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Berufsunfähigkeitsversicherung: Warum sie wichtig ist und worauf es im Vertrag ankommt

von user

Die eigene Arbeitskraft ist das größte Vermögen der meisten Menschen. Wer mit dreißig noch 35 Jahre arbeiten will, verdient in dieser Zeit ein Millionenvermögen – vorausgesetzt, die Gesundheit spielt mit.

Was der Staat leistet – und was nicht

Wer nach 1960 geboren ist, hat keinen Anspruch mehr auf eine Berufsunfähigkeitsrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Es gibt nur noch die Erwerbsminderungsrente – und die greift erst, wenn man irgendeine Tätigkeit nicht mehr ausüben kann.

ArbeitsfähigkeitGesetzliche Leistung
unter 3 Stunden täglichvolle Erwerbsminderungsrente
3 bis 6 Stunden täglichhalbe Erwerbsminderungsrente
über 6 Stunden täglichkeine Leistung

Entscheidend: Es zählt nicht der erlernte Beruf. Ein Dachdecker mit Rückenleiden, der noch sechs Stunden an einer Pforte sitzen könnte, erhält nichts.

Die private Berufsunfähigkeitsversicherung leistet dagegen, wenn der zuletzt ausgeübte Beruf zu mindestens 50 Prozent nicht mehr möglich ist.

Die häufigsten Ursachen

Entgegen der Vorstellung vom Arbeitsunfall stehen psychische Erkrankungen an erster Stelle, gefolgt von Erkrankungen des Bewegungsapparats sowie Krebs und Herz-Kreislauf-Leiden. Unfälle machen nur einen kleinen Teil aus.

Das erklärt, warum auch Bürotätige betroffen sind – das Risiko hängt weniger am Beruf als an der Gesundheit.

Worauf es im Vertrag ankommt

Verzicht auf abstrakte Verweisung. Der wichtigste Punkt. Ohne ihn darf der Versicherer auf einen anderen Beruf verweisen, den Sie theoretisch ausüben könnten. Gute Verträge verzichten darauf.

Höhe der Rente. Als Richtwert gelten 60 bis 80 Prozent des Nettoeinkommens. Die Leistung ist steuerpflichtig, das sollte einkalkuliert werden.

Laufzeit bis zum Rentenbeginn. Ein Vertrag, der mit 60 endet, lässt die teuersten Jahre ungeschützt.

Nachversicherungsgarantie. Sie erlaubt die Erhöhung ohne erneute Gesundheitsprüfung – etwa bei Heirat, Geburt eines Kindes oder Gehaltssprung.

Prognosezeitraum sechs Monate. Es sollte genügen, dass die Berufsunfähigkeit voraussichtlich sechs Monate andauert.

Die Gesundheitsprüfung

Vor Vertragsabschluss werden Gesundheitsfragen gestellt, meist für die vergangenen fünf bis zehn Jahre. Sie müssen vollständig und wahrheitsgemäß beantwortet werden.

Das ist der kritischste Teil. Wer etwas verschweigt – auch unbeabsichtigt –, riskiert im Leistungsfall den Verlust des Schutzes. Versicherer prüfen dann rückwirkend die Krankenakte.

Deshalb gilt: Je jünger und gesünder beim Abschluss, desto besser. Der Beitrag ist niedriger, und es gibt weniger Vorerkrankungen anzugeben.

Wenn der Schutz nicht zu bekommen ist

Bei Vorerkrankungen oder risikoreichen Berufen kann der Antrag abgelehnt werden oder nur mit Zuschlägen zustande kommen. Alternativen sind eine Erwerbsunfähigkeits-, Grundfähigkeits- oder Dread-Disease-Versicherung – alle mit engerem Schutz, aber besser als nichts.

Fazit

Die Berufsunfähigkeitsversicherung schützt das, wovon alles andere abhängt: die Fähigkeit, Einkommen zu erzielen. Ohne sie bricht bei Krankheit nicht nur der Lebensstandard weg, sondern auch die Möglichkeit, eine Baufinanzierung zu bedienen.

Aus Sicht der Marktteilnehmer ist der Verzicht auf die abstrakte Verweisung das entscheidende Kriterium. Ein günstiger Tarif ohne diese Klausel kann im Ernstfall wertlos sein.

Weitere Grundlagen finden Sie unter Finanzwissen.

Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Versicherungsberatung oder -vermittlung dar. Angaben ohne Gewähr.

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