Amgen ist eines der ältesten und größten Biotechnologieunternehmen der Welt und seit 2020 Mitglied im Dow Jones. Der Konzern steht für ein Geschäftsmodell, das sich von klassischer Pharmazie unterscheidet: Seine Medikamente basieren auf biotechnologisch hergestellten Proteinen, nicht auf chemisch synthetisierten Wirkstoffen.
Unternehmensprofil
| Unternehmen | Amgen Inc. |
| Ticker | AMGN (Nasdaq) |
| Sitz | Thousand Oaks, Kalifornien, USA |
| Gegründet | 1980 |
| Branche | Biotechnologie |
Der Name steht für Applied Molecular Genetics. Amgen zählt zu den Pionieren der Branche und entwickelte früh Medikamente gegen Blutarmut und zur Unterstützung der Blutbildung bei Krebspatienten. Heute liegt der Schwerpunkt auf Therapien in den Bereichen Knochengesundheit, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Entzündungskrankheiten, Onkologie und seltene Erkrankungen.
2023 übernahm Amgen den irischen Spezialisten Horizon Therapeutics und erweiterte damit sein Portfolio im Bereich seltener Autoimmunerkrankungen. Solche Zukäufe sind für die Branche typisch: Wenn eigene Patente auslaufen, wird Wachstum häufig eingekauft.
Indexzugehörigkeit
Amgen ist Mitglied im Dow Jones Industrial Average, im S&P 500 und im Nasdaq 100. Über die USA-Gewichtung ist der Wert auch im MSCI World enthalten.
Die Aufnahme in den Dow erfolgte im August 2020, als Amgen zusammen mit zwei weiteren Unternehmen nachrückte. Wegen des vergleichsweise hohen nominalen Aktienkurses gehört der Wert im preisgewichteten Dow zu den einflussreicheren Mitgliedern – deutlich stärker, als es seine Marktkapitalisierung nahelegen würde.
Kursverlauf
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Dividende
Amgen zahlt seit 2011 eine Dividende und hat sie seitdem in jedem Jahr angehoben. Die Ausschüttung erfolgt quartalsweise, die Dividendenrendite liegt im Vergleich zu anderen Biotechnologiewerten am oberen Ende – die Branche schüttet traditionell wenig aus, weil Kapital in Forschung fließt.
Für Anleger ist der entscheidende Punkt die Finanzierung: Die Horizon-Übernahme wurde zu einem erheblichen Teil über Schulden finanziert. Der Schuldenabbau bindet Mittel, die sonst für Dividendenerhöhungen oder Rückkäufe zur Verfügung stünden.
Was den Kurs bewegt
Patentabläufe. Das zentrale Risiko jedes Pharmakonzerns. Läuft der Patentschutz eines umsatzstarken Medikaments aus, drängen Nachahmerpräparate auf den Markt und der Umsatz bricht innerhalb weniger Quartale ein. Bei Biotechnologie heißen diese Nachahmer Biosimilars; sie sind aufwendiger herzustellen als klassische Generika, weshalb der Umsatzverfall meist langsamer verläuft – aber er kommt.
Studienergebnisse. Kaum eine Branche reagiert so stark auf einzelne Nachrichten. Erfolgreiche oder gescheiterte klinische Studien bewegen den Kurs an einem Tag um zweistellige Prozentsätze. Besonders beobachtet werden derzeit Amgens Kandidaten im Bereich Gewichtsreduktion, einem der am härtesten umkämpften Märkte der Pharmabranche.
Preisregulierung. Politische Eingriffe in die Arzneimittelpreise, insbesondere in den USA, wirken direkt auf die Marge. Das ist ein strukturelles Risiko, das sich der Kontrolle des Unternehmens entzieht.
Einordnung
Amgen ist ein etablierter Biotechnologiekonzern mit breitem Portfolio, verlässlicher Dividendenhistorie und einer Position, die weniger von einem einzelnen Medikament abhängt als bei kleineren Wettbewerbern.
Aus Sicht der Marktteilnehmer bleibt die Bewertung solcher Unternehmen schwierig: Sie hängt an der Forschungspipeline, und deren Wert lässt sich von außen kaum belastbar schätzen. Wer die Aktie beurteilen will, sollte die Patentlaufzeiten der umsatzstärksten Produkte kennen und wissen, was in der späten Entwicklungsphase steht.
Dieses Portrait dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wertpapiergeschäfte sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden.