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Gabler-Börsengang: U-Boot-Zulieferer aus Lübeck an der Börse – wie die Aktie läuft

von user

Die Gabler Group aus Lübeck liefert Systeme für U-Boote und Unterwassertechnik. Im März 2026 ging das Unternehmen an die Frankfurter Börse – ein kleiner, aber bemerkenswerter Rüstungsbörsengang. Nach einem guten Start fiel die Aktie unter den Ausgabepreis, obwohl die Auftragsbücher voll sind.

Das Wichtigste in Kürze

UnternehmenGabler Group AG
ISINDE000A421RZ9
WKNA421RZ
KürzelXK4
BörseFrankfurt, Segment Scale
Erstnotiz9. März 2026
Ausgabepreis44 Euro, Spanne 37 bis 47 Euro
Erster Kurs47,20 Euro
Platzierungsvolumen132,8 Mio. Euro inklusive Mehrzuteilung
VorstandschefDavid Schirm

Was Gabler macht

Gabler ist nach eigenen Angaben ein führender Anbieter von Ausfahrgeräten für U-Boote – also der Masten, an denen Periskope, Antennen und Sensoren befestigt sind. Durch Zukäufe ist das Unternehmen zudem in der Unterwasserkommunikation und bei Energiespeichern für den Einsatz unter Wasser tätig.

Ein wachsendes Feld ist der Schutz kritischer Infrastruktur: Offshore-Windparks, Datenkabel und Pipelines am Meeresgrund müssen überwacht werden. Den größten Teil des Umsatzes erzielt Gabler aber mit Verteidigung. Wichtiger Kunde der Branche ist der Kieler U-Boot-Bauer TKMS.

Der Börsengang

Gabler wurde im März 2026 platziert, in einem ausgesprochen schwachen Marktumfeld. Der Ausgabepreis lag mit 44 Euro in der oberen Hälfte der Spanne, der erste Kurs mit 47,20 Euro darüber. Aus der Kapitalerhöhung flossen dem Unternehmen netto rund 40 Millionen Euro zu, mit denen die Schulden vollständig getilgt wurden.

Bisheriger Alleineigentümer war die Lübecker Possehl-Gruppe, die auch nach dem Börsengang eine Beteiligung behält. Der Streubesitz liegt bei knapp 50 Prozent.

Wie die Aktie seitdem gelaufen ist

Nach dem guten Start fiel die Aktie deutlich. Ende April notierte sie bei rund 36 Euro, im Sommer um 37 Euro – rund 15 Prozent unter dem Ausgabepreis.

Ein Grund dürfte das schwache erste Quartal gewesen sein: Der Umsatz lag bei nur 5,5 Millionen Euro. Gabler erklärte das mit dem projektgetriebenen Geschäft, bei dem Umsätze unregelmäßig anfallen. Für das Gesamtjahr erwartet das Management einen Umsatz von 69 bis 71 Millionen Euro auf Vorjahresniveau und ein bereinigtes operatives Ergebnis von 17 bis 19 Millionen Euro.

Die Zahlen

KennzahlWert
Umsatz 2025rund 70 Mio. Euro
Gewinn nach Steuern 20256,75 Mio. Euro
Auftragsbestand Ende März 2026knapp 377 Mio. Euro
Prognose Umsatz 202669 bis 71 Mio. Euro
Nettoliquidität nach Börsengangfast 38 Mio. Euro

Der Auftragsbestand ist das Argument. Mit knapp 377 Millionen Euro entspricht er mehr als dem Fünffachen eines Jahresumsatzes. Das sichert die Auslastung über Jahre – anders als bei manchen jungen Rüstungsunternehmen, deren Bewertung vor allem auf Hoffnung beruht.

Chancen und Risiken

ChancenRisiken
hoher Auftragsbestandkleines Unternehmen, geringe Handelsvolumina
schuldenfreie Bilanz nach dem Börsengangunregelmäßige Umsätze durch Projektgeschäft
Wachstumsfeld UnterwasserinfrastrukturUmsatz 2026 nur auf Vorjahresniveau erwartet
vergleichsweise moderate BewertungSegment Scale mit geringeren Berichtspflichten

Fazit

Gabler ist ein solider Nischenanbieter mit vollen Auftragsbüchern. Die Aktie hat nach dem Börsengang enttäuscht, weil der Umsatz 2026 nicht wächst.

Aus Sicht der Marktteilnehmer ist die Kombination aus hohem Auftragsbestand und stagnierendem Umsatz der entscheidende Punkt: Gelingt es, die Aufträge schneller in Umsatz umzuwandeln, dürfte das die Stimmung drehen. Zum Vergleich lohnt der Blick auf den anderen Rüstungsbörsengang des Jahres, CSG.

Weitere Börsengänge im Überblick

Grundlagen: Börsengang: Wie ein IPO abläuft · Die größten Börsengänge der letzten 30 Jahre

Bereits an der Börse: SpaceX · CSG · TKMS · Klarna · Asta Energy · Gabler

Geplant, verschoben oder abgesagt: KNDS · OpenAI · Anthropic · Brainlab · Stada

Noch nicht an der Börse: Helsing · Quantum Systems · Stark Defence · Neura Robotics

Stand: 21. September 2026. Angaben nach Unternehmensmitteilungen und Medienberichten, ohne Gewähr. Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Aktien und Beteiligungen sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden.

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