Das Girokonto ist das Zentrum aller Geldflüsse: Gehalt geht ein, Miete geht ab, Karten hängen daran. Umso erstaunlicher, wie wenige Menschen wissen, was ihr Konto tatsächlich kostet.
Was ein Girokonto leistet
Es ermöglicht Überweisungen, Lastschriften, Daueraufträge und Kartenzahlungen. Dazu gehört fast immer eine Debitkarte, oft ein Dispositionskredit und optional eine Kreditkarte.
Jeder Mensch in Deutschland hat Anspruch auf ein Konto – das Basiskonto darf nicht verweigert werden.
Die Kosten im Überblick
| Position | Spanne |
|---|---|
| Kontoführung | kostenlos bis über 10 € monatlich |
| Debitkarte | kostenlos bis etwa 20 € jährlich |
| Beleghafte Überweisung | bei manchen Banken 1 bis 3 € je Vorgang |
| Bargeldabhebung an fremden Automaten | bis zu 5 € je Vorgang |
| Dispozins | oft zweistellig |
Viele Banken haben die kostenlose Kontoführung in den vergangenen Jahren abgeschafft oder an Bedingungen geknüpft – meist einen monatlichen Geldeingang.
Ein Hinweis zur Rechtslage: Banken dürfen Gebühren nicht einfach durch Stillschweigen einführen. Seit einem Urteil des Bundesgerichtshofs von 2021 ist eine ausdrückliche Zustimmung des Kunden nötig.
Filialbank oder Direktbank
| Filialbank | Direktbank | |
|---|---|---|
| Kontoführung | meist kostenpflichtig | häufig kostenlos mit Bedingung |
| Beratung vor Ort | ja | nein |
| Bargeld einzahlen | am Schalter oder Automaten | eingeschränkt, teils kostenpflichtig |
| Geldautomaten | eigenes Netz | über Partnernetze |
Wer regelmäßig Bargeld einzahlt – etwa als Selbstständiger –, sollte das bei Direktbanken genau prüfen. Dort ist es oft nur über Umwege möglich.
Der Kontowechsel
Seit 2016 sind Banken gesetzlich zur Kontowechselhilfe verpflichtet. Die neue Bank informiert Arbeitgeber, Vermieter und Lastschriftgläubiger über die neue Verbindung. Die alte Bank muss innerhalb fester Fristen mitwirken.
In der Praxis lohnt es sich, das alte Konto noch einige Wochen parallel zu führen, bis alle Zahlungen umgestellt sind.
Fazit
Ein Girokonto kostet zwischen null und über 150 Euro im Jahr – für nahezu dieselbe Leistung.
Aus Sicht der Marktteilnehmer lohnt ein Blick auf den Jahresauszug über Entgelte, den Banken jährlich zusenden müssen. Er zeigt in einer Zahl, was das Konto tatsächlich kostet – und ob sich ein Wechsel rechnet.
Weitere Grundlagen: Gemeinschaftskonto, SEPA-Lastschrift und Tagesgeld.
Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Beratung dar. Angaben ohne Gewähr.