Die Baader Bank kennen die meisten Anleger nicht – obwohl viele über sie handeln. Das Institut aus Unterschleißheim wickelt die Geschäfte mehrerer bekannter Neobroker ab und ist einer der größten Marktmacher Deutschlands.
Unternehmensprofil
| Unternehmen | Baader Bank AG |
| WKN | 508810 |
| ISIN | DE0005088108 |
| Tickersymbol | BWB |
| Börse | Xetra, Frankfurt |
| Branche | Wertpapierhandel, Abwicklung |
| Sitz | Unterschleißheim bei München |
| Gegründet | 1983 |
Was die Bank macht
Das Geschäft besteht aus zwei Teilen, die beide im Hintergrund ablaufen.
Market Making. Die Bank stellt an Börsen laufend Kauf- und Verkaufskurse für zehntausende Wertpapiere. Verdient wird an der Geld-Brief-Spanne – derselbe Mechanismus, der auch bei Tradegate greift.
Abwicklung für Broker. Mehrere Neobroker haben keine eigene Banklizenz für die Wertpapierverwahrung. Die Baader Bank übernimmt für sie Depotführung, Verrechnungskonten und die technische Abwicklung.
Das erklärt, warum Kunden mancher Broker Kontoauszüge oder Steuerunterlagen von einem Institut erhalten, bei dem sie nie bewusst ein Konto eröffnet haben.
Was das für Anleger bedeutet
Wer über einen solchen Broker handelt, hat rechtlich zwei Partner: den Broker als Vermittler und die abwickelnde Bank als Verwahrstelle. Die Wertpapiere liegen bei der Bank.
Das ist für die Sicherheit eher vorteilhaft: Depotwerte gehören rechtlich dem Anleger und fallen bei einer Insolvenz nicht in die Masse – siehe Wertpapierdepot. Guthaben auf dem Verrechnungskonto unterliegt der Einlagensicherung, wie im Beitrag zur BaFin beschrieben.
Praktisch relevant wird es beim Wechsel: Wer den Broker wechselt, überträgt das Depot, nicht das Konto bei der abwickelnden Bank.
Die Aktie
Die Baader Bank ist selbst börsennotiert, allerdings als kleiner Nebenwert außerhalb der großen Indizes. Die Gründerfamilie hält einen erheblichen Anteil.
Das Geschäft ist ausgeprägt zyklisch: In volatilen Marktphasen wird viel gehandelt, entsprechend steigen die Erträge aus Market Making und Abwicklung. In ruhigen Zeiten fällt das Volumen – ein Muster, das die Aktie schwankungsanfällig macht.
Die Bank profitiert damit von genau den Phasen, die Anlegern Sorgen bereiten – ähnlich wie die Deutsche Börse, deren Geschäftsmodell derselben Logik folgt.
Fazit
Die Baader Bank ist ein Dienstleister im Maschinenraum des Wertpapierhandels: kaum sichtbar, aber an einem erheblichen Teil der Privatanleger-Orders in Deutschland beteiligt.
Aus Sicht der Marktteilnehmer lohnt ein Blick in die Unterlagen des eigenen Brokers: Dort steht, welches Institut tatsächlich verwahrt. Diese Information wird meist erst dann interessant, wenn etwas schiefgeht – und dann ist es gut, sie vorher gekannt zu haben.
Weitere Grundlagen finden Sie unter Finanzwissen, etwa zum Depot eröffnen und zum Depot-Vergleich.
Angaben ohne Gewähr. Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar.