Die Wohngebäudeversicherung schützt das Haus selbst – nicht den Inhalt. Für Eigentümer ist sie faktisch Pflicht: Kreditgebende Banken verlangen sie bei jeder Baufinanzierung.
Was versichert ist
Versichert ist das Gebäude mit allem, was fest verbunden ist: Mauern, Dach, Fenster, Heizung, sanitäre Anlagen, fest verlegte Böden. Garagen und Carports sind je nach Vertrag eingeschlossen.
Der bewegliche Inhalt gehört zur Hausratversicherung – beide ergänzen sich und überschneiden sich nicht.
| Gefahr | Typische Schäden |
|---|---|
| Feuer | Brand, Blitzschlag, Explosion |
| Leitungswasser | Rohrbruch, Frostschäden an Leitungen |
| Sturm und Hagel | abgedecktes Dach, zerstörte Fenster |
Der Elementarschutz
Überschwemmung, Starkregen, Rückstau, Erdrutsch und Schneedruck sind in der Grunddeckung nicht enthalten. Sie müssen gesondert eingeschlossen werden.
Das ist der wichtigste Punkt überhaupt. Die Hochwasserereignisse der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass auch Gebiete abseits großer Flüsse betroffen sein können – Starkregen kann überall auftreten.
Nur ein Teil der deutschen Gebäude ist gegen Elementarschäden versichert. Wer keinen Schutz hat, trägt den Wiederaufbau selbst.
Die Versicherungssumme
Maßgeblich ist der gleitende Neuwert: Versichert wird, was ein Wiederaufbau kosten würde – nicht der Kaufpreis und nicht der Verkehrswert.
Berechnet wird das über den Wert 1914, eine Rechengröße, die jährlich an die Baukosten angepasst wird. Klingt kurios, sorgt aber dafür, dass die Summe mit den Baupreisen mitwächst.
Wichtig bei Umbauten: Ein Anbau, ein ausgebauter Dachboden oder eine neue Photovoltaikanlage müssen gemeldet werden. Sonst droht Unterversicherung.
Worauf zu achten ist
Grobe Fahrlässigkeit sollte mitversichert sein – etwa wenn im Winter die Heizung ausfällt und Leitungen platzen.
Ableitungsrohre außerhalb des Gebäudes sind nicht immer eingeschlossen. Ein Rohrbruch im Garten kann teuer werden.
Photovoltaikanlagen brauchen oft einen eigenen Einschluss.
Grobe Regel: Der Beitrag hängt stark von der Elementarzone ab, in der das Gebäude liegt. In gefährdeten Lagen kann der Einschluss teuer oder schwer erhältlich sein – ein Grund, das schon vor dem Immobilienkauf zu prüfen.
Fazit
Die Wohngebäudeversicherung sichert den größten Vermögenswert vieler Haushalte. Ohne sie steht im Schadensfall die Restschuld weiter im Raum, während das Haus nicht mehr existiert.
Aus Sicht der Marktteilnehmer ist der Elementarschutz kein Zusatz, sondern Kernbestandteil. Die Ereignisse der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die Grunddeckung allein eine erhebliche Lücke lässt.
Weitere Grundlagen finden Sie unter Finanzwissen und im Beitrag zum Grundbuch.
Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Versicherungsberatung oder -vermittlung dar. Angaben ohne Gewähr.