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E.ON Aktie: Portrait, Kurs und Geschäftsmodell

von user

E.ON erzeugt kaum noch Strom. Der Konzern betreibt stattdessen Netze – und verdient damit an einem der regulierungssichersten Geschäfte überhaupt.

Unternehmensprofil

UnternehmenE.ON SE
WKNENAG99
ISINDE000ENAG999
TickersymbolEOAN
BörseXetra, Frankfurt
IndexDAX 40
BrancheEnergienetze, Vertrieb
SitzEssen, Deutschland
Gegründet2000

Kursverlauf

Das Geschäftsmodell

Das Kerngeschäft sind Strom- und Gasnetze in Deutschland und anderen europäischen Ländern. Netzbetreiber erhalten regulierte Entgelte, deren Höhe die Bundesnetzagentur festlegt – ein Monopol mit staatlich begrenzter Rendite.

Dazu kommt der Vertrieb an Millionen Haushalts- und Gewerbekunden sowie ein wachsendes Geschäft mit Energiedienstleistungen wie Wärmepumpen und Ladeinfrastruktur.

Durch den Tausch mit RWE 2019 gab E.ON die Erzeugung ab und übernahm im Gegenzug Innogy. Seither sind die beiden Konzerne komplementär aufgestellt – siehe das Portrait zu RWE.

Was den Kurs bewegt

Regulierungsperioden. Die zulässige Eigenkapitalverzinsung für Netzbetreiber wird periodisch neu festgesetzt. Diese Entscheidungen bestimmen die Ertragslage für Jahre im Voraus.

Netzausbau. Die Energiewende erfordert massive Investitionen in Leitungen und Umspannwerke. Das bindet Kapital, erhöht aber zugleich die Basis, auf die Netzentgelte berechnet werden.

Zinsniveau. Netzbetreiber gelten als anleiheähnliche Investments. Steigen die Zinsen, wirken solche Titel weniger attraktiv – ein Muster, das bei allen Versorgern auftritt.

Gewichtung im DAX

E.ON gehört zu den größeren DAX-Werten. Der Streubesitz ist hoch; RWE hält seit dem Tauschgeschäft einen Anteil.

Dividende

E.ON zahlt eine planbar steigende Dividende und kommuniziert die Steigerung mehrere Jahre im Voraus. Das ist bei Netzbetreibern üblich, weil die Erträge selbst planbar sind.

Der Wert gilt deshalb als klassische Dividendenaktie – was das für die Bewertung bedeutet, steht im Beitrag zur Dividende.

Termine

AnlassRhythmus
Hauptversammlungjährlich, meist zwischen Februar und Juli
Dividendenzahlungeinmal jährlich, meist drei Bankarbeitstage nach der Hauptversammlung
Quartalszahlenvier Berichte je Geschäftsjahr
Ex-Tagder erste Handelstag nach der Hauptversammlung

Die genauen Daten veröffentlicht das Unternehmen im Finanzkalender auf seiner Investor-Relations-Seite, meist ein Jahr im Voraus. Wie Ex-Tag und Zahltag zusammenhängen und warum der Kurs am Ex-Tag fällt, steht im Dividendenkalender.

Wettbewerber

UnternehmenLandISIN
IberdrolaSpanienES0144580Y14
EnelItalienIT0003128367
National GridGroßbritannienGB00BDR05C01
EnBWDeutschlandDE0005220008

Im Netzgeschäft gibt es keinen direkten Wettbewerb – jedes Netz ist ein regionales Monopol. Konkurrenz besteht im Vertrieb und bei Übernahmen von Netzkonzessionen.

Einordnung

E.ON ist ein Infrastrukturwert mit anleiheähnlichem Charakter: planbare Erträge, begrenztes Wachstum, verlässliche Ausschüttung.

Aus Sicht der Marktteilnehmer hängt alles an der Regulierung. Eine Anhebung der zulässigen Verzinsung wirkt stärker auf den Kurs als jede operative Verbesserung.

Weitere Unternehmen finden Sie in unserer Übersicht Aktien im Portrait. Grundlagen zur Geldanlage stehen unter Finanzwissen.

Kursdaten von TradingView, verzögert. Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wertpapiergeschäfte sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden.