Der Swiss Market Index, kurz SMI, ist der Leitindex der Schweizer Börse. Kaum ein anderer Index der Welt ist so stark von wenigen Werten geprägt: Nestlé, Novartis und Roche machen zusammen rund die Hälfte aus – und geben ihm seinen Ruf als besonders defensiver Index.
Aktueller Kurs: Den Chart mit der Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt die Kursseite SMI Kurs. Alle Indizes im Vergleich: Aktienindizes im Überblick.
Das Wichtigste in Kürze
| Land | 🇨🇭 Schweiz |
| Voller Name | Swiss Market Index |
| Börse | SIX Swiss Exchange, Zürich |
| Gestartet | 30. Juni 1988 mit 1.500 Punkten |
| Unternehmen | 20 |
| Gewichtung | nach Streubesitz-Marktkapitalisierung, Obergrenze 18 Prozent je Wert |
| Berechnung | Kursindex; der SMIC rechnet Dividenden ein |
| Währung | Schweizer Franken |
Was den SMI ausmacht
Nur 20 Unternehmen bilden den Index – weniger als in jedem anderen großen europäischen Leitindex. Dafür sind es Konzerne von Weltrang: Der Index vereint den größten Lebensmittelkonzern, zwei der größten Pharmaunternehmen und mehrere global tätige Finanzhäuser.
Die Schweizer Wirtschaft bildet der SMI damit nur bedingt ab. Seine Mitglieder erzielen ihre Umsätze fast vollständig im Ausland; die Binnenkonjunktur spielt kaum eine Rolle.
Die Sektoren im SMI
| Sektor (englisch) | Deutsche Bezeichnung | Unternehmen im Index | Bedeutung |
|---|---|---|---|
| Health Care | Gesundheitswesen | Roche, Novartis, Alcon, Lonza | größte Gruppe, prägt den Index |
| Consumer Staples | Basiskonsum | Nestlé | ein Wert, aber schwergewichtig |
| Financials | Finanzwesen | UBS, Zurich Insurance, Swiss Re, Partners Group | hoch |
| Industrials | Industrie | ABB, Geberit, Kühne + Nagel, Schindler | mittel |
| Materials | Grundstoffe | Holcim, Sika | mittel |
| Consumer Discretionary | Zyklischer Konsum | Richemont, Swatch | mittel, Luxusuhren und Schmuck |
| Information Technology | Informationstechnologie | Logitech | sehr gering |
Pharma und Basiskonsum zusammen machen weit über die Hälfte des Index aus. Beide Sektoren gelten als konjunkturunabhängig: Medikamente und Lebensmittel werden auch in der Rezession gekauft. Genau das erklärt, warum der SMI in Abschwüngen meist weniger verliert als der DAX – und in Aufschwüngen weniger gewinnt.
Die Schweizer Indexfamilie
Neben dem SMI gibt es weitere Indizes, die Anlegern häufig begegnen. Wer breiter in die Schweiz investieren möchte, findet dort die Alternativen zum sehr konzentrierten Hauptindex.
| Index | Inhalt |
|---|---|
| SMI | die 20 größten und liquidesten Schweizer Aktien |
| SMI MID (SMIM) | die 30 nächstgrößeren Werte, Mid Caps |
| SMI Expanded | SMI und SMIM zusammen, 50 Werte |
| SPI | der Gesamtmarkt mit über 200 Titeln |
| SMIC | SMI mit eingerechneten Dividenden |
Für die meisten Anleger ist der SMI Expanded oder der SPI die bessere Wahl, wenn die Abhängigkeit von Nestlé, Roche und Novartis stört.
Der Franken als zweiter Faktor
Für Anleger aus dem Euroraum kommt zur Kursentwicklung die Währung hinzu. Der Schweizer Franken gilt als sicherer Hafen und wertet in Krisen meist auf. Das federt Verluste ab – ein Effekt, den es beim DAX nicht gibt.
Umgekehrt belastet ein starker Franken die Exporteure im Index, weil ihre Produkte im Ausland teurer werden. Die Schweizerische Nationalbank hat deshalb über Jahre am Devisenmarkt eingegriffen.
Was Anleger beachten sollten
Klumpenrisiko. Drei Unternehmen bestimmen den halben Index. Eine Zulassungsentscheidung für ein Medikament kann den gesamten SMI bewegen.
Kursindex. Der bekannte SMI enthält keine Dividenden. Da Schweizer Konzerne verlässlich ausschütten, unterschätzt der Indexstand die tatsächliche Rendite deutlich – mehr dazu unter Dividendenrendite.
Quellensteuer. Auf Schweizer Dividenden behält der Fiskus 35 Prozent ein. Ein Teil davon lässt sich zurückfordern, was Aufwand bedeutet; ETFs regeln das meist selbst.
Häufige Fragen
Wie viele Unternehmen sind im SMI?
Zwanzig. Damit ist er einer der kleinsten Leitindizes Europas.
Ist der SMI defensiver als der DAX?
In der Regel ja. Pharma und Basiskonsum reagieren weniger stark auf die Konjunktur als Autos und Maschinenbau, die den DAX prägen.
Fazit
Der SMI ist der defensive Gegenpol zum industrielastigen DAX: wenige, sehr große Konzerne aus Pharma, Lebensmitteln und Finanzen, dazu eine Währung, die in Krisen eher zulegt.
Aus Sicht der Marktteilnehmer eignet er sich als Ergänzung für Anleger, denen europäische Depots zu zyklisch sind. Die Kehrseite ist die starke Abhängigkeit von drei Namen – Hinweise dazu im Beitrag zur Diversifikation.
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Stand: September 2026. Angaben zu Indexregeln und Zusammensetzung ohne Gewähr. Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar.