Gewichtung im DAX
Die Bundesrepublik hält seit der Finanzkrise einen Anteil, UniCredit einen weiteren erheblichen Block. Der frei handelbare Anteil ist dadurch kleiner, als die Marktkapitalisierung vermuten lässt.
Der Wiederaufstieg in den DAX 2023 markierte das Ende einer langen Abwesenheit. Zum Zusammenhang von Streubesitz und Indexgewicht siehe Marktkapitalisierung.
Dividende
Nach der Finanzkrise zahlte die Commerzbank über Jahre keine Dividende. Erst mit der Rückkehr in die Gewinnzone nahm sie die Ausschüttung wieder auf und ergänzt sie inzwischen durch Aktienrückkäufe.
Bankdividenden stehen zudem unter Vorbehalt der Aufsicht – die BaFin und die EZB können Ausschüttungen untersagen, wenn die Kapitalausstattung es erfordert.
Termine
| Anlass | Rhythmus |
|---|---|
| Hauptversammlung | jährlich, meist zwischen Februar und Juli |
| Dividendenzahlung | einmal jährlich, meist drei Bankarbeitstage nach der Hauptversammlung |
| Quartalszahlen | vier Berichte je Geschäftsjahr |
| Ex-Tag | der erste Handelstag nach der Hauptversammlung |
Die genauen Daten veröffentlicht das Unternehmen im Finanzkalender auf seiner Investor-Relations-Seite, meist ein Jahr im Voraus. Wie Ex-Tag und Zahltag zusammenhängen und warum der Kurs am Ex-Tag fällt, steht im Dividendenkalender.
Wettbewerber
| Unternehmen | Land | ISIN |
|---|---|---|
| Deutsche Bank | Deutschland | DE0005140008 |
| UniCredit | Italien | IT0005239360 |
| ING Groep | Niederlande | NL0011821202 |
Die Deutsche Bank ist der größte inländische Wettbewerber, im Privatkundengeschäft konkurrieren Sparkassen und Genossenschaftsbanken. UniCredit ist zugleich Großaktionär und Konkurrent – eine Konstellation, die den Fall besonders macht.
Einordnung
Die Commerzbank ist ein Wert, dessen Kurs weniger vom operativen Geschäft als von zwei externen Faktoren bestimmt wird: dem Zinsniveau und der Übernahmefrage.
Aus Sicht der Marktteilnehmer lohnt der Blick auf die Eigenkapitalrendite. Sie zeigt, ob die Bank tatsächlich profitabel arbeitet – unabhängig davon, was politisch verhandelt wird.
Weitere Unternehmen finden Sie in unserer Übersicht Aktien im Portrait. Grundlagen zur Geldanlage stehen unter Finanzwissen.
Kursdaten von TradingView, verzögert. Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wertpapiergeschäfte sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden.