Airbus baut Verkehrsflugzeuge, Hubschrauber und Satelliten. Der Konzern ist niederländisch registriert, wird aber von Frankreich, Deutschland und Spanien gemeinsam getragen – und teilt sich mit Boeing praktisch den gesamten Weltmarkt.
Unternehmensprofil
| Unternehmen | Airbus SE |
| WKN | 938914 |
| ISIN | NL0000235190 |
| Tickersymbol | AIR |
| Börse | Xetra, Paris, Madrid |
| Index | DAX 40 |
| DAX-Rang | Platz 4 von 40 nach Börsenwert |
| Branche | Luft- und Raumfahrt |
| Sitz | Leiden (NL), operativ Toulouse |
| Gegründet | 1970 |
Kursverlauf
Das Geschäftsmodell
Das Kerngeschäft sind Verkehrsflugzeuge. Fluggesellschaften bestellen Jahre im Voraus, leisten Anzahlungen und übernehmen die Maschinen nach Fertigstellung – das Auftragsbuch reicht oft ein Jahrzehnt in die Zukunft.
Dazu kommen Hubschrauber sowie Verteidigung und Raumfahrt mit Militärflugzeugen und Satelliten. Beide Bereiche sind kleiner, aber weniger zyklisch.
Der Markt ist ein Duopol: Bei großen Verkehrsflugzeugen gibt es praktisch nur Airbus und Boeing. Diese Konstellation prägt Preise, Lieferzeiten und Verhandlungsmacht.
Was den Kurs bewegt
Auslieferungszahlen. Bezahlt wird überwiegend bei Übergabe. Produktionsprobleme verschieben deshalb Erlöse, auch wenn die Bestellungen längst vorliegen.
Lieferketten. Engpässe bei Triebwerken – etwa von MTU-Partnern – oder bei Strukturbauteilen bremsen die Fertigung unmittelbar.
Die Lage bei Boeing. Schwächelt der Wettbewerber, gewinnt Airbus Aufträge. Nachrichten aus Seattle bewegen deshalb auch diesen Kurs.
Gewichtung im DAX
Frankreich, Deutschland und Spanien halten über staatliche Beteiligungsgesellschaften erhebliche Anteile. Der Streubesitz ist dadurch begrenzt, auch wenn Airbus zu den größeren DAX-Werten zählt.
Dividende
Airbus zahlt eine Dividende und hat sie nach der Aussetzung während der Pandemie wieder aufgenommen. Zusätzlich wurden Sonderdividenden ausgeschüttet, wenn die Mittelzuflüsse es erlaubten.
Mehr zur Einordnung steht im Beitrag zur Dividende.
Termine
| Anlass | Rhythmus |
|---|---|
| Hauptversammlung | jährlich, meist zwischen Februar und Juli |
| Dividendenzahlung | einmal jährlich, meist drei Bankarbeitstage nach der Hauptversammlung |
| Quartalszahlen | vier Berichte je Geschäftsjahr |
| Ex-Tag | der erste Handelstag nach der Hauptversammlung |
Die genauen Daten veröffentlicht das Unternehmen im Finanzkalender auf seiner Investor-Relations-Seite, meist ein Jahr im Voraus. Wie Ex-Tag und Zahltag zusammenhängen und warum der Kurs am Ex-Tag fällt, steht im Dividendenkalender.
Wettbewerber
| Unternehmen | Land | ISIN |
|---|---|---|
| Boeing | USA | US0970231058 |
| Embraer | Brasilien | BRMBRACDAM8 |
| Lockheed Martin | USA | US5398301094 |
| Safran | Frankreich | FR0000073272 |
Boeing ist der einzige echte Wettbewerber bei großen Verkehrsflugzeugen. Embraer bedient kleinere Maschinen, im Verteidigungsbereich konkurriert Airbus mit Lockheed Martin und europäischen Anbietern.
Das Geschäftsmodell im Detail
Airbus baut Verkehrsflugzeuge, Hubschrauber sowie Rüstungs- und Raumfahrttechnik. Der Konzern ist europäisch verflochten: Sitz in den Niederlanden, operative Leitung in Toulouse, Werke unter anderem in Hamburg, Bremen und Sevilla.
| Sparte | Anteil am Umsatz | Was produziert wird |
|---|---|---|
| Commercial Aircraft | rund 66 % | A220, A320-Familie, A330, A350 |
| Defence and Space | rund 22 % | Militärflugzeuge, Satelliten, Trägersysteme |
| Helicopters | rund 12 % | zivile und militärische Hubschrauber |
Das Zivilgeschäft dominiert, reagiert aber stark auf Konjunktur und Lieferketten. Die Rüstungs- und Raumfahrtsparte läuft unabhängiger davon und gewann zuletzt deutlich an Bedeutung: Im ersten Quartal 2026 stiegen ihre Nettoaufträge um 91 Prozent auf 4,96 Milliarden Euro.
Der Auftragsbestand als Kernkennzahl
Bei Airbus zählt weniger der Quartalsumsatz als das Auftragsbuch. Ende März 2026 umfasste es 9.037 Verkehrsflugzeuge – vier Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Das entspricht mehreren Jahren Produktion. Selbst wenn keine neue Bestellung mehr einginge, wäre die Auslastung lange gesichert. Genau diese Planbarkeit unterscheidet den Flugzeugbau von den meisten Industriebranchen.
Der Engpass liegt deshalb nicht bei der Nachfrage, sondern bei der Fertigung. Im ersten Quartal 2026 lieferte Airbus 114 Maschinen aus – 16 Prozent weniger als im Vorjahr. Ursache waren Lieferkettenprobleme, vor allem bei Triebwerken und Strukturbauteilen.
Der Umsatz sank dadurch um sechs Prozent. Die Aktie stieg nach der Vorlage der Zahlen dennoch um gut ein Prozent, weil Anleger auf den Auftragseingang und die bestätigte Jahresprognose blickten.
Was den Kurs bewegt
Auslieferungszahlen. Airbus meldet sie monatlich. Sie zeigen unmittelbar, ob die Produktion läuft – Umsatz wird erst bei Übergabe gebucht.
Lieferketten. Ein Flugzeug besteht aus Millionen Teilen. Fehlt eines, steht die Maschine fertig montiert am Boden.
Verteidigungshaushalte. Steigende Wehretats in Europa füllen die Bücher der Rüstungssparte.
Der Wettbewerb mit Boeing. Der Markt für große Verkehrsflugzeuge ist ein Duopol. Schwächen des einen Herstellers verschieben Aufträge zum anderen.
Wettbewerb
| Wettbewerber | Land | Bereich |
|---|---|---|
| Boeing | 🇺🇸 USA | Hauptkonkurrent bei Verkehrsflugzeugen |
| Embraer | 🇧🇷 Brasilien | Regionaljets |
| COMAC | 🇨🇳 China | staatlich gefördert, wachsender Anspruch |
| Lockheed Martin | 🇺🇸 USA | Rüstung und Raumfahrt |
| Leonardo | 🇮🇹 Italien | Hubschrauber und Verteidigung |
COMAC ist der langfristig interessanteste Wettbewerber: Der chinesische Hersteller wird staatlich aufgebaut und bedient zunächst den Heimatmarkt – ein Markt, der für Airbus zu den wichtigsten zählt.
Einordnung
Airbus ist ein Wert mit außergewöhnlich langem Planungshorizont. Das Auftragsbuch sichert Beschäftigung für Jahre – die Frage ist nicht, ob bestellt wird, sondern ob geliefert werden kann.
Aus Sicht der Marktteilnehmer ist die Auslieferungsrate deshalb die zentrale Kennzahl. Sie bestimmt, wann aus dem Auftragsbestand tatsächlich Erlöse werden.
Weitere Unternehmen finden Sie in unserer Übersicht Aktien im Portrait. Grundlagen zur Geldanlage stehen unter Finanzwissen.
Kursdaten von TradingView, verzögert. Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wertpapiergeschäfte sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden.
Häufige Fragen
Wie viele Flugzeuge hat Airbus im Auftragsbestand?
Ende März 2026 waren es 9.037 Verkehrsflugzeuge – mehrere Jahre Produktion. Der Engpass liegt nicht bei der Nachfrage, sondern in der Fertigung.
Warum sinken die Auslieferungen trotz voller Bücher?
Wegen Lieferkettenproblemen, vor allem bei Triebwerken und Strukturbauteilen. Im ersten Quartal 2026 wurden 114 Maschinen übergeben, 16 Prozent weniger als im Vorjahr.
Ist Airbus ein deutsches Unternehmen?
Airbus ist europäisch: Sitz in den Niederlanden, operative Leitung in Toulouse, große Werke in Hamburg, Bremen und Sevilla. Im DAX ist der Konzern dennoch vertreten.
Wer ist der größte Konkurrent?
Boeing. Der Markt für große Verkehrsflugzeuge ist faktisch ein Duopol – Schwächen des einen verschieben Aufträge zum anderen.
Was macht Airbus außer Flugzeugen?
Hubschrauber sowie Rüstungs- und Raumfahrttechnik. Diese Sparten stehen für rund ein Drittel des Umsatzes und wachsen mit steigenden Verteidigungsbudgets.