Eine Aktie ist ein Anteil an einem Unternehmen. Wer eine kauft, wird Miteigentümer – mit allem, was dazugehört: Anspruch auf einen Teil des Gewinns, Stimmrecht auf der Hauptversammlung und dem vollen Risiko, wenn es schiefgeht.
Was eine Aktie rechtlich ist
Eine Aktiengesellschaft teilt ihr Grundkapital in Anteile auf. Jede Aktie verbrieft einen dieser Anteile. Besitzt ein Unternehmen eine Million Aktien und Sie halten hundert davon, gehören Ihnen ein Zehntausendstel der Firma.
Daraus folgt ein Punkt, der oft übersehen wird: Der Aktienkurs allein sagt nichts über die Größe eines Unternehmens. Eine Aktie zu 500 Euro kann zu einem kleineren Konzern gehören als eine zu 30 Euro – es kommt darauf an, wie viele Anteile es insgesamt gibt. Erst Kurs mal Anzahl ergibt die Marktkapitalisierung.
Genau daran krankt die Konstruktion des Dow Jones, der seine Mitglieder nach dem nominalen Kurs gewichtet statt nach Unternehmenswert.
Welche Rechte Aktionäre haben
- Gewinnbeteiligung. Schüttet das Unternehmen aus, erhalten Sie eine Dividende je Aktie. Ein Anspruch darauf besteht nicht – die Hauptversammlung entscheidet jedes Jahr neu.
- Stimmrecht. Auf der Hauptversammlung zählt eine Aktie in der Regel eine Stimme. Bei Privatanlegern mit kleinen Positionen ist das praktisch bedeutungslos, rechtlich aber vorhanden.
- Bezugsrecht. Gibt das Unternehmen neue Aktien aus, dürfen Sie bevorzugt zeichnen – damit Ihr Anteil nicht ungewollt verwässert wird.
- Auskunftsrecht. Auf der Hauptversammlung dürfen Sie Fragen an den Vorstand stellen.
Bei einer Insolvenz stehen Aktionäre am Ende der Reihe. Zuerst werden Gläubiger bedient; was übrig bleibt – meist nichts – geht an die Eigentümer. Das ist der Preis für die Gewinnbeteiligung.
Stammaktie, Vorzugsaktie, Namensaktie
| Art | Merkmal |
|---|---|
| Stammaktie | Standardfall, mit Stimmrecht |
| Vorzugsaktie | kein Stimmrecht, dafür meist höhere Dividende |
| Namensaktie | Aktionär wird im Aktienregister geführt |
| Inhaberaktie | überträgt sich formlos, Inhaber bleibt anonym |
Manche deutsche Unternehmen haben beide Gattungen an der Börse, oft mit unterschiedlichen Kursen. Beim Kauf lohnt deshalb der Blick auf die Wertpapierkennnummer – Name allein reicht nicht.
Was den Kurs bestimmt
Kurzfristig entsteht der Kurs aus Angebot und Nachfrage. Langfristig folgt er der Gewinnentwicklung: Ein Unternehmen, das über Jahre mehr verdient, wird an der Börse mehr wert.
Entscheidend ist dabei nicht der aktuelle Gewinn, sondern die Erwartung. Deshalb fallen Kurse manchmal trotz Rekordzahlen – wenn der Markt noch mehr erwartet hatte. Und deshalb steigen sie gelegentlich bei Verlusten, wenn diese geringer ausfallen als befürchtet.
Daneben wirken Zinsniveau, Konjunktur, Branchentrends und politische Entscheidungen. Ein einzelner Wert kann in einem starken Markt fallen und umgekehrt.
Einzelaktien oder Fonds?
Wer Einzelaktien kauft, trägt das volle Unternehmensrisiko. Ein Produktfehler, ein Rechtsstreit, ein Führungswechsel – und die Position verliert die Hälfte, ohne dass am Gesamtmarkt etwas passiert.
Ein ETF auf einen breiten Index verteilt dieses Risiko auf hunderte Unternehmen. Geht eines pleite, fällt das kaum ins Gewicht. Für die meisten Privatanleger ist das der sinnvollere Einstieg – Einzelwerte eignen sich als Ergänzung, wenn man bereit ist, sich mit den Unternehmen zu beschäftigen.
Fazit
Die Aktie ist das direkteste Instrument der Unternehmensbeteiligung: Sie macht aus Sparern Miteigentümer und beteiligt sie an Wachstum und Gewinn.
Aus Sicht der Marktteilnehmer ist die wichtigste Einsicht für Einsteiger, dass der Aktienkurs nichts über die Unternehmensgröße aussagt und ein einzelner Wert immer ein Klumpenrisiko bleibt. Wer damit beginnt, hat die beiden häufigsten Anfängerfehler bereits vermieden.
Weitere Beiträge zu Aktienindizes, Grundlagen und Steuern finden Sie in unserer Übersicht Finanzwissen.
Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wertpapiergeschäfte sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden.