Das Girokonto ist die Drehscheibe der eigenen Finanzen – Gehalt, Miete, Lastschriften und Kartenzahlungen laufen darüber. Kostenlos ist dabei selten bedingungslos: Die meisten Banken knüpfen die Gebührenfreiheit an Auflagen.
Wann ein Konto wirklich kostenlos ist
Vier Bedingungen müssen gleichzeitig erfüllt sein. Viele als kostenlos beworbene Konten erfüllen nur ein oder zwei davon.
| Keine Kontoführungsgebühr | monatlich null Euro, ohne Auflagen |
| Kein Mindestgeldeingang | unabhängig vom Gehalt |
| Kostenlose Girocard | keine Jahresgebühr für die Karte |
| Kostenlose Überweisungen | zumindest online |
Die verbreitetste Auflage ist der monatliche Geldeingang. Üblich sind 700 Euro, bei einzelnen Anbietern 1.000 Euro. Wird die Schwelle verfehlt, fallen je nach Bank 4,50 bis 4,90 Euro im Monat an.
Für Menschen unter 28 Jahren verzichten viele Banken ganz auf Bedingungen – ein Angebot, das vor allem Studierende erreichen soll.
Die Kosten im Überblick
| Kostenart | Typische Höhe | Worauf zu achten ist |
|---|---|---|
| Kontoführung | 0 bis 12 € im Monat | oft an Geldeingang gekoppelt |
| Girocard | 0 bis 12 € im Jahr | zunehmend kostenpflichtig |
| Kreditkarte | 0 bis 40 € im Jahr | Debit- oder echte Kreditkarte prüfen |
| Bargeldabhebung | 0 bis 5 € je Vorgang | Automatennetz entscheidet |
| Beleghafte Überweisung | 1 bis 3 € je Auftrag | am Schalter teurer |
| Echtzeitüberweisung | 0 bis 1 € je Auftrag | seit 2025 vielerorts kostenlos |
| Fremdwährung | 1 bis 2 % des Umsatzes | bei Auslandsreisen relevant |
| Dispozins | im Schnitt 11,3 % im Jahr | größter Kostenblock bei Überziehung |
Eine Beispielrechnung: Ein Haushalt zahlt 4,90 Euro Kontoführung im Monat und überzieht im Jahresmittel um 2.000 Euro bei elf Prozent Dispozins. Das sind rund 59 Euro Gebühren plus 220 Euro Zinsen – zusammen 279 Euro im Jahr.
Bei fünf Euro monatlicher Gebühr summieren sich allein die Kontoführungskosten über zehn Jahre auf 600 Euro.
Direktbank oder Filialbank
| Merkmal | Direktbank | Filialbank |
|---|---|---|
| Kontoführung | meist kostenlos | oft gebührenpflichtig |
| Beratung | telefonisch und digital | persönlich vor Ort |
| Bargeld einzahlen | eingeschränkt möglich | problemlos |
| Dispozins | 8,5 bis 9,5 % | häufig über 10 % |
| Automatennetz | über Partnerverbünde | eigenes Netz |
Für den weit überwiegenden Teil der Bankgeschäfte ist eine Direktbank günstiger. Ein Filialnetz lohnt vor allem bei regelmäßigen Bargeldeinzahlungen – etwa für Selbstständige mit Bareinnahmen – und bei Beratungsbedarf.
Das Basiskonto
Seit 2016 hat jede in Deutschland ansässige Person einen Rechtsanspruch auf ein Konto – unabhängig von Einkommen, Bonität oder Wohnsitzstatus. Geregelt ist das im Zahlungskontengesetz.
| Anspruch | jede Person mit Aufenthalt in Deutschland |
| Umfang | Überweisungen, Lastschriften, Karte, Bargeld |
| Dispokredit | nicht enthalten |
| Kosten | keine gesetzliche Obergrenze, oft höher als übliche Konten |
| Ablehnung | nur in eng begrenzten Ausnahmefällen zulässig |
Die fehlende Gebührenobergrenze ist der Schwachpunkt: Manche Institute verlangen für das Basiskonto deutlich mehr als für ein reguläres Konto. Einzelheiten im Beitrag zum Basiskonto.
