Ferrari verkauft rund 14.000 Autos im Jahr – weniger als manche Hersteller an einem Tag. Trotzdem wird das Unternehmen an der Börse wie ein Luxuskonzern bewertet, nicht wie ein Autobauer.
Unternehmensprofil
| Unternehmen | Ferrari N.V. |
| ISIN | NL0011585146 |
| WKN | A2ACKK |
| Tickersymbol | RACE |
| Börse | Borsa Italiana, New York |
| Index | Euro Stoxx 50, FTSE MIB |
| Branche | Luxusautomobile |
| Sitz | Maranello, Italien (registriert in Amsterdam) |
| Gegründet | 1947 |
Kursverlauf
Das Geschäftsmodell
Ferrari begrenzt die Produktion bewusst. Wer ein limitiertes Modell kaufen will, muss zuvor mehrere Fahrzeuge besessen haben – die Warteliste ist Teil des Produkts.
Diese Knappheitsstrategie folgt derselben Logik wie bei Hermès: Nicht die Nachfrage bestimmt die Menge, sondern die Marke.
Dazu kommen Erlöse aus Personalisierung – Kunden geben oft sechsstellige Beträge für Sonderausstattung aus – sowie aus Markenlizenzen und der Formel 1.
Was den Kurs bewegt
Auslieferungszahlen und Preis je Fahrzeug. Weil die Stückzahl begrenzt ist, entsteht Wachstum vor allem über höhere Preise und mehr Personalisierung.
Neue Modelle. Jede Markteinführung, besonders bei limitierten Serien, bewegt den Kurs.
Elektrifizierung. Die zentrale Frage ist, ob Kunden ein elektrisches Modell ebenso begehren wie einen Zwölfzylinder. Der Motorklang gehört bei dieser Marke zum Produkt.
Gewichtung im Euro Stoxx 50
Ferrari gehört zum Mittelfeld des Euro Stoxx 50. Die Familie Agnelli hält über Exor einen erheblichen Anteil, dazu die Familie Ferrari – der Streubesitz ist entsprechend begrenzt.
Dividende
Ferrari zahlt eine steigende Dividende bei niedriger Ausschüttungsquote und kauft regelmäßig eigene Aktien zurück.
Die Rendite ist wegen der hohen Bewertung minimal – mehr dazu im Beitrag zur Dividende.
Termine
| Anlass | Rhythmus |
|---|---|
| Hauptversammlung | jährlich, meist zwischen Februar und Juli |
| Dividendenzahlung | einmal jährlich, meist drei Bankarbeitstage nach der Hauptversammlung |
| Quartalszahlen | vier Berichte je Geschäftsjahr |
| Ex-Tag | der erste Handelstag nach der Hauptversammlung |
Die genauen Daten veröffentlicht das Unternehmen im Finanzkalender auf seiner Investor-Relations-Seite, meist ein Jahr im Voraus. Wie Ex-Tag und Zahltag zusammenhängen und warum der Kurs am Ex-Tag fällt, steht im Dividendenkalender.
Wettbewerber
Im Automobilbereich ist Porsche der nächste Vergleichswert, erreicht aber weder Ferraris Margen noch dessen Bewertung. Aussagekräftiger ist der Vergleich mit Luxusgüterkonzernen – dort wird Ferrari vom Markt eingeordnet.
Einordnung
Ferrari ist formal ein Autohersteller, wirtschaftlich aber ein Luxusgüterunternehmen. Die Margen liegen auf dem Niveau von Modehäusern, nicht von Fahrzeugbauern.
Aus Sicht der Marktteilnehmer ist der Erlös je ausgeliefertem Fahrzeug die wichtigste Kennzahl. Er zeigt, ob die Preissetzungsmacht erhalten bleibt.
Weitere Unternehmen finden Sie in unserer Übersicht Aktien im Portrait. Grundlagen zur Geldanlage stehen unter Finanzwissen.
Kursdaten von TradingView, verzögert. Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wertpapiergeschäfte sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden.