Mercedes-Benz baut Premiumautos und verdient zusätzlich an deren Finanzierung. Seit der Abspaltung der Lastwagensparte konzentriert sich der Konzern ganz auf Pkw und Vans.
Unternehmensprofil
| Unternehmen | Mercedes-Benz Group AG |
| WKN | 710000 |
| ISIN | DE0007100000 |
| Tickersymbol | MBG |
| Börse | Xetra, Frankfurt |
| Index | DAX 40 |
| Branche | Automobil |
| Sitz | Stuttgart, Deutschland |
| Gegründet | 1926 |
Kursverlauf
Das Geschäftsmodell
Das Autogeschäft ist nur die eine Hälfte. Die andere ist Mobility – Finanzierung, Leasing und Versicherung. Wer einen Mercedes least, zahlt Zinsen an den Konzern selbst.
Die Strategie zielt auf das obere Preissegment. Weniger Fahrzeuge zu höheren Margen statt Masse – ein Kurs, der die Abhängigkeit von Stückzahlen verringern soll.
Die Lastwagensparte wurde 2021 als Daimler Truck abgespalten. Aktionäre erhielten damals Anteile an beiden Unternehmen.
Was den Kurs bewegt
China. Der wichtigste Einzelmarkt für Premiumfahrzeuge. Nachfrageschwäche dort oder der Aufstieg einheimischer Elektromarken wirken unmittelbar auf Absatz und Kurs.
Der Wandel zur Elektromobilität. Er erfordert Milliardeninvestitionen, während die Margen bei Elektrofahrzeugen zunächst niedriger liegen als bei Verbrennern.
Zinsen. Das Finanzierungsgeschäft reagiert direkt auf das Zinsniveau, und teure Kredite bremsen zugleich den Fahrzeugabsatz – siehe Leitzins.
Gewichtung im DAX
Der chinesische Hersteller BAIC und der Investor Li Shufu halten erhebliche Anteile, dazu kommt ein kuwaitischer Staatsfonds. Der Streubesitz ist dadurch begrenzt.
Dividende
Mercedes-Benz zahlt eine hohe Dividende mit einer Ausschüttungsquote um vierzig Prozent und kauft zusätzlich in großem Umfang eigene Aktien zurück.
Die Dividendenrendite gehört regelmäßig zu den höchsten im DAX – was bei zyklischen Werten allerdings auch bedeuten kann, dass der Markt sinkende Gewinne erwartet. Mehr dazu im Beitrag zur Dividende.
Geschäftszahlen im Fünfjahresvergleich
| Kennzahl | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 |
|---|---|---|---|---|
| Umsatz | 133,9 Mrd € | 150,0 Mrd € | 153,2 Mrd € | 145,6 Mrd € |
| Konzern-EBIT | 16,0 Mrd € | 20,5 Mrd € | 19,7 Mrd € | 13,6 Mrd € |
| Dividende je Aktie | 5,00 € | 5,20 € | 5,30 € | 4,30 € |
| Absatz Fahrzeuge | – | – | 2,044 Mio | 1,983 Mio |
Die Zahlen ab 2021 beziehen sich auf das fortgeführte Geschäft nach der Abspaltung von Daimler Truck.
Die Jahre davor: Daimler AG 2015 bis 2020
Bis Ende 2021 firmierte das Unternehmen als Daimler AG und enthielt die Lastwagen- und Bussparte. Diese Zahlen sind mit den heutigen deshalb nicht direkt vergleichbar – der Konzern war schlicht ein anderer.
| Kennzahl | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Umsatz | 149,5 | 153,3 | 164,2 | 167,4 | 172,7 | 154,3 |
| EBIT | 13,2 | 12,9 | 14,3 | 11,1 | 4,3 | 6,6 |
| Konzernergebnis | 8,7 | 8,8 | 10,6 | 7,6 | 2,7 | 4,0 |
| Dividende je Aktie | 3,25 € | 3,25 € | 3,65 € | 3,25 € | 0,90 € | 1,35 € |
Umsatz, EBIT und Konzernergebnis in Milliarden Euro. Firmierung bis 2021: Daimler AG.
Der Einbruch 2019 fällt auf: Das EBIT brach um 61 Prozent ein, die Dividende wurde von 3,65 auf 90 Cent gekürzt. Ursache waren milliardenschwere Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten rund um Dieselfahrzeuge und Airbag-Rückrufe. Das Jahr zeigt, wie schnell Sonderbelastungen ein gutes operatives Geschäft überlagern können.
Im Zehnjahresvergleich wird der Bruch sichtbar: Der Umsatz lag 2019 bei fast 173 Milliarden Euro, heute bei gut 145 Milliarden. Das ist kein Schrumpfen des Pkw-Geschäfts, sondern der Wegfall der Lastwagensparte, die seither eigenständig an der Börse notiert.
Was die Reihe zeigt: Der Höhepunkt lag 2022 und 2023. Seither gehen Umsatz, Ergebnis und Absatz zurück – 2025 sank der Fahrzeugabsatz weiter auf 1,801 Millionen Einheiten. Hauptursache ist die Schwäche im chinesischen Markt, wo einheimische Elektromarken Anteile gewonnen haben.
Die Dividende folgt dem Ergebnis mit einem Jahr Verzögerung, weil sie sich auf das abgelaufene Geschäftsjahr bezieht. Die Ausschüttungsquote liegt bei rund 40 Prozent des Konzernergebnisses, ergänzt durch Aktienrückkäufe.
Quelle: Ergebnisveröffentlichungen der Mercedes-Benz Group AG. Angaben ohne Gewähr.
Termine
| Anlass | Rhythmus |
|---|---|
| Hauptversammlung | jährlich, meist zwischen Februar und Juli |
| Dividendenzahlung | einmal jährlich, meist drei Bankarbeitstage nach der Hauptversammlung |
| Quartalszahlen | vier Berichte je Geschäftsjahr |
| Ex-Tag | der erste Handelstag nach der Hauptversammlung |
Die genauen Daten veröffentlicht das Unternehmen im Finanzkalender auf seiner Investor-Relations-Seite, meist ein Jahr im Voraus. Wie Ex-Tag und Zahltag zusammenhängen und warum der Kurs am Ex-Tag fällt, steht im Dividendenkalender.
Wettbewerber
| Unternehmen | Land | ISIN |
|---|---|---|
| BMW | Deutschland | DE0005190003 |
| Volkswagen | Deutschland | DE0007664039 |
| Stellantis | Niederlande | NL00150001Q9 |
| Tesla | USA | US88160R1014 |
BMW ist der direkteste Wettbewerber im Premiumsegment. Tesla und chinesische Hersteller wie BYD greifen vor allem im Elektrobereich an – dort ist der Wettbewerb über den Preis deutlich härter.
Einordnung
Mercedes-Benz ist ein zyklischer Wert mit hoher Kapitalbindung und einem Finanzgeschäft, das wie eine Bank funktioniert.
Aus Sicht der Marktteilnehmer zählt die Marge im Autogeschäft mehr als der Absatz. Eine hohe Dividendenrendite ist bei Autowerten kein Qualitätsmerkmal, sondern oft ein Hinweis auf erwartete Gewinnrückgänge.
Weitere Unternehmen finden Sie in unserer Übersicht Aktien im Portrait. Grundlagen zur Geldanlage stehen unter Finanzwissen.
Kursdaten von TradingView, verzögert. Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wertpapiergeschäfte sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden.