Die Eurex ist eine der größten Terminbörsen der Welt. Gehandelt werden dort keine Aktien, sondern Verträge über die Zukunft – Futures und Optionen auf Indizes, Zinsen und Einzelwerte.
Was die Eurex ist
| Voller Name | Eurex Frankfurt AG |
| Gegründet | 1998 |
| Sitz | Frankfurt am Main |
| Eigentümer | Deutsche Börse Gruppe |
| Gehandelt werden | Futures und Optionen |
Die Eurex gehört zur Deutschen Börse und ist dort ein wesentlicher Ertragsbringer. Entstanden ist sie 1998 aus dem Zusammenschluss der deutschen und der schweizerischen Terminbörse.
Futures und Optionen – der Unterschied
Beides sind Termingeschäfte: Vereinbarungen über ein Geschäft, das erst später stattfindet. Der Unterschied liegt in der Verpflichtung.
| Future | Option | |
|---|---|---|
| Käufer | muss erfüllen | darf, muss aber nicht |
| Verkäufer | muss erfüllen | muss erfüllen, wenn der Käufer will |
| Kosten beim Kauf | nur Sicherheitsleistung | Optionsprämie |
| Maximalverlust Käufer | theoretisch unbegrenzt | die gezahlte Prämie |
Der bekannteste Kontrakt ist der DAX-Future. Er bildet den DAX 40 ab und wird häufig zur Absicherung eingesetzt – wer Aktien hält und einen Rückgang befürchtet, kann damit gegensteuern, ohne die Aktien zu verkaufen.
Wer dort handelt
Die Eurex ist ein Markt für professionelle Teilnehmer: Banken, Versicherer, Fondsgesellschaften und Handelshäuser. Privatanleger brauchen einen Broker mit Terminmarktzugang und müssen ihre Kenntnisse nachweisen.
Ein erheblicher Teil des Handels dient der Absicherung, nicht der Spekulation. Ein Versicherer mit Milliardenbeständen an Anleihen sichert damit Zinsrisiken ab – genau dafür wurden Terminmärkte erfunden.
Das Clearing – der eigentliche Kern
Bei Termingeschäften liegen zwischen Abschluss und Erfüllung Monate. In dieser Zeit könnte ein Vertragspartner ausfallen. Die Eurex schaltet deshalb eine zentrale Gegenpartei dazwischen: Sie tritt rechtlich zwischen Käufer und Verkäufer.
Beide Seiten hinterlegen Sicherheiten, die täglich angepasst werden. Fällt ein Teilnehmer aus, springt das Clearinghaus ein. Dieses Verfahren hat sich in der Finanzkrise bewährt und ist heute für weite Teile des Derivatehandels gesetzlich vorgeschrieben.
Warum das auch Privatanleger betrifft
Auch wer nie einen Future handelt, ist indirekt betroffen. Die Kurse am Terminmarkt beeinflussen den Kassamarkt: Der DAX-Future wird bereits vor Börsenbeginn gehandelt und gilt als Indikator dafür, wie der Handelstag beginnt.
Zudem sichern Fondsgesellschaften über die Eurex ihre Bestände ab – auch die, in denen das Geld von ETF-Sparplänen liegt.
Der große Verfallstag, an dem mehrere Kontraktarten gleichzeitig auslaufen, sorgt viermal jährlich für erhöhte Schwankungen – siehe auch den Beitrag zum VIX.
Fazit
Die Eurex ist Infrastruktur, die im Hintergrund arbeitet: Sie ermöglicht Absicherung und sorgt über das Clearing dafür, dass Termingeschäfte auch dann erfüllt werden, wenn ein Partner ausfällt.
Aus Sicht der Marktteilnehmer ist der Terminmarkt für die meisten Privatanleger kein Ort zum Handeln, aber einer zum Hinschauen. Der DAX-Future am Morgen sagt mehr über den bevorstehenden Handelstag aus als jede Prognose.
Weitere Grundlagen finden Sie unter Finanzwissen, etwa zur Börse Stuttgart und zu Tradegate.
Angaben ohne Gewähr. Termingeschäfte sind mit erheblichen Risiken verbunden, die über den Einsatz hinausgehen können. Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar.