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Wertpapierdepot: Was es ist, wie verwahrt wird und wie ein Wechsel funktioniert

von user

Das Wertpapierdepot ist der Ort, an dem Aktien, ETFs und Anleihen liegen. Es funktioniert anders als ein Konto – und dieser Unterschied ist für die Sicherheit Ihres Vermögens entscheidend.

Depot und Verrechnungskonto

Ein Wertpapierdepot besteht immer aus zwei Teilen. Im Depot selbst liegen die Wertpapiere. Auf dem Verrechnungskonto liegt Bargeld – für Käufe, aus Verkäufen und für Ausschüttungen.

Wer Wertpapiere kauft, bezahlt vom Verrechnungskonto. Kommt eine Dividende, landet sie dort. Auch die jährliche Vorabpauschale bei thesaurierenden Fonds wird von dort eingezogen – weshalb dort immer etwas Guthaben liegen sollte.

Wie Wertpapiere verwahrt werden

Physische Urkunden gibt es praktisch nicht mehr. Wertpapiere existieren als Eintrag bei einer zentralen Verwahrstelle, in Deutschland Clearstream. Ihre Bank führt lediglich Buch darüber, welcher Anteil Ihnen gehört.

Der entscheidende Punkt: Diese Wertpapiere sind Sondervermögen. Sie gehören Ihnen, nicht der Bank. Geht das Institut insolvent, fallen sie nicht in die Insolvenzmasse, sondern werden herausgegeben oder auf ein anderes Institut übertragen.

Für das Guthaben auf dem Verrechnungskonto gilt das nicht – dafür greift die Einlagensicherung bis 100.000 Euro. Wer größere Summen zwischenparkt, sollte das wissen.

Welche Depotarten es gibt

ArtMerkmal
Einzeldepoteine Person als Inhaber, Standardfall
Gemeinschaftsdepotzwei Inhaber, meist Ehepaare
Junior-Depotauf den Namen des Kindes, eigener Sparer-Pauschbetrag
Verwahrdepot ohne Handelnur Verwahrung, kein aktiver Handel

Beim Junior-Depot gehört das Vermögen rechtlich dem Kind. Mit Volljährigkeit kann es frei darüber verfügen – das lässt sich nicht zurücknehmen.

Was ein Depot kostet

Bei Direktbanken und Neobrokern ist die Führung meist kostenlos. Kosten entstehen durch Orders, Sparplanausführungen und Fremdkostenpauschalen beim Auslandshandel. Welche Posten für wen entscheidend sind, steht im Depotvergleich.

Hinzu kommen die laufenden Kosten der Produkte selbst – bei einem ETF die Fondskostenquote. Diese wird nicht abgebucht, sondern täglich aus dem Fondsvermögen entnommen.

Der Depotwechsel

Ein Wechsel ist kostenlos möglich – Banken dürfen dafür laut Rechtsprechung keine Gebühren verlangen. Der neue Anbieter übernimmt in der Regel den gesamten Vorgang, Sie füllen nur ein Formular aus.

Wichtig ist die Übertragung der Anschaffungsdaten. Werden Kaufkurs und Kaufdatum mitübertragen, bleibt die steuerliche Behandlung korrekt. Geht das verloren, unterstellt das Finanzamt pauschal einen Ersatzwert – was zu deutlich höherer Abgeltungsteuer führen kann.

Die Übertragung dauert je nach Institut zwei bis sechs Wochen. In dieser Zeit können die betroffenen Papiere nicht gehandelt werden. Verkaufen und neu kaufen wäre die Alternative – löst aber Steuern auf Kursgewinne aus und ist deshalb meist die teurere Variante.

Denken Sie nach dem Wechsel an den Freistellungsauftrag beim neuen Anbieter – er wandert nicht automatisch mit.

Fazit

Das Wertpapierdepot ist technisch unspektakulär, aber rechtlich gut konstruiert: Ihre Papiere sind Sondervermögen und damit auch bei einer Bankinsolvenz geschützt.

Aus Sicht der Marktteilnehmer gibt es deshalb keinen Grund, aus Sicherheitserwägungen bei einer teuren Bank zu bleiben. Der Wechsel ist kostenlos – achten Sie nur darauf, dass die Anschaffungsdaten mitübertragen werden. Wie die Eröffnung abläuft, steht im Beitrag Depot eröffnen.

Weitere Beiträge zu Aktienindizes, Grundlagen und Steuern finden Sie in unserer Übersicht Finanzwissen.

Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlage- oder Steuerberatung dar.

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