Freedom24 wirbt vor allem mit einem Zugang, den kaum ein europäischer Anbieter bietet: der Zeichnung von US-Börsengängen. Das ist zugleich der Bereich, der die genaueste Betrachtung verdient.
Unternehmensprofil
| Unternehmen | Freedom Finance Europe Ltd |
| Sitz | Limassol, Zypern |
| Mutterkonzern | Freedom Holding Corp., an der Nasdaq notiert |
| Art | Broker mit europäischer Lizenz |
| Aufsicht | zyprische Wertpapieraufsicht |
| Zugang | Web und App |
Das Angebot
Handelbar sind Aktien, ETFs, Anleihen und Optionen an amerikanischen und europäischen Börsen. Der Zugang ist breiter als bei den meisten App-Brokern.
Die beworbene Besonderheit ist die Teilnahme an Börsengängen zum Ausgabepreis. In Europa ist das für Privatanleger ungewöhnlich – üblicherweise bleibt die Zeichnung institutionellen Investoren vorbehalten.
Dazu kommen verzinste Guthabenkonten und strukturierte Produkte.
Kostenstruktur
Der Anbieter arbeitet mit Tarifmodellen: teils ohne Grundgebühr bei höheren Ordergebühren, teils mit monatlicher Pauschale und günstigeren Orders.
Hinzu kommen Aufschläge beim Währungsumtausch. Welches Modell günstiger ist, hängt vollständig vom eigenen Handelsverhalten ab.
Konditionen im Überblick
| Position | Kosten |
|---|---|
| Depotführung | je nach Tarif 0 € oder monatliche Pauschale |
| Order | je nach Tarif, teils Grundgebühr plus Anteil je Aktie |
| Währungsumrechnung | Aufschlag beim Umtausch |
| Zugang zu Börsengängen | an Mindestvolumina und Haltefristen geknüpft |
| Steuerabführung | keine automatische Abführung der Abgeltungsteuer |
Stand September 2026. Maßgeblich sind die Angaben des Anbieters; Konditionen können sich ändern.
Was die Zahlen bedeuten
Börsengänge sind kein sicheres Geschäft. Ein erheblicher Teil notiert nach einigen Monaten unter dem Ausgabepreis, und die Zuteilung erfolgt oft nur anteilig.
Die Tarifstruktur unterscheidet sich stark je nach Modell – ein Vergleich lohnt nur anhand des eigenen erwarteten Handelsverhaltens.
Verwahrung und Absicherung
Die europäische Einheit untersteht der zyprischen Aufsicht. Die Anlegerentschädigung richtet sich nach dortigem Recht und unterscheidet sich im Verfahren von der deutschen Regelung.
Die Muttergesellschaft ist an der Nasdaq notiert, Geschäftszahlen sind damit öffentlich. Das Unternehmen hat allerdings Wurzeln in Kasachstan und Russland, woraus sich in der Vergangenheit aufsichtsrechtliche Fragen ergaben – ein Punkt, den man vor einer Kontoeröffnung selbst prüfen sollte.
Wie Einlagensicherung und Depotschutz zusammenhängen, steht im Beitrag Broker in Deutschland.
Für wen es passt
Mit Vorbehalt zu betrachten. Die Zeichnung von Börsengängen klingt attraktiver, als sie ist: Ein erheblicher Teil der Neuemissionen notiert nach einigen Monaten unter dem Ausgabepreis, und die Zuteilung erfolgt meist nur anteilig. Zudem gelten Haltefristen, in denen nicht verkauft werden kann.
Steuerlich gilt: Die Abgeltungsteuer wird nicht abgeführt, die Erklärung liegt beim Anleger.
Fazit
Freedom24 bietet einen Zugang, den es sonst kaum gibt – verbunden mit einer Struktur, die mehr Prüfung verlangt als bei deutschen Anbietern.
Aus Sicht der Marktteilnehmer ist der Börsengangzugang kein Selbstläufer. Wer ihn nutzen will, sollte wissen, dass die attraktivsten Emissionen typischerweise überzeichnet sind – und die verfügbaren oft aus gutem Grund verfügbar.
Weitere Anbieter im Überblick: Broker in Deutschland. Grundlagen unter Finanzwissen, etwa zum Depot eröffnen.
Stand September 2026. Angaben ohne Gewähr. Dieser Beitrag dient der Information, stellt keine Empfehlung dar und beruht nicht auf einer Geschäftsbeziehung zum genannten Anbieter.