Eckert & Ziegler Aktie: Portrait, Kurs und Geschäftsmodell
Eckert & Ziegler handelt mit radioaktiven Isotopen. Das klingt exotisch, ist aber ein geregeltes Industriegeschäft mit zwei Standbeinen: Isotope für die Krebsdiagnostik und -therapie auf der einen Seite, Strahlenquellen für Messtechnik und Qualitätssicherung auf der anderen.
Das Berliner Unternehmen schreibt in seinem Geschäftsbericht einen bemerkenswerten Satz: Es habe keinen direkten Wettbewerber, der dieselbe Produktpalette anbiete. Wettbewerber bedienten jeweils nur einzelne Nischen.
Unternehmensprofil
| Sitz | Berlin |
| Vorstandsvorsitz | Dr. Harald Hasselmann |
| Mitarbeiter | 1.105 (30. Juni 2026) |
| Branche | Isotopentechnik für Medizin, Wissenschaft und Industrie |
| Index | SDAX und TecDAX |
| ISIN | DE0005659700 |
| WKN | 565970 |
| Kürzel | EUZ |
| Aktien | 63.515.796 Inhaberaktien |
| Geschäftsjahr | endet am 31. Dezember |
Kursverlauf
Der Chart zeigt den Wochenverlauf der fünf Jahre. Kursdaten über TradingView.
Das Geschäftsmodell
Das Segment Medical umfasst pharmazeutische Radioisotope wie den Gallium-68-Generator GalliaPharm, Lutetium-177 und Actinium-225, dazu Auftragsentwicklung und -fertigung für Pharmakunden sowie Produkte für die Strahlentherapie.
Das Segment Isotope Products liefert Strahlenquellen für bildgebende Verfahren, Qualitätssicherung und Messtechnik, dazu SPECT-Diagnostik, Serviceleistungen und die Entsorgung radioaktiver Reststoffe.
Wichtigster Umsatzmarkt ist Amerika mit den USA als größtem Einzelmarkt, gefolgt von Europa mit Deutschland an der Spitze, dazu Asien sowie Nahost und Afrika.
Die zuletzt gemeldeten Zahlen
Zahlen aus dem Halbjahresbericht und der zugehörigen Präsentation vom 13. August 2026.
| Kennzahl | 1. Halbjahr 2026 | Vorjahr |
|---|---|---|
| Umsatz | 149,3 Mio. € | 148,8 Mio. € |
| EBIT | 33,6 Mio. € | 33,1 Mio. € |
| Bereinigtes EBIT | 33,3 Mio. € | 35,4 Mio. € |
| Ergebnisanteil der Aktionäre | 22,4 Mio. € | 21,4 Mio. € |
| Ergebnis je Aktie | 0,36 € | 0,34 € |
Nach Segmenten: Medical kam auf 80,9 Millionen Euro Außenumsatz und ein bereinigtes EBIT von 24,9 Millionen, Isotope Products auf 68,5 Millionen Umsatz und 9,4 Millionen bereinigtes EBIT nach 12,3 Millionen im Vorjahr. Im zweiten Quartal allein ging der Umsatz um 5,2 Prozent auf 76,4 Millionen Euro zurück. Zum Vergleich das Geschäftsjahr 2025: 312,0 Millionen Euro Umsatz, 73,7 Millionen EBIT, 0,78 Euro Ergebnis je Aktie. Einen Auftragsbestand weist das Unternehmen nicht aus.
Prognose für das laufende Geschäftsjahr
Eckert & Ziegler hat die Prognose für 2026 im August unverändert bestätigt: rund 320 Millionen Euro Konzernumsatz und rund 80 Millionen Euro bereinigtes EBIT. Gegenüber 2025 wären das jeweils rund 3 Prozent Wachstum.
Diese scheinbar schwache Steigerung hat zwei Gründe, die das Unternehmen selbst nennt. Erstens unterstellt die Planung einen Euro-Dollar-Kurs von 1,20 nach 1,13 im Vorjahr, was Umsätze in Dollar rechnerisch schrumpfen lässt. Zweitens sinken die Lizenzerlöse aus dem Actinium-225-Geschäft planmäßig von 14,4 auf 5,6 Millionen Euro. Bereinigt um beide Effekte entspräche die Prognose einem Umsatzplus von 9 Prozent und einem Anstieg des bereinigten EBIT um 21 Prozent.
Dividende
Für das Geschäftsjahr 2025 zahlte Eckert & Ziegler 0,22 Euro je Aktie. Die Hauptversammlung fand am 24. Juni 2026 statt.
Was das Geschäft antreibt
- Radiopharmazeutika. Das Geschäft wuchs im ersten Halbjahr um 3 Prozent, bereinigt um die Lizenzgeschäfte um 11 Prozent – getragen von Lutetium-177 und Yttrium-90 sowie einem stark wachsenden Auftragsfertigungsgeschäft.
- Actinium-225. Das Unternehmen erwartet die GMP-konforme Versorgung für 2026 und ein erstes kommerzielles Medikament auf dieser Basis 2028.
- China. Über das Gemeinschaftsunternehmen Qi Kang Medical soll ab Anfang 2027 in Jintan produziert werden.
Welche Risiken das Unternehmen selbst nennt
- Liquiditätsrisiko. Der Geschäftsbericht 2025 stuft es als eher unwahrscheinlich, aber mit sehr hoher Intensität ein.
- Eventualverbindlichkeiten aus der Wandelanleihe mit der Pentixapharm Holding AG. Das Unternehmen stuft dieses Risiko als eher wahrscheinlich mit hoher Intensität ein, Tranchen werden laufend gezogen.
- Währungsrisiko, vor allem beim US-Dollar, dazu brasilianischer Real und argentinischer Peso.
- Preisdruck in China durch die staatlichen Preisverhandlungen im Rahmen der NRDL-Liste.
- Zollstreitigkeiten und Handelsembargos sowie geopolitische Unsicherheit durch den Nahostkonflikt, der bislang ohne wesentliche Auswirkung blieb.
- Nachwirkungen eines Cyberangriffs vom Februar 2025 und erwarteter Wettbewerb durch sogenannte Kaltkits für die Gallium-68-Markierung.
Wettbewerb
Im Geschäftsbericht 2025 schreibt Eckert & Ziegler, es gebe keinen direkten Wettbewerber mit demselben Produktspektrum – Wettbewerber bedienten jeweils nur einzelne Nischen.
Für den chinesischen Isotopenmarkt nennt die Halbjahrespräsentation konkrete Anbieter: international IRE, Isotopia, Monrol, Northstar, Rosatom und SpectronRX, lokal CNRT, CIRC und DC-Pharma.
Termine
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| 12. November 2026 | Quartalsbericht drittes Quartal 2026 |
| 23. bis 25. November 2026 | Eigenkapitalforum Frankfurt |
| 24. März 2027 | Jahresabschluss 2026 |
| 12. Mai 2027 | Bericht erstes Quartal 2027 |
| 16. Juni 2027 | Hauptversammlung |
Fazit
Eckert & Ziegler ist ein Beispiel dafür, wie wenig eine Umsatzzahl allein aussagt. Der Halbjahresumsatz stagnierte bei plus 0,4 Prozent – darunter steckt aber ein Radiopharmageschäft, das bereinigt um Lizenzeffekte um 11 Prozent wuchs, und ein Isotope-Products-Segment, dessen bereinigtes EBIT von 12,3 auf 9,4 Millionen Euro fiel.
Die Lizenzerlöse aus Actinium-225 sind dabei der Posten, den man im Blick behalten sollte. Sie sinken planmäßig von 14,4 auf 5,6 Millionen Euro und tragen mit 5,5 statt 14,0 Millionen Euro zum EBIT bei. Das ist ein bekannter Rückgang, kein Einbruch – aber er erklärt, warum die Prognose nur 3 Prozent Wachstum zeigt.
Die offene Frage ist die Pentixapharm-Wandelanleihe. Das Unternehmen stuft das daraus folgende Risiko selbst als eher wahrscheinlich mit hoher Intensität ein. Wie groß die Belastung am Ende ausfällt, lässt sich aus den veröffentlichten Angaben nicht beziffern.
Fragen und Antworten
Zahlt Eckert & Ziegler eine Dividende?
Ja, für 2025 waren es 0,22 Euro je Aktie.
In welchen Indizes ist die Aktie?
Im SDAX und im TecDAX.
Was macht das Unternehmen genau?
Es stellt radioaktive Isotope her und vertreibt sie – einerseits für die Krebsdiagnostik und -therapie, andererseits als Strahlenquellen für Messtechnik und Qualitätssicherung.
Wann kommen die nächsten Zahlen?
Der Quartalsbericht erscheint am 12. November 2026.
Quellen
- Eckert & Ziegler SE – Investor Relations
- Eckert & Ziegler SE – Halbjahresbericht 2026
- Eckert & Ziegler SE – Geschäftsbericht 2025
Stand der Daten: 14. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist eine Einordnung öffentlich verfügbarer Unternehmensangaben und keine Anlageempfehlung.