Trade Republic hat den deutschen Brokermarkt verändert: Wertpapierhandel für einen Euro, ausschließlich per App, ohne Mindestanlage. Inzwischen ist das Unternehmen eine Vollbank mit Millionen Kunden.
Unternehmensprofil
| Unternehmen | Trade Republic Bank GmbH |
| Sitz | Berlin |
| Gegründet | 2015, Marktstart 2019 |
| Rechtsform | Vollbank mit eigener Lizenz seit 2023 |
| Aufsicht | BaFin und Europäische Zentralbank |
| Zugang | App und Webanwendung |
| Börsennotiert | nein |
Die eigene Banklizenz ist ein wesentlicher Unterschied zu anderen Neobrokern: Trade Republic verwahrt selbst und ist nicht auf eine Partnerbank wie die Baader Bank angewiesen.
Das Geschäftsmodell
Eine Order kostet einen Euro Fremdkostenpauschale. Diese Summe deckt die eigentlichen Kosten nicht – verdient wird an anderer Stelle.
Rückvergütungen vom Handelsplatz. Trade Republic leitet Orders überwiegend an einen einzigen Platz weiter und erhält dafür eine Beteiligung. Dieses Modell heißt Payment for Order Flow und wird in der EU schrittweise eingeschränkt.
Zinserträge. Guthaben auf den Verrechnungskonten wird angelegt. Bei Millionen Kunden ergibt das erhebliche Summen – ein Grund, warum das Geschäft mit steigenden Zinsen deutlich attraktiver wurde.
Weitere Produkte. Inzwischen kommen Kreditkarte, Girokonto-Funktionen und Sparpläne hinzu.
Was das für Anleger bedeutet
Ein Handelsplatz statt Auswahl. Wer nur an einem Platz handeln kann, vergleicht keine Kurse. Die Ersparnis bei der Ordergebühr kann durch eine breitere Geld-Brief-Spanne aufgezehrt werden – besonders außerhalb der Xetra-Zeiten. Zum Zusammenhang siehe Tradegate.
Einlagensicherung. Guthaben ist bis 100.000 Euro geschützt. Wertpapiere im Depot gehören ohnehin dem Anleger und fallen nicht in die Insolvenzmasse – siehe Wertpapierdepot.
Steuern. Als deutsche Bank führt Trade Republic die Abgeltungsteuer automatisch ab und berücksichtigt den Freistellungsauftrag.
Konditionen im Überblick
| Position | Kosten |
|---|---|
| Depotführung | 0 € |
| Order | 1 € Fremdkostenpauschale |
| Handelsplatz | LS Exchange, teils weitere |
| Sparplanausführung | 0 € |
| Mindestsparrate | 1 € |
| Sparplanangebot | über 3.000 ETFs |
| Verzinsung Guthaben | variabel, an den EZB-Satz gekoppelt |
| Zusätzlich | marktübliche Spannen und Produktkosten |
Stand September 2026. Maßgeblich ist das Preis- und Leistungsverzeichnis des Anbieters.
Was die Zahlen bedeuten
Bei großen Orders ist das konkurrenzlos günstig. 50.000 Euro kosten 1 Euro – bei der ING wären es 69,90 Euro, bei flatex 5,90 Euro. Allerdings gibt es nur einen Handelsplatz, die Spanne lässt sich also nicht vergleichen.
Für Sparplan-Anleger ist die Kombination aus kostenfreier Ausführung und 1 Euro Mindestrate rechnerisch schwer zu schlagen.
Häufige Kritikpunkte
Wiederkehrend berichtet werden Erreichbarkeitsprobleme der App an Tagen mit starken Kursbewegungen sowie ein Support, der überwiegend schriftlich läuft. Ersteres betrifft in Stressphasen allerdings viele Anbieter.
Kritisiert wird auch, dass die App durch ihre Gestaltung zu häufigem Handeln verleite. Wer langfristig anlegt, sollte sich davon nicht beeinflussen lassen – dazu mehr im Beitrag zur Diversifikation.
Für wen es passt
Für Sparplan-Anleger mit kleinen monatlichen Beträgen ist das Modell rechnerisch attraktiv, weil feste Mindestgebühren entfallen – siehe ETF-Sparplan.
Wer dagegen Anleihen, exotische Werte oder verschiedene Handelsplätze braucht, stößt an Grenzen. Dafür sind Direktbanken besser ausgestattet – siehe Broker in Deutschland.
Fazit
Trade Republic hat den Einstieg in den Wertpapierhandel erheblich verbilligt und damit vielen den Zugang eröffnet, für die klassische Depots zu teuer waren.
Aus Sicht der Marktteilnehmer lohnt der Blick darauf, wo der Anbieter verdient, wenn die Order nur einen Euro kostet. Die Antwort liegt im Handelsplatz und in den Zinserträgen – beides ist legitim, sollte aber bekannt sein.
Weitere Grundlagen finden Sie unter Finanzwissen, etwa zum Depot eröffnen.
Stand September 2026. Angaben ohne Gewähr. Dieser Beitrag dient der Information, stellt keine Empfehlung dar und beruht nicht auf einer Geschäftsbeziehung zum genannten Anbieter.