Das Wort Kreditkarte beschreibt in Deutschland drei verschiedene Produkte. Wer sie verwechselt, zahlt schnell zweistellige Zinsen, ohne es zu merken.
Welche Kreditkarte passt zu Ihnen?
Der FNE-Kreditkarten-Vergleich rechnet für 52 Karten aus, was Jahresgebühr, Auslandseinsatz und Bargeld bei Ihrer Nutzung pro Jahr kosten – mit Filtern für Versicherungen, Bonusprogramme und Apple Pay.
Zum Kreditkarten-Vergleich →Die drei Arten
| Art | Abrechnung | Kreditfunktion |
|---|---|---|
| Charge-Karte | Umsätze werden einmal monatlich vollständig abgebucht | nur bis zur Abrechnung |
| Revolving-Karte | nur ein Mindestbetrag wird fällig, der Rest wird verzinst | ja, dauerhaft |
| Debitkarte | jede Zahlung wird sofort vom Konto abgebucht | nein |
Die klassische deutsche Kreditkarte ist eine Charge-Karte: Man zahlt einen Monat lang und gleicht dann alles aus. Echter Kredit entsteht nur für wenige Wochen – zinsfrei.
Die Revolving-Karte stammt aus dem angelsächsischen Raum und verbreitet sich zunehmend. Hier wird nur ein Teil der Rechnung fällig, der Rest läuft als Kredit weiter – zu Zinsen, die oft über denen des Dispokredits liegen.
Die Revolving-Falle
Viele vermeintlich kostenlose Kreditkarten sind Revolving-Karten, bei denen die Teilzahlung voreingestellt ist. Wer nicht aktiv auf Vollzahlung umstellt, zahlt automatisch Zinsen.
Ein Beispiel: 2.000 Euro Umsatz, Mindestrate drei Prozent, Sollzins 18 Prozent. Wer nur die Mindestrate zahlt, braucht mehrere Jahre für die Rückzahlung und zahlt dabei Hunderte Euro Zinsen.
Der wichtigste Handgriff nach Erhalt: im Kundenbereich prüfen, ob die Rückzahlung auf 100 Prozent steht.
Die Kosten
| Position | Worauf zu achten ist |
|---|---|
| Jahresgebühr | bei vielen Karten entfällt sie oder ist an Umsatz geknüpft |
| Auslandseinsatz | Fremdwährungsgebühr von bis zu zwei Prozent je Zahlung |
| Bargeldabhebung | Gebühr plus Zinsen ab dem ersten Tag |
| Teilzahlung | Sollzins, oft zweistellig |
Die Fremdwährungsgebühr fällt bei Zahlungen außerhalb der Eurozone an und wird häufig übersehen. Für Reisende ist sie oft der größte Kostenpunkt.
Beim Bargeldabheben mit Kreditkarte werden bei vielen Anbietern sofort Zinsen fällig – anders als bei Kartenzahlungen, die bis zur Abrechnung zinsfrei bleiben.
Kostenlose Kreditkarten: Worauf es ankommt
„Kostenlos“ heißt bei Kreditkarten meist nur: keine Jahresgebühr. Ob eine Karte im Alltag wirklich nichts kostet, entscheiden drei andere Punkte – das Auslandseinsatzentgelt, die Entgelte und Zinsen beim Geldabheben und die Frage, ob ab Werk Teilzahlung eingestellt ist. Ohne Jahresgebühr und ohne Girokontowechsel gibt es derzeit unter anderem diese Karten:
| Karte | Auslandseinsatz | Bargeld | Zu beachten |
|---|---|---|---|
| TF Mastercard Gold | 0 % | 0 € | Zinsen ab dem Abhebetag, Rechnung per Überweisung |
| Gebührenfrei Mastercard Gold (Advanzia) | 0 % | 0 € | Zinsen ab dem Abhebetag |
| easybank Kreditkarte (ehem. Barclays) | 0 % | 0 € (ab 50 €) | Teilzahlung voreingestellt; 2 €/Monat bei 100 % Lastschrift |
| Hanseatic Bank GenialCard | 0 % | 3,95 € im Inland, Ausland 0 € | Teilzahlung voreingestellt |
| PAYBACK American Express | 2 % | 4 %, mind. 5 € | monatliche Vollabbuchung, Punkte für Umsätze |
| American Express Blue Card | 2 % | 4 %, mind. 5 € | monatliche Vollabbuchung |
Wer ein Girokonto bei einer Direktbank hat oder eröffnen will, bekommt dort oft eine Kreditkarte ohne Aufpreis, etwa die Credit Card Gold Light der Consorsbank. Die Kontoführung ist dann aber meist nur mit regelmäßigem Geldeingang kostenlos. Welche Karte bei Ihrer Nutzung am günstigsten ist, rechnet der Kreditkarten-Vergleich aus.
Kreditkarte für Reisen
Auf Reisen außerhalb des Euroraums zählen vor allem zwei Kosten: das Auslandseinsatzentgelt auf jede Zahlung in Fremdwährung, bei vielen Banken zwischen 1,5 und 2,25 Prozent, und die Entgelte beim Geldabheben. Karten ohne Auslandseinsatzentgelt sind unter anderem die TF Mastercard Gold, die Gebührenfrei Mastercard Gold, die easybank Kreditkarte, die GenialCard und die DKB Visa Kreditkarte.
Premiumkarten bündeln zusätzlich Reiseversicherungen wie Reiserücktritt, Auslandsreisekranken und Mietwagen-Vollkasko. Die Spanne ist groß: Die Consorsbank Visa Card Gold kostet 108 Euro im Jahr, die easybank Kreditkarte Platinum und die Eurowings Kreditkarte Premium je 99 Euro, die American Express Platinum Card 720 Euro – dafür mit Lounge-Zugang über Priority Pass. Ob sich die Gebühr lohnt, hängt davon ab, ob Sie die Versicherungen sonst separat abschließen würden. Im Vergleich für Reisende lassen sich Karten nach Versicherungen filtern.
Kreditkarte oder Debitkarte?
Direktbanken und Neobanken geben zum Girokonto heute fast immer eine Visa- oder Mastercard-Debitkarte aus – bei der ING, bei Trade Republic, N26 oder C24 ist sie die Standardkarte. Sie sieht aus wie eine Kreditkarte und wird online fast überall akzeptiert, belastet das Konto aber sofort. Für die meisten Alltagszahlungen reicht das. Mietwagenfirmen und manche Hotels verlangen für die Kaution jedoch eine echte Kreditkarte mit Kreditrahmen; wer verreist, sollte das vorher prüfen.
Visa, Mastercard oder American Express?
Visa und Mastercard werden in Deutschland und weltweit nahezu gleich breit akzeptiert; für Karteninhaber macht das Netz kaum einen Unterschied. American Express wird dagegen nicht überall angenommen, vor allem bei kleineren Händlern. Amex-Karten sind Charge-Karten mit monatlicher Vollabbuchung und berechnen auf Fremdwährungsumsätze 2 Prozent. Wie die Kartennetze selbst verdienen, erklärt das Porträt der Visa Aktie.
Meilen, Punkte und Cashback
Bonusprogramme rechnen sich nur, wenn die Karte ohnehin viel genutzt und vollständig zurückgezahlt wird. Die Miles & More Credit Cards schreiben eine Meile je 2 Euro Umsatz gut, die PAYBACK American Express einen Punkt je 3 Euro, die Amazon Visa 1 Prozent bei Amazon und 0,5 Prozent bei anderen Händlern. Einige Neobanken zahlen Cashback, Trade Republic etwa 1 Prozent „Saveback“ in den Sparplan. Ein Prozent Bonus ist schnell aufgezehrt, wenn die Karte 2 Prozent Auslandseinsatz oder eine Jahresgebühr kostet.
Kreditkarte beantragen: Bonität und SCHUFA
Bei echten Kreditkarten prüft die Bank die Bonität, weil sie einen Kreditrahmen einräumt; der Antrag wird bei der Auskunftei gemeldet. Wie das abläuft, erklären die Beiträge zur Kreditwürdigkeitsprüfung und zur SCHUFA. Debitkarten zum Girokonto gibt es dagegen meist ohne Kreditprüfung.
Was sich 2026 am Markt geändert hat
- Barclays Deutschland heißt seit Februar 2026 easybank; die Platinum Double wird nicht mehr angeboten.
- Die Kreditkarten von Santander laufen jetzt unter der Marke Openbank als BestCard; die 1plus Visa Card gibt es nicht mehr.
- Die Miles & More Credit Cards gibt inzwischen die Deutsche Bank heraus, nicht mehr die DKB.
- Die ING bietet keine eigene Kreditkarte mehr an, nur noch die Visa Debitkarte.
- Die PAYBACK Visa kostet 29 Euro im Jahr und hat keine Teilzahlungsfunktion mehr.
Wofür sie sinnvoll ist
Reisen: Mietwagenfirmen und Hotels verlangen oft eine echte Kreditkarte als Sicherheit – eine Debitkarte reicht nicht immer.
Online-Zahlungen: Das Rückbuchungsverfahren bei Betrug oder Nichtlieferung bietet einen Schutz, den Überweisungen nicht haben.
Versicherungsleistungen: Manche Karten enthalten Reise- oder Mietwagenversicherungen, deren Wert die Jahresgebühr übersteigen kann.
Alle Themen rund um Kreditkarten
- Kreditkarten-Vergleich: 52 Karten mit Kosten pro Jahr für Ihre Nutzung
- SCHUFA: was gespeichert wird und wie Sie Ihre Daten prüfen
- Kreditwürdigkeitsprüfung: was Banken prüfen und warum
- Effektiver Jahreszins: wie Kreditkosten vergleichbar werden
- Dispokredit: die Alternative zur Teilzahlung – und ihre Kosten
- Girokonto: Kontomodelle und Karten im Überblick
Fazit
Eine Kreditkarte ist ein nützliches Zahlungsmittel, solange sie als Charge-Karte genutzt wird. Als Kredit ist sie eine der teuersten Finanzierungsformen überhaupt.
Aus Sicht der Marktteilnehmer entscheidet ein einziger Punkt über die Kosten: ob die Rückzahlung vollständig erfolgt. Wer das sicherstellt, kann viele Karten kostenlos nutzen – wer nicht, finanziert über Jahre zu Zinsen im zweistelligen Bereich.
Weitere Grundlagen: Effektiver Jahreszins, Girokonto und SCHUFA.
Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Beratung dar. Angaben ohne Gewähr.