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Quantum-Systems-Börsengang: Wann der Drohnenbauer an die Börse gehen könnte

von user

Quantum Systems aus Gilching bei München gehört zu den wertvollsten Start-ups Deutschlands. Die Drohnen des Unternehmens sind im Ukraine-Krieg im Einsatz, die Bewertung hat sich binnen eines Jahres vervielfacht. Ein Börsengang wird seit Monaten erwartet – entschieden ist er aber nicht.

Das Wichtigste in Kürze

UnternehmenQuantum Systems GmbH
SitzGilching bei München
Gegründet2015
Co-Chef und MitgründerFlorian Seibel
Umsatz 2025rund 300 Mio. Euro, nach eigenen Angaben profitabel
Letzte Bewertungrund 8 Mrd. US-Dollar, Juli 2026
Börsenganggeprüft, nicht entschieden
Aktien derzeit kaufbarnein

Was Quantum Systems macht

Das Unternehmen baut Drohnen für Aufklärung und Überwachung, die mit Hilfe künstlicher Intelligenz gesteuert werden – für militärische und zivile Kunden. Die Drohnen sind seit 2022 in der Ukraine im Einsatz, wo Quantum Systems inzwischen auch selbst produziert. Weitere Standorte gibt es in Deutschland, Australien und den USA.

In der Entwicklung sind Land-, Über- und Unterwasserdrohnen sowie ein System zur Abwehr feindlicher Drohnen. Ein Schwerpunkt ist die Steuerungssoftware „Mosaic“, mit der unbemannte Systeme zusammenarbeiten sollen.

Die rasante Bewertung

ZeitpunktFinanzierungBewertung
November 2025180 Mio. Eurogut 3 Mrd. Euro
Juli 20261,2 Mrd. US-Dollarrund 8 Mrd. US-Dollar

Die Finanzierungsrunde vom Juli 2026 war mehr Geld, als Quantum Systems in den elf Jahren zuvor insgesamt eingesammelt hatte. Angeführt wurde sie unter anderem vom Finanzinvestor Blackstone und vom Flugzeugbauer Airbus. Seit der Gründung hat das Unternehmen nach eigenen Angaben rund zwei Milliarden Dollar eingeworben.

Mitgründer Seibel, ein früherer Bundeswehroffizier und Hubschrauberpilot, hat große Ziele: Quantum Systems solle eines Tages ein europäisches 100-Milliarden-Dollar-Unternehmen werden.

Kommt der Börsengang?

Das Manager Magazin berichtete, ein Börsengang sei Anfang 2027 denkbar, eine Marktkapitalisierung von zehn Milliarden Euro realistisch. Seibel selbst hält sich bedeckt: Der Aufsichtsrat habe den Auftrag erteilt, die Börsenreife zu prüfen. Entschieden sei nichts – denkbar seien eine weitere Finanzierungsrunde, ein Börsengang oder profitables Wachstum ohne beides.

Hinzu kommt ein Bericht der Financial Times, wonach Quantum Systems eine Fusion mit dem Berliner Drohnenhersteller Stark prüft. Ein solcher Zusammenschluss würde die Frage nach dem Börsengang neu stellen.

Kann man schon jetzt investieren?

Direkt nicht. Indirekt beteiligt sind aber zwei börsennotierte Unternehmen: die Beteiligungsgesellschaft Porsche SE und der Flugzeugbauer Airbus. Für beide ist Quantum Systems allerdings nur ein kleiner Baustein – wer ihre Aktien kauft, investiert vor allem in Autos beziehungsweise Flugzeuge.

Chancen und Risiken

ChancenRisiken
nach eigenen Angaben profitabel, anders als viele Start-upsBewertung hat sich binnen eines Jahres mehr als verdoppelt
Einsatzerfahrung aus der Ukrainestarke Abhängigkeit von Militärbudgets
zivile Anwendungen als zweites Standbeinharter Wettbewerb unter Drohnenherstellern
prominente InvestorenWarnungen vor einer Blase im Drohnensektor

Fazit

Quantum Systems ist einer der aussichtsreichsten Kandidaten für einen großen deutschen Börsengang. Anders als viele Technologie-Start-ups verdient das Unternehmen nach eigenen Angaben bereits Geld.

Aus Sicht der Marktteilnehmer ist aber Vorsicht angebracht: Wer bei einem Börsengang einsteigt, zahlt einen Preis, der die bereits sehr hohe letzte Bewertung noch übertreffen dürfte. Vergleichen lohnt sich mit Helsing, dem noch höher bewerteten Münchner Wettbewerber.

Weitere Börsengänge im Überblick

Grundlagen: Börsengang: Wie ein IPO abläuft · Die größten Börsengänge der letzten 30 Jahre

Bereits an der Börse: SpaceX · CSG · TKMS · Klarna · Asta Energy · Gabler

Geplant, verschoben oder abgesagt: KNDS · OpenAI · Anthropic · Brainlab · Stada

Noch nicht an der Börse: Helsing · Quantum Systems · Stark Defence · Neura Robotics

Stand: 21. September 2026. Angaben nach Unternehmensmitteilungen und Medienberichten, ohne Gewähr. Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Aktien und Beteiligungen sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden.

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