Der Kontowechsel
Seit 2016 ist die Kontowechselhilfe gesetzlich vorgeschrieben. Die neue Bank übernimmt die Arbeit: Sie informiert Arbeitgeber, Versicherungen und Vertragspartner und überträgt Daueraufträge und Lastschriften.
| Dauer | maximal zwölf Arbeitstage |
| Kosten | kostenlos |
| Aufwand | Formular bei der neuen Bank ausfüllen |
| Altes Konto | bleibt zunächst bestehen |
| Empfehlung | erst nach zwei Monaten schließen |
Der letzte Punkt ist wichtig: Manche Zahlungspartner reagieren verzögert. Wer das alte Konto zu früh kündigt, riskiert geplatzte Lastschriften.
Wie viel Geld auf dem Girokonto liegen sollte
Ein Girokonto verzinst das Guthaben in der Regel nicht. Wer größere Beträge dort liegen lässt, verliert durch die Inflation an Kaufkraft.
Als Faustregel gelten ein bis zwei Monatsausgaben als Puffer. Alles darüber gehört auf ein Tagesgeldkonto oder – bei längerem Horizont – in Festgeld oder einen Geldmarktfonds.
Zu beachten ist außerdem die Einlagensicherung: Sie greift bis 100.000 Euro je Bank und Kunde. Wer mehr hält, sollte auf mehrere Institute verteilen.
Fragen und Antworten
Was kostet ein Girokonto im Durchschnitt?
Zwischen null und zwölf Euro im Monat. Direktbanken verzichten meist ganz auf die Gebühr, sofern ein Mindestgeldeingang vorliegt. Filialbanken verlangen häufig fünf bis zehn Euro.
Bekomme ich ein Konto trotz negativer Schufa?
Ja. Auf ein Basiskonto besteht ein Rechtsanspruch. Ein Dispokredit ist darin allerdings nicht enthalten.
Wie viele Girokonten darf man haben?
Beliebig viele. Manche Haushalte nutzen ein Konto für laufende Ausgaben und ein zweites für Fixkosten – das schafft Übersicht.
Was ist der Unterschied zwischen Girocard und Debitkarte?
Die Girocard funktioniert überwiegend in Deutschland, eine Debitkarte von Visa oder Mastercard auch international und online. Viele Banken geben inzwischen nur noch Debitkarten aus.
Lohnt sich ein Wechselbonus?
Prämien von 100 bis 200 Euro sind verbreitet, aber an Bedingungen geknüpft – etwa zwei aufeinanderfolgende Geldeingänge. Entscheidend sind die laufenden Kosten, nicht die einmalige Prämie.
Wer selbstständig ist oder eine Firma führt, braucht daneben ein eigenes Konto für den Betrieb. Was dabei gilt, steht auf der Seite zum Geschäftskonto.
Fazit
Wer heute noch Kontoführungsgebühren zahlt, sollte prüfen, ob dafür eine Gegenleistung steht. Bei reinem Online-Banking gibt es sie in aller Regel nicht.
Der größte Hebel ist allerdings nicht die Kontoführung, sondern der Dispozins. Wer dauerhaft im Minus steht, zahlt dort ein Vielfaches der Kontogebühr – ein Ratenkredit zur Umschuldung ist dann meist deutlich günstiger.
Quellen
- Zahlungskontengesetz – Anspruch auf ein Basiskonto und Kontowechselhilfe
- BaFin – Kontenvergleichsportal nach 27 Kriterien
- Preis- und Leistungsverzeichnisse der Banken
Stand: 28. September 2026. Angaben ohne Gewähr, keine Anlageberatung.