BlackRock: Der größte Vermögensverwalter der Welt im Profil

BlackRock verwaltet über elf Billionen Euro und ist damit der größte Vermögensverwalter der Welt. Das Unternehmen hält Anteile an praktisch jedem großen Konzern – nicht aus eigenem Interesse, sondern weil seine Indexfonds den Markt abbilden.

Das Profil auf einen Blick

SitzNew York
Gegründet1988
Verwaltetes Vermögenüber 11 Billionen Euro
ETF-MarkeiShares
Mitarbeiterrund 20.000 weltweit
Börsennotierungja, an der New Yorker Börse
UrsprungAnalyse von Anleiherisiken
Besonderheiteigenes Risikoanalysesystem für die Branche

Vom Anleihespezialisten zum Marktführer

BlackRock begann 1988 als Anbieter für Anleihen und Risikoanalyse. Der Aufstieg zum größten Vermögensverwalter der Welt verlief in wenigen großen Schritten.

JahrSchritt
1988Gründung als Spezialist für Anleihen
1999Börsengang
2006Übernahme des Fondsgeschäfts einer großen Investmentbank
2009Kauf der ETF-Sparte iShares von einer britischen Bank
2010er-JahreAusbau der Technologieplattform für andere Häuser
heuteüber 11 Billionen Euro verwaltetes Vermögen

Der Kauf von iShares 2009 war der entscheidende Schritt. Er machte BlackRock über Nacht zum größten ETF-Anbieter – in einem Moment, in dem Indexfonds gerade ihren Aufstieg begannen.

Die Geschäftsfelder

BereichInhaltBedeutung
Indexfonds und ETFsüber die Marke iSharesgrößter Umsatzträger im Privatkundengeschäft
Aktive FondsAktien, Anleihen, Mischstrategienkleinerer, aber margenstarker Teil
Institutionelle Mandatefür Pensionskassen und Staatsfondsgrößter Teil des verwalteten Vermögens
TechnologieRisikoanalyseplattform für andere Häuserwachsendes Geschäft mit eigener Marge
Alternative AnlagenInfrastruktur, Immobilien, Private Equitystrategischer Ausbau

Die Technologieplattform ist der unbekannteste, aber bemerkenswerteste Teil: Zahlreiche andere Vermögensverwalter, Versicherer und Notenbanken nutzen die Risikoanalyse des Hauses für ihre eigenen Bestände.

Damit verdient BlackRock auch an Geldern, die es gar nicht verwaltet – ein Geschäftsmodell, das dem Vergleich mit einem Softwareanbieter näherkommt als dem einer Fondsgesellschaft.

Warum BlackRock überall beteiligt ist

In Diskussionen über Marktmacht taucht das Unternehmen regelmäßig auf, weil es an fast jedem börsennotierten Konzern Anteile hält. Die Erklärung ist banal.

Ein Indexfonds muss alle Werte eines Index kaufen – ohne Auswahl, ohne Meinung. Wer die größten Indexfonds der Welt verwaltet, hält zwangsläufig Anteile an allen enthaltenen Unternehmen.

Entscheidend ist die Eigentumsfrage: Diese Anteile gehören nicht BlackRock, sondern den Anlegern der jeweiligen Fonds. Das Haus verwaltet sie lediglich – als Sondervermögen, wie im Beitrag zu Investmentfonds beschrieben.

Was bleibt, ist das Stimmrecht auf Hauptversammlungen. Darüber wird berechtigt diskutiert, denn hier entscheidet der Verwalter, nicht der Anleger. Mehrere Anbieter lassen Kunden inzwischen selbst abstimmen.

Die Bedeutung für deutsche Anleger

Im Alltag begegnet das Haus Anlegern fast ausschließlich über seine ETF-Marke. Drei Punkte sind dabei praktisch relevant.

Verfügbarkeit. Die Produkte sind bei jedem Broker handelbar und in praktisch jedem Sparplanangebot enthalten. Das erleichtert den Einstieg, sagt aber nichts über die Eignung aus.

Handelbarkeit. Hohe Volumen führen zu engen Spannen zwischen An- und Verkaufskurs. Bei großen Standardprodukten liegt dieser Aufschlag im Bereich weniger Hundertstel.

Kosten. Bei den Standardindizes gehört das Haus nicht durchgehend zu den günstigsten. Die Einstiegslinie ist wettbewerbsfähig, ältere Produktvarianten desselben Index sind teils deutlich teurer.

KriteriumWorauf zu achten ist
Laufende Kostenim Basisinformationsblatt, jährlich wiederkehrend
Fondsvolumenje größer, desto geringer das Schließungsrisiko
AbbildungsqualitätAbweichung zur Indexentwicklung über mehrere Jahre
Ertragsverwendungthesaurierend oder ausschüttend

Diese vier Angaben genügen für die Auswahl. Der Anbietername ist dabei das schwächste Kriterium – Grundlagen im Beitrag Was ist ein ETF.

Häufige Fragen

Gehört BlackRock die halbe Wirtschaft?

Nein. Das Unternehmen verwaltet Anteile, die den Anlegern seiner Fonds gehören. Eigenes Vermögen ist davon nur ein verschwindend kleiner Teil.

Was ist der Unterschied zu iShares?

iShares ist die ETF-Marke von BlackRock, keine eigenständige Gesellschaft. Ein Profil findet sich unter iShares.

Wie verdient BlackRock Geld?

Über Verwaltungsgebühren auf das verwaltete Vermögen, über Gebühren für Wertpapierleihe und über Lizenzen für die Technologieplattform.

Kann man BlackRock-Aktien kaufen?

Ja, das Unternehmen ist börsennotiert. Damit unterscheidet es sich von Vanguard, das seinen eigenen Fonds gehört und nicht handelbar ist.

Sind iShares-ETFs sicher?

Sie sind Sondervermögen und damit vor einer Insolvenz des Anbieters geschützt. Das Kursrisiko der abgebildeten Märkte bleibt bestehen.

Einordnung

BlackRock ist für deutsche Privatanleger vor allem über iShares präsent. Wer einen ETF auf einen Weltindex bespart, hält mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Produkt dieses Hauses.

Aus Sicht der Marktteilnehmer ist die Größe zugleich Stärke und Streitpunkt. Sie ermöglicht niedrige Kosten und hohe Handelbarkeit, wirft aber Fragen zur Konzentration von Stimmrechten auf. Für die Anlageentscheidung selbst zählen andere Kriterien: Kosten, Abbildungsqualität und Fondsgröße – Grundlagen im Beitrag Was ist ein ETF.

Die Kritik an der Größe

Kein anderer Finanzkonzern wird so intensiv diskutiert. Drei Punkte kehren dabei regelmäßig wieder.

KritikpunktSachlage
Stimmrechtsmachtder Verwalter stimmt auf Hauptversammlungen ab, nicht die Anleger
Marktkonzentrationwenige Anbieter halten den Großteil des Indexfondsvermögens
Nähe zur PolitikBeratungsmandate für Regierungen und Notenbanken
Einfluss auf UnternehmenVorgaben zu Klimazielen und Unternehmensführung

Beim ersten Punkt hat sich etwas bewegt: Mehrere große Anbieter lassen institutionelle und teils auch private Anleger inzwischen selbst über die Stimmrechte entscheiden. Genutzt wird das bislang wenig.

Die Marktkonzentration ist der strukturell schwierigere Punkt. Drei amerikanische Häuser verwalten zusammen einen erheblichen Teil des weltweiten Indexfondsvermögens – ein Ergebnis von Größenvorteilen, die sich selbst verstärken.

Für die Anlageentscheidung des Einzelnen ändert das wenig. Wer einen Weltindex abbilden will, kommt an wenigen Anbietern kaum vorbei – wohl aber steht die Wahl zwischen ihnen offen, etwa zu Vanguard oder Xtrackers.

Die Geschäftszahlen

Als börsennotiertes Unternehmen legt BlackRock quartalsweise offen, wie sich Vermögen und Ertrag entwickeln.

KennzahlBedeutung
Verwaltetes VermögenBasis aller Gebühreneinnahmen
Nettomittelzuflüssezeigen die Nachfrage nach den Produkten
Anteil passiver Produktebestimmt die durchschnittliche Marge
TechnologieerträgeEinnahmen unabhängig vom verwalteten Vermögen

Die Marge im passiven Geschäft ist deutlich niedriger als im aktiven. Dass der Konzern dennoch wächst, liegt an der schieren Größe – und am Technologiegeschäft, das unabhängig von Marktbewegungen Erträge liefert.

Für Anleger der Fonds ist diese Rechnung ohne Belang. Sie zeigt aber, warum die Gebühren weiter fallen dürften: Im Mengengeschäft entscheidet der Preis.

Die Beratungsmandate

Neben dem Fondsgeschäft berät das Haus Regierungen und Notenbanken bei der Bewertung komplexer Wertpapierbestände – etwa in der Finanzkrise und während der Pandemie.

Diese Mandate sind wirtschaftlich unbedeutend, politisch aber heikel: Ein Unternehmen, das selbst am Markt tätig ist, berät jene Institutionen, die den Markt regulieren.

Kritiker sehen darin einen Interessenkonflikt, Befürworter verweisen auf fehlende Alternativen – die nötige Erfahrung mit großen Wertpapierbeständen findet sich kaum außerhalb der Branche.

Quellen

Stand: 27. September 2026. Angaben ohne Gewähr, keine Anlageberatung.

Das könnte Sie auch interessieren