Hermès verkauft weniger Taschen, als es könnte – und genau das ist die Strategie. Das französische Haus erzielt die höchsten Margen der gesamten Luxusbranche, indem es die Nachfrage bewusst nicht bedient.
Unternehmensprofil
| Unternehmen | Hermès International S.A. |
| ISIN | FR0000052292 |
| WKN | 886670 |
| Tickersymbol | RMS |
| Börse | Euronext Paris |
| Index | Euro Stoxx 50, CAC 40 |
| Branche | Luxusgüter |
| Sitz | Paris, Frankreich |
| Gegründet | 1837 |
Kursverlauf
Das Geschäftsmodell
Der Kern sind Lederwaren – vor allem die Taschenmodelle Birkin und Kelly, für die Wartelisten existieren und die auf dem Zweitmarkt über dem Neupreis gehandelt werden.
Hermès produziert überwiegend in eigenen Werkstätten in Frankreich. Jede Tasche wird von einem einzigen Handwerker gefertigt, die Ausbildung dauert Jahre. Das begrenzt die Produktion strukturell.
Anders als LVMH ist das Haus kaum diversifiziert und wächst langsam – bewusst. Die Knappheit ist kein Engpass, sondern Geschäftsmodell.
Was den Kurs bewegt
Produktionskapazität. Der begrenzende Faktor ist nicht die Nachfrage, sondern die Zahl ausgebildeter Handwerker. Neue Werkstätten wirken erst mit Jahren Verzögerung.
Vermögende Kundschaft. Hermès bedient das oberste Segment, das auch in Rezessionen kauft. Das macht den Umsatz stabiler als bei Wettbewerbern mit breiterem Publikum.
Bewertung. Die Aktie notiert traditionell mit hohem Aufschlag. Das macht sie empfindlich gegenüber steigenden Zinsen und Wachstumszweifeln.
Gewichtung im Euro Stoxx 50
Hermès zählt zu den schwergewichtigen Werten im Euro Stoxx 50. Die Gründerfamilie hält die deutliche Mehrheit – ein Erbe des gescheiterten Übernahmeversuchs durch LVMH, gegen den sich die Familie mit einer Holdingstruktur schützte.
Dividende
Hermès zahlt eine steigende Dividende bei niedriger Ausschüttungsquote und schüttet gelegentlich Sonderdividenden aus.
Die Rendite ist wegen der hohen Bewertung minimal – mehr dazu im Beitrag zur Dividende.
Termine
| Anlass | Rhythmus |
|---|---|
| Hauptversammlung | jährlich, meist zwischen Februar und Juli |
| Dividendenzahlung | einmal jährlich, meist drei Bankarbeitstage nach der Hauptversammlung |
| Quartalszahlen | vier Berichte je Geschäftsjahr |
| Ex-Tag | der erste Handelstag nach der Hauptversammlung |
Die genauen Daten veröffentlicht das Unternehmen im Finanzkalender auf seiner Investor-Relations-Seite, meist ein Jahr im Voraus. Wie Ex-Tag und Zahltag zusammenhängen und warum der Kurs am Ex-Tag fällt, steht im Dividendenkalender.
Wettbewerber
| Unternehmen | Land | ISIN |
|---|---|---|
| LVMH | Frankreich | FR0000121014 |
| Kering | Frankreich | FR0000121485 |
| Richemont | Schweiz | CH0210483332 |
| Brunello Cucinelli | Italien | IT0004764699 |
LVMH und Kering sind die großen Konzerne der Branche, Richemont der Spezialist für Schmuck und Uhren. Im Segment der absoluten Spitze hat Hermès allerdings kaum einen echten Gegenspieler.
Einordnung
Hermès ist der Beweis, dass Verzicht auf Wachstum eine Strategie sein kann. Wer nicht liefern kann, muss auch nicht um Preise verhandeln.
Aus Sicht der Marktteilnehmer ist die Bewertung das eigentliche Thema. Die Qualität des Geschäfts ist unbestritten – die Frage ist, welcher Preis dafür angemessen ist.
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Kursdaten von TradingView, verzögert. Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wertpapiergeschäfte sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden.