Der Nikkei 225 im Chart und darunter 30 japanische Aktien mit aktuellen Kursen – abgerufen über die Börse Stuttgart, wo diese Werte als Auslandswerte in Euro gehandelt werden. Die Liste zeigt bewusst nicht alle 225 Indexmitglieder, warum, steht weiter unten.
Nikkei 225 im Chart
30 japanische Aktien mit aktuellen Kursen
Hinweis: Drei Werte zeigen gerade ein verzerrtes Minus
Bei Tokyo Electron, Sumitomo Mitsui und Tokio Marine steht in der Spalte „Änd. %“ derzeit ein Minus von 50 bis 93 Prozent. Dahinter steckt kein Kurssturz, sondern ein Aktiensplit. Alle drei Unternehmen haben zum 1. Oktober ihre Aktien geteilt – Tokio Marine im Verhältnis 15:1, Tokyo Electron 5:1, Sumitomo Mitsui 2:1. Japanische Konzerne legen solche Splits traditionell auf den Beginn des zweiten Geschäftshalbjahres.
Der aktuelle Kurs in der Tabelle ist korrekt, er entspricht dem neuen, geteilten Anteil. Nur der Vergleichswert aus der Spalte „Vorher“ stammt noch aus der Zeit vor dem Split und ist deshalb um den Splitfaktor zu hoch. Die Differenz löst sich auf, sobald der Referenzkurs angepasst ist. Wer solche Aktien im Depot hat, besitzt nach einem Split entsprechend mehr Stücke zum niedrigeren Preis – der Wert der Position ändert sich dadurch nicht.
Warum hier nicht alle 225 Werte stehen
Für eine vollständige Nikkei-Liste sprechen auf den ersten Blick gute Gründe – gegen sie sprechen zwei bessere. Der erste ist das Interesse: In Deutschland entfällt praktisch das gesamte Suchvolumen nach japanischen Aktien auf eine Handvoll Namen. SoftBank kommt auf rund 29.500 Suchanfragen im Monat, Nintendo auf 13.300, Sony auf 10.300, Toyota auf 9.850. Ab Platz zwölf sind es nur noch wenige Hundert. Eine 225er-Tabelle bestünde zu vier Fünfteln aus Zeilen, die niemand sucht.
Der zweite Grund ist die Handelbarkeit. Ein deutscher Anleger kauft japanische Aktien in aller Regel nicht in Tokio, sondern über einen deutschen Handelsplatz. Dort sind längst nicht alle 225 Werte gelistet, und bei vielen der kleineren Namen wird tage- oder wochenlang kein einziges Stück umgesetzt. Ein Kurs, der seit drei Tagen unverändert dasteht, ist für eine Kaufentscheidung wertlos. Die 30 Werte hier sind so ausgewählt, dass beides zusammenkommt: Sie werden gesucht, und sie werden in Stuttgart tatsächlich gehandelt.
Der Nikkei rechnet wie der Dow
Ein Punkt, der bei japanischen Aktien regelmäßig übersehen wird: Der Nikkei 225 ist preisgewichtet. Nicht die Größe eines Unternehmens bestimmt seinen Einfluss auf den Index, sondern allein der Kurs einer einzelnen Aktie. Ein Konzern mit einem Aktienkurs von 40.000 Yen bewegt den Nikkei stärker als einer mit 1.000 Yen – selbst wenn der zweite zehnmal so viel wert ist.
Praktisch heißt das: Fast Retailing, der Mutterkonzern von Uniqlo, hat im Nikkei ein Gewicht, das in keinem Verhältnis zu seiner Bedeutung für die japanische Wirtschaft steht – schlicht weil die Aktie einen hohen Stückpreis hat. Toyota, das mit Abstand wertvollste Unternehmen des Landes, wiegt dagegen vergleichsweise wenig. Es ist derselbe Konstruktionsfehler wie beim Dow Jones. Wer Japan breit abbilden will, ist mit dem TOPIX besser bedient, der nach Marktkapitalisierung rechnet.
Wo diese Kurse herkommen
Die Kurse in der Tabelle stammen von der Börse Stuttgart, die sich auf Auslandswerte spezialisiert hat. Sie stehen deshalb in Euro und enthalten die Wechselkursbewegung zwischen Euro und Yen. Das ist für deutsche Anleger der realistische Blick: Wer eine japanische Aktie im Depot hat, verdient oder verliert immer an zwei Dingen gleichzeitig – am Kurs und am Yen.
Gehandelt wird in Stuttgart von 8:00 bis 22:00 Uhr. Die Tokioter Börse selbst ist zu dieser Zeit längst geschlossen: Sie handelt von 9:00 bis 15:00 Uhr Ortszeit, also von 2:00 bis 8:00 Uhr deutscher Zeit. Die Stuttgarter Kurse am Nachmittag sind deshalb keine Fortsetzung des Tokioter Handels, sondern eine Fortschreibung durch Market Maker, die sich an den US-Märkten und am Yen orientieren. Mehr zur japanischen Börse selbst steht unter Börse Tokio.
Weitere Kurslisten
Die übrigen Indexlisten auf FNE: DAX 40, MDAX, TecDAX, Dow Jones 30, Nasdaq 100, S&P 500 und Euro Stoxx 50.