Stada, bekannt für Grippostad und viele Nachahmermedikamente, sollte an die Frankfurter Börse zurückkehren. Zweimal wurde der Börsengang 2025 angekündigt, zweimal kam er nicht zustande. Am Ende kaufte ein Finanzinvestor die Mehrheit. Warum das für Anleger ein bekanntes Muster ist.
Das Wichtigste in Kürze
| Unternehmen | Stada Arzneimittel AG |
| Sitz | Bad Vilbel bei Frankfurt |
| Bekannte Produkte | Grippostad, Silomat, Generika |
| Mitarbeiter | rund 11.600 |
| Umsatz | über 4 Mrd. Euro jährlich |
| Schulden | rund 5,7 Mrd. Euro |
| Börsengang | im September 2025 endgültig abgesagt |
| Neuer Mehrheitseigentümer | CapVest Partners, rund 70 Prozent |
Die Vorgeschichte
Stada war bis 2017 an der Börse. Dann kauften die Finanzinvestoren Bain Capital und Cinven das Unternehmen für 5,3 Milliarden Euro und nahmen es vom Kurszettel. In den folgenden Jahren wuchs Stada durch mehr als 25 Übernahmen stark – der Umsatz stieg auf über vier Milliarden Euro, die Schulden aber auch, auf rund 5,7 Milliarden.
Finanzinvestoren wollen ihre Beteiligungen nach einigen Jahren mit Gewinn verkaufen. Dafür gibt es zwei Wege: einen Börsengang oder den Verkauf an einen anderen Investor. Bei Stada wurde beides parallel verfolgt.
Zwei Anläufe, keine Aktie
| Zeitpunkt | Was geschah |
|---|---|
| März 2025 | Börsengang wegen Marktschwankungen verschoben |
| August 2025 | neuer Anlauf für den Herbst angekündigt |
| 1. September 2025 | Verkauf der Mehrheit an CapVest, Börsengang abgesagt |
Für den Börsengang stand ein Unternehmenswert von rund zehn Milliarden Euro im Raum, einschließlich der Schulden. Geplant war eine Kapitalerhöhung von rund 1,5 Milliarden Euro, vor allem um Schulden abzubauen.
Insidern zufolge brachte gerade die Vorbereitung des Börsengangs Bewegung in die Verkaufsgespräche mit CapVest. Die Londoner Investmentgesellschaft übernahm rund 70 Prozent, Bain und Cinven blieben mit einer Minderheit beteiligt.
Ein bekanntes Muster: der „Dual Track“
Was bei Stada passierte, nennen Finanzleute „Dual Track“: Ein Eigentümer bereitet einen Börsengang vor und verhandelt gleichzeitig mit Käufern. Der Börsengang dient dabei oft als Druckmittel, um einen höheren Preis zu erzielen.
Für Privatanleger heißt das: Ein angekündigter Börsengang ist kein Versprechen. Wer sich auf eine Zeichnung vorbereitet, kann am Ende leer ausgehen, weil das Unternehmen gar nicht an die Börse kommt. Ähnlich erging es Anlegern bei Brainlab und KNDS.
Kann man in Stada investieren?
Nein. Stada ist nicht börsennotiert und wird es vorerst auch nicht. Wer in Pharmaunternehmen investieren möchte, findet börsennotierte Werte etwa im Portrait von Bayer oder Merck.
Fazit
Die Geschichte von Stada zeigt, wie Finanzinvestoren Börsengänge als Werkzeug nutzen. Nicht jeder angekündigte Börsengang soll wirklich stattfinden – manchmal dient er vor allem dazu, einen Käufer zu finden.
Aus Sicht der Marktteilnehmer lohnt bei Börsengängen von Unternehmen im Besitz von Finanzinvestoren besondere Vorsicht: Die Verkäufer kennen das Unternehmen genau und wählen den Zeitpunkt, der für sie am günstigsten ist. Mehr dazu im Beitrag zum Börsengang.
Weitere Börsengänge im Überblick
Grundlagen: Börsengang: Wie ein IPO abläuft · Die größten Börsengänge der letzten 30 Jahre
Bereits an der Börse: SpaceX · CSG · TKMS · Klarna · Asta Energy · Gabler
Geplant, verschoben oder abgesagt: KNDS · OpenAI · Anthropic · Brainlab · Stada
Noch nicht an der Börse: Helsing · Quantum Systems · Stark Defence · Neura Robotics
Stand: 21. September 2026. Angaben nach Unternehmensmitteilungen und Medienberichten, ohne Gewähr. Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Aktien und Beteiligungen sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden.