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Kreditkarte: Arten, Kosten und worauf beim Vergleich zu achten ist

von user

Das Wort Kreditkarte beschreibt in Deutschland drei verschiedene Produkte. Wer sie verwechselt, zahlt schnell zweistellige Zinsen, ohne es zu merken.

Die drei Arten

ArtAbrechnungKreditfunktion
Charge-KarteUmsätze werden einmal monatlich vollständig abgebuchtnur bis zur Abrechnung
Revolving-Kartenur ein Mindestbetrag wird fällig, der Rest wird verzinstja, dauerhaft
Debitkartejede Zahlung wird sofort vom Konto abgebuchtnein

Die klassische deutsche Kreditkarte ist eine Charge-Karte: Man zahlt einen Monat lang und gleicht dann alles aus. Echter Kredit entsteht nur für wenige Wochen – zinsfrei.

Die Revolving-Karte stammt aus dem angelsächsischen Raum und verbreitet sich zunehmend. Hier wird nur ein Teil der Rechnung fällig, der Rest läuft als Kredit weiter – zu Zinsen, die oft über denen des Dispokredits liegen.

Die Revolving-Falle

Viele vermeintlich kostenlose Kreditkarten sind Revolving-Karten, bei denen die Teilzahlung voreingestellt ist. Wer nicht aktiv auf Vollzahlung umstellt, zahlt automatisch Zinsen.

Ein Beispiel: 2.000 Euro Umsatz, Mindestrate drei Prozent, Sollzins 18 Prozent. Wer nur die Mindestrate zahlt, braucht mehrere Jahre für die Rückzahlung und zahlt dabei Hunderte Euro Zinsen.

Der wichtigste Handgriff nach Erhalt: im Kundenbereich prüfen, ob die Rückzahlung auf 100 Prozent steht.

Die Kosten

PositionWorauf zu achten ist
Jahresgebührbei vielen Karten entfällt sie oder ist an Umsatz geknüpft
AuslandseinsatzFremdwährungsgebühr von bis zu zwei Prozent je Zahlung
BargeldabhebungGebühr plus Zinsen ab dem ersten Tag
TeilzahlungSollzins, oft zweistellig

Die Fremdwährungsgebühr fällt bei Zahlungen außerhalb der Eurozone an und wird häufig übersehen. Für Reisende ist sie oft der größte Kostenpunkt.

Beim Bargeldabheben mit Kreditkarte werden bei vielen Anbietern sofort Zinsen fällig – anders als bei Kartenzahlungen, die bis zur Abrechnung zinsfrei bleiben.

Wofür sie sinnvoll ist

Reisen: Mietwagenfirmen und Hotels verlangen oft eine echte Kreditkarte als Sicherheit – eine Debitkarte reicht nicht immer.

Online-Zahlungen: Das Rückbuchungsverfahren bei Betrug oder Nichtlieferung bietet einen Schutz, den Überweisungen nicht haben.

Versicherungsleistungen: Manche Karten enthalten Reise- oder Mietwagenversicherungen, deren Wert die Jahresgebühr übersteigen kann.

Fazit

Eine Kreditkarte ist ein nützliches Zahlungsmittel, solange sie als Charge-Karte genutzt wird. Als Kredit ist sie eine der teuersten Finanzierungsformen überhaupt.

Aus Sicht der Marktteilnehmer entscheidet ein einziger Punkt über die Kosten: ob die Rückzahlung vollständig erfolgt. Wer das sicherstellt, kann viele Karten kostenlos nutzen – wer nicht, finanziert über Jahre zu Zinsen im zweistelligen Bereich.

Weitere Grundlagen: Effektiver Jahreszins, Girokonto und SCHUFA.

Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Beratung dar. Angaben ohne Gewähr.

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