Interactive Brokers ist einer der größten Broker der Welt und richtet sich an Anleger mit professionellem Anspruch. Der Marktzugang ist außergewöhnlich breit – die Bedienung entsprechend anspruchsvoll.
Unternehmensprofil
| Unternehmen | Interactive Brokers Group |
| Sitz | Greenwich, USA; europäische Einheit in Irland |
| Gegründet | 1978 |
| Art | Broker mit Banklizenz in mehreren Ländern |
| Aufsicht | irische Zentralbank für EU-Kunden |
| Börsennotiert | ja, an der Nasdaq |
Das Angebot
Handelbar sind Aktien, Anleihen, ETFs, Fonds, Optionen, Futures, Währungen und Rohstoffe an über hundert Handelsplätzen in mehr als dreißig Ländern.
Diese Breite gibt es bei keinem deutschen Anbieter. Wer Werte an kleineren ausländischen Börsen handeln oder Termingeschäfte über die Eurex hinaus abschließen will, findet hier den Zugang.
Eine Besonderheit sind Fremdwährungskonten: Guthaben lässt sich in mehreren Währungen halten, was bei Auslandsanlagen den Umtausch bei jeder Order erspart – siehe Devisen.
Kostenstruktur
Die Gebühren gehören zu den niedrigsten im Markt, besonders bei US-Aktien und Optionen. Abgerechnet wird nach Volumen, mit gestaffelten Modellen.
Für Anleger mit kleinen Depots können Mindestbeträge und Gebühren für Kursdaten ins Gewicht fallen. Das Modell lohnt sich vor allem bei größeren Beträgen und häufigem Handel.
Konditionen im Überblick
| Position | Kosten |
|---|---|
| Depotführung | 0 € |
| Zwei Preismodelle | Festpreis oder gestaffelt nach Volumen |
| Xetra, Festpreis | ab 3,00 € je Order oder 0,05 % des Volumens |
| US-Aktien, gestaffelt | 0,0035 US-Dollar je Anteil, mindestens 0,35 US-Dollar |
| Obergrenze US-Aktien | 1 % des Handelswerts |
| US-Optionen | unter 0,65 US-Dollar je Kontrakt möglich |
| Inaktivitätsgebühr | keine |
| Dividendengutschrift | kostenfrei |
| Teilaktien | handelbar, US-Aktien ab 1 US-Dollar |
| Fremdwährungsumtausch | sehr geringer Aufschlag auf den Interbankenkurs |
| Kursdaten | teils kostenpflichtig je Börse |
| Steuerabführung | keine automatische Abführung der Abgeltungsteuer |
Stand September 2026. Maßgeblich sind die Angaben des Anbieters; Konditionen können sich ändern.
Was die Zahlen bedeuten
Das Preismodell ist gestaffelt und unterscheidet zwischen festen und volumenabhängigen Sätzen. Für die meisten Privatanleger ist es das günstigste Angebot bei Auslandsorders.
Ein Rechenbeispiel: Der Kauf von 100 Apple-Aktien kostet im gestaffelten Modell 0,35 US-Dollar – die Mindestgebühr, weil 100 × 0,0035 nur 0,35 ergibt. Bei einem deutschen Anbieter mit 14,90 Euro Auslandspauschale wäre es das Vierzigfache.
Der Fremdwährungsumtausch ist der eigentliche Vorteil. Wer US-Aktien kauft, zahlt bei deutschen Anbietern oft ein halbes Prozent Aufschlag auf den Wechselkurs – hier liegt er bei einem Bruchteil davon.
Kosten für Kursdaten fallen je Börse an und können bei kleinen Depots ins Gewicht fallen. Sie entfallen teilweise ab einem bestimmten Handelsvolumen.
Der Aufwand liegt bei der Steuer. Alle Erträge müssen selbst erklärt werden, ein Freistellungsauftrag greift nicht. Das kostet Zeit oder Steuerberatungshonorar – beides sollte in den Vergleich einfließen.
Verwahrung und Absicherung
EU-Kunden werden über die irische Einheit betreut, die der dortigen Zentralbank untersteht. Die Einlagensicherung richtet sich nach irischem Recht und liegt ebenfalls bei 100.000 Euro.
Wertpapiere sind getrennt vom Vermögen des Brokers verwahrt. Die Muttergesellschaft ist börsennotiert, Geschäftszahlen und Eigenkapital sind öffentlich einsehbar.
Wie Einlagensicherung und Depotschutz zusammenhängen, steht im Beitrag Broker in Deutschland.
Für wen es passt
Geeignet für erfahrene Anleger mit internationalem Bedarf, größeren Depots oder Interesse am Terminmarkt.
Für Einsteiger mit einem ETF-Sparplan ist der Anbieter überdimensioniert – dafür genügen deutsche Anbieter wie Trade Republic oder comdirect.
Steuerlich wichtig: Die Abgeltungsteuer wird nicht automatisch abgeführt. Gewinne müssen selbst erklärt werden, ein Freistellungsauftrag greift nicht.
Fazit
Interactive Brokers bietet den breitesten Marktzugang, den Privatanleger in Europa bekommen können – zu sehr niedrigen Gebühren.
Aus Sicht der Marktteilnehmer ist der Preis dafür der Aufwand: komplexe Oberfläche, englischsprachige Unterlagen und die Steuererklärung in Eigenregie. Wer das nicht braucht, fährt mit einem deutschen Anbieter einfacher.
Weitere Anbieter im Überblick: Broker in Deutschland. Grundlagen unter Finanzwissen, etwa zum Depot eröffnen.
Stand September 2026. Angaben ohne Gewähr. Dieser Beitrag dient der Information, stellt keine Empfehlung dar und beruht nicht auf einer Geschäftsbeziehung zum genannten Anbieter.