Ein Depot zu eröffnen dauert heute etwa fünfzehn Minuten und kostet bei den meisten Anbietern nichts. Die eigentliche Arbeit liegt davor: bei der Auswahl. Denn ein späterer Wechsel ist möglich, aber mühsam.
Was Sie brauchen
- Personalausweis oder Reisepass
- Steuer-Identifikationsnummer
- Deutsche Bankverbindung als Referenzkonto
- Smartphone oder Webcam für die Identitätsprüfung
Voraussetzung ist Volljährigkeit und ein Wohnsitz in Deutschland. Für Minderjährige gibt es Junior-Depots, die beide Sorgeberechtigten gemeinsam eröffnen.
Der Ablauf Schritt für Schritt
1. Antrag ausfüllen. Persönliche Daten, Steuer-ID, Referenzkonto. Dazu Angaben zu Beruf und Vermögensverhältnissen – dazu ist der Anbieter gesetzlich verpflichtet.
2. Erfahrungsabfrage. Nach dem Wertpapierhandelsgesetz muss die Bank Kenntnisse und Erfahrungen erfragen. Antworten Sie ehrlich: Bei fehlender Erfahrung sperren manche Anbieter risikoreichere Produkte, was ein sinnvoller Schutz ist.
3. Identität nachweisen. Per Videoident direkt online oder per Postident in der Filiale. Video geht in Minuten, Postident dauert ein bis zwei Tage länger.
4. Zugangsdaten erhalten. Sie kommen meist getrennt per Post und E-Mail. Danach ist das Depot nutzbar.
5. Freistellungsauftrag erteilen. Der wichtigste Handgriff direkt nach der Eröffnung – siehe unseren Beitrag zum Freistellungsauftrag. Ohne ihn behält die Bank Steuern ein, die Ihnen zustehen.
Worauf es bei der Auswahl ankommt
| Kriterium | Warum es zählt |
|---|---|
| Depotführung | sollte kostenlos sein, ist bei Direktbanken Standard |
| Ordergebühr | fix oder prozentual – bei kleinen Orders entscheidend |
| Sparplankosten | kostenlos oder bis 1,5 Prozent der Rate |
| Handelsplätze | Xetra sollte verfügbar sein, nicht nur ein Partnerhandelsplatz |
| Fremdkostenpauschale | zusätzliche Gebühr bei ausländischen Börsen |
| Bruchstückhandel | nötig für Sparpläne mit kleinen Beträgen |
Welche Punkte am schwersten wiegen, hängt vom Vorhaben ab. Wer monatlich 100 Euro per Sparplan anlegt, achtet auf Sparplankosten und Bruchstückhandel. Wer größere Einmalbeträge investiert, auf Ordergebühren und Handelsplätze.
Neobroker oder Direktbank?
Neobroker werben mit sehr niedrigen oder gar keinen Ordergebühren. Finanziert wird das oft über Rückvergütungen des Handelsplatzes, was sich in etwas schlechteren Kursen niederschlagen kann. Meist steht nur ein einziger Handelsplatz zur Verfügung.
Direktbanken verlangen höhere Ordergebühren, bieten dafür mehr Handelsplätze, breitere Produktauswahl und in der Regel telefonischen Service.
Für reine Sparplan-Anleger reicht ein Neobroker meist aus. Wer Einzelwerte an verschiedenen Börsen handeln will, ist bei einer Direktbank besser aufgehoben.
Ein Punkt zur Sicherheit
Wertpapiere im Depot sind Sondervermögen. Geht die Bank insolvent, gehören sie weiterhin Ihnen und werden herausgegeben – anders als Guthaben auf dem Verrechnungskonto, das unter die Einlagensicherung fällt.
Achten Sie darauf, dass der Anbieter der deutschen oder einer vergleichbaren europäischen Aufsicht untersteht. Bei Anbietern aus dem außereuropäischen Ausland gelten andere Regeln.
Fazit
Die Eröffnung selbst ist unkompliziert und schnell erledigt. Entscheidend ist, vorher zu klären, wie Sie anlegen wollen – denn davon hängt ab, welche Gebührenstruktur zu Ihnen passt.
Aus Sicht der Marktteilnehmer lohnt sich diese halbe Stunde Vorarbeit: Über zwanzig Jahre summieren sich Gebührenunterschiede zu Beträgen, die den Aufwand um ein Vielfaches übersteigen. Welche Kriterien im Einzelnen zu prüfen sind, steht in unserem Beitrag zum Depotvergleich.
Weitere Beiträge zu Aktienindizes, Grundlagen und Steuern finden Sie in unserer Übersicht Finanzwissen.
Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wertpapiergeschäfte sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden.