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Inflation: Wie sie Vermögen entwertet und was dagegen hilft

von user

Inflation ist der stillste Vermögensverlust, den es gibt. Auf dem Kontoauszug steht dieselbe Zahl wie im Vorjahr – nur kaufen kann man dafür weniger. Wer das ignoriert, verliert Geld, ohne es zu bemerken.

Was Inflation ist und wie sie gemessen wird

Inflation bezeichnet den anhaltenden Anstieg des allgemeinen Preisniveaus. Gemessen wird sie über den Verbraucherpreisindex: Statistiker erfassen die Preise eines festgelegten Warenkorbs und vergleichen sie mit dem Vorjahr.

Dieser Warenkorb bildet den Durchschnittshaushalt ab – Miete, Lebensmittel, Energie, Verkehr, Freizeit. Die individuelle Teuerung kann davon deutlich abweichen: Wer zur Miete wohnt und viel pendelt, erlebt eine andere Inflation als ein Eigentümer ohne Auto.

Die Europäische Zentralbank strebt mittelfristig zwei Prozent an. Nicht null – ein leichter Preisanstieg gilt als Schmiermittel der Wirtschaft, weil fallende Preise Konsum und Investitionen lähmen würden.

Was zwei Prozent über Jahrzehnte anrichten

ZeitraumKaufkraft von 10.000 Euro bei 2 %bei 4 %
nach 10 Jahrenrund 8.200 Eurorund 6.800 Euro
nach 20 Jahrenrund 6.700 Eurorund 4.600 Euro
nach 30 Jahrenrund 5.500 Eurorund 3.100 Euro

Das ist derselbe Mechanismus wie beim Zinseszins, nur mit umgekehrtem Vorzeichen. Er wirkt exponentiell und unauffällig – bis der Rückblick über zwanzig Jahre zeigt, was verloren ging.

Nominal und real

Die nominale Rendite ist, was auf dem Papier steht. Die reale Rendite zieht die Inflation ab – und nur sie sagt etwas über den tatsächlichen Vermögenszuwachs.

Drei Prozent Zinsen bei vier Prozent Inflation bedeuten real minus ein Prozent. Das Konto wächst, die Kaufkraft schrumpft. Diese Konstellation heißt negative Realzinsen und war über Jahre die Normalität in Europa.

Besonders bitter: Besteuert wird der nominale Ertrag. Bei drei Prozent Zinsen zahlen Sie Abgeltungsteuer auf den vollen Betrag, obwohl real nichts hinzugekommen ist.

Was hilft und was nicht

Sachwerte bieten langfristig den besten Schutz. Unternehmen können Preissteigerungen weitergeben, Umsätze und Gewinne wachsen mit – deshalb haben Aktien über lange Zeiträume die Inflation geschlagen. Kurzfristig gilt das nicht: In Phasen stark steigender Inflation fallen Aktienkurse oft zuerst.

Klassische Anleihen leiden. Ihr fester Kupon verliert an Wert, und die zur Inflationsbekämpfung steigenden Zinsen drücken zusätzlich die Kurse. Es gibt inflationsindexierte Staatsanleihen, deren Rückzahlung an die Teuerung gekoppelt ist.

Tagesgeld verliert real fast immer – als Notgroschen trotzdem unverzichtbar, weil Verfügbarkeit hier wichtiger ist als Rendite.

Gold gilt als Inflationsschutz, die historischen Daten sind aber gemischt. Es wirft keine Erträge ab und schwankt erheblich.

Fazit

Inflation ist kein Ausnahmezustand, sondern der Normalfall – und der Grund, warum Sparen allein keinen Vermögensaufbau ergibt.

Aus Sicht der Marktteilnehmer folgt daraus eine unbequeme Einsicht: Wer sein Geld auf dem Konto lässt, geht kein Risiko ein, sondern trägt ein sicheres. Ein breit gestreutes Portfolio schwankt zwar – aber es hat überhaupt eine Chance, die Kaufkraft zu erhalten.

Weitere Beiträge zu Aktienindizes, Grundlagen und Steuern finden Sie in unserer Übersicht Finanzwissen.

Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wertpapiergeschäfte sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden.

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