Der Börsengang von SpaceX war der größte aller Zeiten. Seitdem erlebt die Aktie eine Achterbahnfahrt: erst ein Kurssprung um zwei Drittel, dann ein Absturz unter den Ausgabepreis, inzwischen eine deutliche Erholung. Für viele Anleger ist sie längst im Depot – oft ohne es zu wissen, über einen ETF.
Die Eckdaten
| Unternehmen | Space Exploration Technologies Corp. |
| ISIN | US84615Q1031 |
| WKN | A42D4F |
| Ticker | SPCX |
| Börse | Nasdaq |
| Börsengang | 12. Juni 2026 |
| Ausgabepreis | 135 US-Dollar |
| Sitz | Starbase, Texas |
| Nächste Quartalszahlen | voraussichtlich 3. November 2026 |
Der Börsengang
Beim Börsengang am 12. Juni 2026 wurde SpaceX mit rund 1,75 Billionen Dollar bewertet – die größte Neuemission der Geschichte. Das Emissionsvolumen lag bei rund 75 Milliarden Dollar, mit Mehrzuteilungsoption bei bis zu rund 86 Milliarden – für nur gut vier Prozent der Anteile. Wie SpaceX im Vergleich zu anderen Rekorden abschneidet, zeigt der Beitrag zu den größten Börsengängen.
Was danach folgte, ist ein Lehrstück über Börsengänge: Am 16. Juni erreichte die Aktie mit gut 225 Dollar ihr Hoch. Anfang August fiel sie zeitweise bis knapp 105 Dollar – deutlich unter den Ausgabepreis. Inzwischen notiert sie wieder über 150 Dollar. Warum der Kurs nach Neuemissionen so stark schwankt, steht im Beitrag zum Börsengang. Ähnlich erging es dem Rüstungskonzern CSG, dessen Aktie nach einem starken Start ebenfalls unter den Ausgabepreis fiel.
Was SpaceX heute ist
SpaceX ist längst mehr als ein Raketenhersteller. Im Februar 2026 übernahm das Unternehmen Musks KI-Firma xAI. Seitdem gehören auch das Sprachmodell Grok und die Plattform X zum Konzern.
| Sparte | Inhalt | Rolle |
|---|---|---|
| Connectivity | Satelliteninternet Starlink | Gewinnbringer |
| Space | Raketenstarts, Starship, Raumkapseln | Prestige, derzeit verlustreich |
| KI | Grok, X, Rechenzentren | schnellstes Wachstum, höchste Investitionen |
Die ersten Zahlen im August
Am 4. August legte SpaceX die ersten Quartalszahlen als börsennotiertes Unternehmen vor. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal laut Unternehmensangaben um 92 Prozent auf 7,8 Milliarden Dollar.
Das operative Ergebnis vor Abschreibungen stieg auf 3,5 Milliarden Dollar, nach 1,2 Milliarden im Vorjahr. Der größte Teil davon stammt aus Starlink. Das Geschäft mit Raketenstarts schrieb dagegen weiter Verluste.
Unter dem Strich blieb SpaceX in den roten Zahlen. Grund sind vor allem die gewaltigen Investitionen: Allein in den KI-Bereich flossen im Quartal nach Unternehmensangaben rund 15,8 Milliarden Dollar.
Eine Besonderheit: Google zahlt SpaceX für Rechenkapazität monatlich 920 Millionen Dollar. Der Vertrag ist allerdings mit einer Frist von 90 Tagen kündbar – eine bedeutende, aber keine sichere Einnahme.
Die Lock-up-Fristen
Nach einem Börsengang dürfen Altaktionäre ihre Anteile zunächst nicht verkaufen. Bei SpaceX laufen diese Sperrfristen stufenweise aus – die erste endete zwei Tage nach den Augustzahlen, weitere folgten im August und September. Erst ein Jahr nach dem Börsengang dürfen alle Altaktionäre frei verkaufen.
Jedes Ende einer solchen Frist erhöht das Angebot an Aktien und kann den Kurs belasten. Anleger sollten diese Termine kennen.
Musk und die Stimmrechte
Elon Musk hält nach dem Börsengang rund 42 Prozent der Aktien, kontrolliert über Aktien mit Mehrfachstimmrecht aber etwa 82 Prozent der Stimmen. Kleinaktionäre haben damit praktisch keinen Einfluss auf die Unternehmensführung.
Warum viele Anleger SpaceX schon besitzen
Wegen seiner enormen Größe galt SpaceX als Kandidat für eine schnelle Aufnahme in große Indizes wie den MSCI World und den Nasdaq 100. Wer einen ETF auf solche Indizes bespart, investiert damit automatisch in SpaceX.
Mit einer Marktkapitalisierung von rund zwei Billionen Dollar zählt SpaceX zu den wertvollsten Unternehmen der Welt – was das bedeutet, steht im Beitrag zur Marktkapitalisierung.
Worauf es am 3. November ankommt
Starlink-Wachstum. Die Zahl der Nutzer und der Umsatz je Kunde zeigen, ob der Gewinnbringer weiter wächst.
KI-Investitionen. Der Markt wird genau prüfen, ob die Milliardenausgaben in Rechenzentren in absehbarer Zeit Erträge bringen.
Starship. Der nächste Testflug ist für den 28. September geplant. Fortschritte oder Rückschläge fließen in die Bewertung ein – Starship ist die Grundlage für die langfristigen Pläne, auch für die Satelliten der nächsten Generation.
Fazit
SpaceX ist ein Unternehmen mit einem profitablen Kerngeschäft, einer teuren Wette auf künstliche Intelligenz und einer Bewertung, die sehr viel Zukunft vorwegnimmt.
Aus Sicht der Marktteilnehmer lohnt ein nüchterner Blick auf das Verhältnis von Bewertung zu Gewinn – mehr dazu im Beitrag zum KGV. Bei einem Unternehmen, das unter dem Strich noch Verluste schreibt, ruht die Bewertung vollständig auf künftigen Erwartungen.
Übrigens: Auch Musks Autokonzern setzt auf SpaceX-Technik – beim neuen Tesla Roadster ist ein Paket mit Kaltgasdüsen im Gespräch.
Weitere Börsengänge im Überblick
Grundlagen: Börsengang: Wie ein IPO abläuft · Die größten Börsengänge der letzten 30 Jahre
Bereits an der Börse: SpaceX · CSG · TKMS · Klarna · Asta Energy · Gabler
Geplant, verschoben oder abgesagt: KNDS · OpenAI · Anthropic · Brainlab · Stada
Noch nicht an der Börse: Helsing · Quantum Systems · Stark Defence · Neura Robotics
Stand: 21. September 2026. Angaben nach Unternehmensmitteilungen und Medienberichten, ohne Gewähr. Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Aktien sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden.