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Aktien kaufen: Der Ablauf, die Ordertypen und die typischen Fehler

von user

Der erste Aktienkauf wirkt komplizierter, als er ist. Die eigentliche Order dauert keine zwei Minuten – die Entscheidungen davor und die Wahl des richtigen Ordertyps sind das, was über Erfolg und Ärger entscheidet.

Was Sie brauchen: ein Depot

Aktien werden in einem Wertpapierdepot verwahrt. Dazu gehört ein Verrechnungskonto, über das Käufe und Verkäufe abgewickelt werden. Die Eröffnung erfolgt online, die Identitätsprüfung per Video oder Postident.

Bei der Auswahl zählen vier Punkte: die Ordergebühr pro Kauf, die Kosten der Depotführung, die verfügbaren Handelsplätze und – falls Sie regelmäßig investieren wollen – die Sparplankonditionen. Die Unterschiede sind erheblich und wirken sich direkt auf die Nettorendite aus.

Der Ablauf einer Order

Im Depot suchen Sie die Aktie über die WKN oder ISIN – die eindeutige Kennnummer. Der Name allein reicht nicht: Viele Unternehmen sind an mehreren Börsen notiert, teilweise mit unterschiedlichen Aktiengattungen.

Dann legen Sie fest: Stückzahl, Handelsplatz, Ordertyp und Gültigkeitsdauer. Vor der Bestätigung zeigt der Broker die voraussichtlichen Kosten. Nach der Ausführung erhalten Sie eine Abrechnung, die Aktien erscheinen im Depot.

Ordertypen: der wichtigste Punkt

OrdertypFunktionsweiseWann sinnvoll
MarketKauf zum nächsten verfügbaren Kurssehr liquide Werte, schnelle Ausführung
LimitKauf nur bis zu einem festgelegten HöchstkursStandardfall, schützt vor Überraschungen
Stop-BuyKauf erst, wenn ein Kurs überschritten wirdfür Trader, selten für Langfristanleger

Die Empfehlung lautet fast immer: Limit-Order. Bei einer Market-Order kaufen Sie zu jedem Preis – auch zu einem deutlich schlechteren, wenn gerade wenig gehandelt wird. Besonders außerhalb der Haupthandelszeiten oder bei kleineren Werten aus dem SDAX kann die Spanne zwischen An- und Verkaufskurs spürbar sein.

Mit einem Limit legen Sie fest, was Sie höchstens zahlen. Wird es nicht erreicht, wird nicht ausgeführt – das ist der Preis für die Sicherheit.

Wo Sie kaufen: der Handelsplatz

Deutsche Aktien laufen überwiegend über Xetra, das elektronische System der Deutschen Börse mit den höchsten Umsätzen und den engsten Spannen. Daneben gibt es Regionalbörsen und außerbörsliche Handelsplätze mit teils längeren Handelszeiten.

Als Faustregel gilt: Je höher der Umsatz an einem Handelsplatz, desto besser der Kurs. Ein niedrigerer Ordergebührensatz nützt wenig, wenn die Geld-Brief-Spanne die Ersparnis auffrisst.

US-Aktien wie die Werte aus dem Dow Jones lassen sich über deutsche Handelsplätze kaufen. Beachten Sie die Handelszeiten: Die US-Börsen öffnen erst am Nachmittag deutscher Zeit, und die Kurse hierzulande sind vorher weniger aussagekräftig.

Vier Fehler, die häufig passieren

  • Zu kleine Orders. Bei einer Mindestgebühr von zehn Euro kostet ein Kauf über 200 Euro bereits fünf Prozent. Entweder größere Beträge oder ein Sparplan mit günstigeren Konditionen.
  • Market-Order zur Unzeit. Vor Börsenbeginn oder spätabends sind die Spannen am größten.
  • Alles auf eine Aktie. Ein einzelner Wert kann die Hälfte verlieren, ohne dass etwas Ungewöhnliches passiert. Wer mit Einzelaktien beginnt, sollte einen breit gestreuten Kern haben – etwa einen ETF auf den MSCI World.
  • Freistellungsauftrag vergessen. Ohne ihn führt die Bank Steuern ab, auch wenn der Sparer-Pauschbetrag noch nicht ausgeschöpft ist.

Was nach dem Kauf kommt

Als Aktionär erhalten Sie Einladungen zur Hauptversammlung und – sofern gezahlt – die Dividende, automatisch aufs Verrechnungskonto. Kursgewinne unterliegen erst beim Verkauf der Abgeltungsteuer, Dividenden dagegen sofort.

Ein Depotauszug zeigt laufend den Wert. Täglich hineinzuschauen ist bei langfristiger Anlage eher schädlich als nützlich – es erhöht nur die Versuchung, auf Schwankungen zu reagieren.

Fazit

Der Kaufvorgang selbst ist unkompliziert. Wer eine Limit-Order nutzt, an einem umsatzstarken Handelsplatz kauft und die Ordergröße im Verhältnis zur Gebühr sinnvoll wählt, macht handwerklich nichts falsch.

Aus Sicht der Marktteilnehmer liegt die eigentliche Herausforderung woanders: in der Auswahl und darin, die Position auch in schwachen Phasen zu halten. Die Order ist Technik – die Strategie entscheidet.

Weitere Beiträge zu Aktienindizes, Grundlagen und Steuern finden Sie in unserer Übersicht Finanzwissen.

Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wertpapiergeschäfte sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden.

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