Deka: Die Fondsgesellschaft der Sparkassen im Profil

Die Deka ist die Fondsgesellschaft der Sparkassen und verwaltet rund 400 Milliarden Euro. Anders als der genossenschaftliche Wettbewerber bietet sie seit Jahren auch eigene ETFs an – ein Zugeständnis an Anleger, die selbst entscheiden.

Das Profil auf einen Blick

SitzFrankfurt am Main
Eigentümerdie deutschen Sparkassen
Verwaltetes Vermögenrund 400 Milliarden Euro
Vertriebüber die Sparkassen vor Ort
RechtsformAnstalt öffentlichen Rechts
Besonderheiteigene ETF-Reihe seit 2007
ZusatzgeschäftWertpapierhandel und Kreditgeschäft für Sparkassen
Fondsnamenbeginnen meist mit „Deka“

Die Rolle im Sparkassenverbund

Die Deka ist mehr als eine Fondsgesellschaft. Sie fungiert als Wertpapierhaus der Sparkassen und übernimmt Aufgaben, die einzelne Institute nicht selbst leisten können.

Dazu gehören der Handel für Sparkassenkunden, die Verwahrung von Wertpapieren und Dienstleistungen im Kreditgeschäft. Das Fondsgeschäft ist der sichtbarste, aber nicht der einzige Teil.

Für Privatanleger ist der Weg derselbe wie bei der genossenschaftlichen Konkurrenz: Wer bei der Sparkasse ein Depot führt, bekommt dort überwiegend Deka-Produkte angeboten.

Die bekanntesten Fonds

FondsAusrichtungBesonderheit
DekaFondsdeutsche Aktieneiner der ältesten deutschen Publikumsfonds
DekaSpezialinternationale Aktienbreit gestreutes Aktienportfolio
Deka-Immobilienoffene Immobilienfondsmehrere Fonds mit europäischem und globalem Fokus
Deka-Nachhaltigkeitnachhaltige Anlageneigene Produktlinie
Deka ETFsIndexfondsauf gängige Aktien- und Anleiheindizes
DekaBank Zertifikatestrukturierte Produkteeigenes Geschäftsfeld

Bemerkenswert ist die Doppelstrategie: Die Deka verkauft klassische aktive Fonds über die Filialen und bietet parallel eigene ETFs für Selbstentscheider an – ein Weg, den nicht alle Wettbewerber gehen.

Die Geschichte

ZeitraumEntwicklung
1918Gründung als Deutsche Girozentrale
1956Start des Fondsgeschäfts mit dem DekaFonds
1990er-JahreAusbau zum zentralen Wertpapierhaus der Sparkassen
2007erste eigene ETFs
2011vollständige Übernahme durch die Sparkassen
2010er-JahreAusbau von Zertifikaten und nachhaltigen Produkten

Die vollständige Übernahme durch die Sparkassen im Jahr 2011 war ein Einschnitt: Zuvor hielten die Landesbanken die Hälfte der Anteile. Seither ist das Haus eindeutig dem Sparkassenverbund zugeordnet.

Das Zertifikategeschäft

Neben Fonds gibt die Deka strukturierte Produkte aus – Zertifikate mit unterschiedlichen Auszahlungsprofilen, die über die Sparkassen vertrieben werden.

Anders als Fonds sind Zertifikate rechtlich Schuldverschreibungen der ausgebenden Bank. Sie sind kein Sondervermögen: Wird der Herausgeber zahlungsunfähig, droht der Totalverlust.

Dieser Unterschied wird im Verkaufsgespräch nicht immer deutlich. Wer ein Zertifikat kauft, geht ein Kreditrisiko gegenüber dem Herausgeber ein – bei einem Fonds ist das ausgeschlossen. Grundlagen dazu im Beitrag zu Investmentfonds.

Was die Produkte kosten

ProduktartAusgabeaufschlagLaufende Kosten
Aktive Aktienfondsbis zu 3,75 Prozent1,0 bis 1,5 Prozent
Mischfondsbis zu 3,0 Prozent1,0 bis 1,6 Prozent
Offene Immobilienfondsbis zu 5,0 Prozent0,5 bis 1,0 Prozent
Deka ETFsentfällt0,15 bis 0,70 Prozent
Zertifikateim Preis enthaltenoft schwer erkennbar

Der Unterschied zwischen den aktiven Fonds und den eigenen ETFs ist beträchtlich. Wer dieselbe Anlageidee über einen Indexfonds umsetzt, zahlt einen Bruchteil – ein Vergleich, den der ETF-Rechner in Zahlen übersetzt.

Die Produktlinien im Überblick

Das Angebot gliedert sich in mehrere Bereiche, die sich in Kosten und Zielgruppe deutlich unterscheiden.

LinieInhaltVertriebsweg
Klassische PublikumsfondsAktien, Anleihen, MischungenSparkassenfiliale
Deka ETFsIndexfonds auf gängige MärkteBörse und Sparplan
ImmobilienfondsGewerbeobjekte in Europa und weltweitFiliale
Vermögensverwaltungfertige Depots nach RisikoneigungFiliale
Zertifikatestrukturierte ProdukteFiliale
Altersvorsorgegeförderte Sparverträge auf FondsbasisFiliale

Für Selbstentscheider sind vor allem die ETFs interessant. Alle übrigen Linien setzen auf Beratung und tragen entsprechende Kosten.

Die Immobilienfonds gehören zu den größeren im deutschen Markt. Für sie gelten die Fristen, die nach der Krise eingeführt wurden – beschrieben im Beitrag zu offenen Immobilienfonds.

Häufige Fragen

Wie kauft man Deka-Fonds?

Üblicherweise über die Sparkasse vor Ort. Viele Fonds sind zusätzlich über Direktbanken handelbar, dort meist ohne Ausgabeaufschlag.

Was ist das Deka-Depot?

Das Wertpapierdepot, das Sparkassen gemeinsam mit der Deka führen. Verwaltung und Zugang laufen über die jeweilige Sparkasse.

Lohnen sich die Deka-ETFs?

Sie sind deutlich günstiger als die aktiven Fonds des Hauses. Im Vergleich mit den großen internationalen ETF-Anbietern liegen die Kosten allerdings oft etwas höher – ein Vergleich lohnt.

Was unterscheidet Deka und Union Investment?

Wenig im Geschäftsmodell, viel im Verbund: Die eine gehört den Sparkassen, die andere den Volks- und Raiffeisenbanken. Ein Profil des Wettbewerbers findet sich unter Union Investment.

Sind Deka-Fonds sicher?

Als Sondervermögen sind sie vor einer Insolvenz der Gesellschaft geschützt. Das Kursrisiko der Anlagen bleibt davon unberührt – anders als bei Zertifikaten, die kein Sondervermögen darstellen.

Einordnung

Die Deka erreicht über das Sparkassennetz Millionen Anleger, die sonst keinen Zugang zur Geldanlage hätten. Das ist ihr eigentlicher Beitrag – erkauft mit Kosten, die über dem Niveau von Selbstentscheiderprodukten liegen.

Aus Sicht der Marktteilnehmer ist die eigene ETF-Reihe der interessanteste Teil des Angebots. Sie zeigt, dass das Haus den Wandel erkannt hat: Wer selbst entscheidet, soll nicht zur Konkurrenz abwandern müssen. Den Überblick über alle Anbieter gibt der Beitrag zu Fonds.

Die Deka im Wettbewerb

MerkmalDekaUnion Investment
VerbundSparkassenVolks- und Raiffeisenbanken
Verwaltetes Vermögenrund 400 Mrd. €rund 570 Mrd. €
Eigene ETFsja, seit 2007nein
Zertifikateumfangreiches Angebotgeringer ausgeprägt
RechtsformAnstalt öffentlichen RechtsAktiengesellschaft

Die beiden Häuser teilen sich faktisch den Markt der Filialbanken in Deutschland. Wer bei einer Sparkasse Kunde ist, bekommt Deka-Produkte; bei einer Volksbank die der genossenschaftlichen Schwester.

Der auffälligste Unterschied ist das ETF-Angebot. Die Deka hat früh erkannt, dass Selbstentscheider sonst abwandern, und bietet eigene Indexfonds an – wenn auch zu Kosten, die über denen der internationalen Anbieter liegen.

Das Geschäft mit Wertpapieren für Sparkassen

Über das Fondsgeschäft hinaus wickelt die Deka den Wertpapierhandel für die Sparkassen ab und verwahrt deren Kundenbestände.

Diese Infrastruktur erklärt, warum das Haus für den Verbund unverzichtbar ist: Einzelne Sparkassen könnten den Aufwand für Handel, Abwicklung und Aufsicht nicht selbst tragen.

Die Fondsnamen verstehen

Wie bei der genossenschaftlichen Konkurrenz folgen die Produktnamen einem Muster, das die Zuordnung erleichtert.

NamensbestandteilBedeutung
DekaHerkunft aus dem Haus
Fondsklassischer Publikumsfonds
ImmobilienAnlage in Gewerbeobjekte
NachhaltigkeitAuswahl nach eigenen Kriterien
ETFbörsengehandelter Indexfonds
TFTranche ohne Ausgabeaufschlag

Der Zusatz TF steht für Tranchen, die ohne Ausgabeaufschlag ausgegeben werden, dafür aber höhere laufende Kosten tragen. Bei kurzer Haltedauer lohnt sich diese Variante, bei langer selten.

Wer einen Fonds über viele Jahre hält, fährt mit der Standardtranche und reduziertem Aufschlag über eine Direktbank meist besser – eine Rechnung, die sich mit dem ETF-Rechner nachvollziehen lässt.

Quellen

  • Deka – Unternehmensangaben und Fondsdaten
  • BVI – Marktanteile und Statistiken
  • Basisinformationsblätter der genannten Produkte – Kostenangaben

Stand: 27. September 2026. Kostenangaben sind Richtwerte und je Fonds unterschiedlich. Keine Anlageberatung.

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