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SMA Solar Aktie: Portrait, Kurs und Geschäftsmodell

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Solar-Wechselrichter an einer Garagenwand, dahinter ein Dach mit Solarmodulen
Aktie im Porträt

SMA Solar Aktie: Portrait, Kurs und Geschäftsmodell

SMA Solar baut Wechselrichter – die Geräte, die den Gleichstrom aus Solarmodulen in netzfähigen Wechselstrom umwandeln. Ohne sie funktioniert keine Photovoltaikanlage. Das Unternehmen aus Niestetal bei Kassel wurde 1981 gegründet.

Nach zwei schwierigen Jahren mit hohen Verlusten hat SMA 2026 die Wende geschafft: Im ersten Halbjahr stand ein Nettogewinn von 72,8 Millionen Euro nach einem Verlust von 42,4 Millionen im Vorjahr, und der Auftragsbestand stieg um gut die Hälfte.

Unternehmensprofil

SitzNiestetal bei Kassel
Gegründet1981
VorstandsvorsitzDr.-Ing. Jürgen Reinert
Mitarbeiter3.653 (30. Juni 2026), davon 2.586 in Deutschland
BranchePhotovoltaik-Systemtechnik
IndexSDAX und TecDAX
ISINDE000A0DJ6J9
WKNA0DJ6J
KürzelS92
Aktien34.700.000
Börsengang27. Juni 2008

Kursverlauf

Der Chart zeigt den Wochenverlauf der fünf Jahre. Kursdaten über TradingView.

Das Geschäftsmodell

SMA entwickelt und vertreibt Wechselrichter, Batteriespeicherlösungen, Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge und Energiemanagementsysteme. Das Unternehmen ist in 19 Ländern tätig.

Berichtet wird in zwei Segmenten. Large Scale & Project Solutions erzielte im ersten Halbjahr 2026 einen Umsatz von 542,1 Millionen Euro oder 79,0 Prozent – das ist das Geschäft mit großen Solarkraftwerken, Projekten und Service. Home & Business Solutions kam auf 144,5 Millionen Euro oder 21,0 Prozent und bedient Eigenheime und Gewerbe.

Die Gewichtung hat sich verschoben: 2025 lag der Anteil des Großanlagengeschäfts noch bei 83,7 Prozent. Die verkaufte Wechselrichterleistung betrug 2025 insgesamt 19,9 Gigawatt nach 19,5 Gigawatt im Vorjahr.

Die zuletzt gemeldeten Zahlen

Zahlen aus der Quartalsmitteilung vom 13. August 2026.

Kennzahl1. Halbjahr 2026Vorjahr
Umsatz686,6 Mio. €684,9 Mio. €
EBITDA vor Einmaleffekten65,9 Mio. €50,3 Mio. €
EBITDA einschließlich Einmaleffekten88,3 Mio. € (12,9 % Marge)9,1 Mio. € (1,3 %)
EBIT62,4 Mio. € (9,1 % Marge)−19,0 Mio. € (−2,8 %)
Nettoergebnis72,8 Mio. €−42,4 Mio. €
Ergebnis je Aktie2,10 €−1,22 €
Freier Cashflow71,8 Mio. €65,5 Mio. €
Auftragsbestand1.754,4 Mio. €1.161,4 Mio. €

Ein Detail, das man kennen sollte: Das ausgewiesene EBITDA von 88,3 Millionen Euro liegt über dem EBITDA vor Einmaleffekten von 65,9 Millionen. Die Einmaleffekte aus dem Restrukturierungsprogramm wirkten also mit plus 22,4 Millionen Euro positiv, nachdem sie im Vorjahr noch mit minus 41,2 Millionen belastet hatten. Zum Vergleich das Geschäftsjahr 2025: 1.516,0 Millionen Euro Umsatz, ein EBITDA von minus 65,4 Millionen und ein Verlust je Aktie von 5,22 Euro.

Prognose für das laufende Geschäftsjahr

SMA hat die Prognose am 16. Juli 2026 per Ad-hoc-Mitteilung angehoben und am 13. August bestätigt. Erwartet werden nun 1.625 bis 1.725 Millionen Euro Umsatz und ein EBITDA von 180 bis 230 Millionen Euro.

Die ursprüngliche Prognose vom März 2026 hatte 1.475 bis 1.675 Millionen Euro Umsatz und ein EBITDA von 50 bis 180 Millionen genannt. Gemessen am Vorjahres-EBITDA von minus 65,4 Millionen Euro ist das eine erhebliche Verbesserung.

Dividende

Für das Geschäftsjahr 2025 zahlte SMA keine Dividende. Der Vorstand schlug die Verwendung des Jahresverlusts vor, der Aufsichtsrat billigte dies am 19. März 2026. Die Hauptversammlung fand am 9. Juni 2026 statt.

Was das Geschäft antreibt

  • Der Auftragsbestand. Er stieg um 51 Prozent auf 1.754,4 Millionen Euro, im Produktgeschäft sogar um 68,5 Prozent. Im zweiten Quartal verzeichnete das Großanlagengeschäft einen Rekord-Auftragseingang.
  • Die Wende im Heim- und Gewerbegeschäft. Das operative EBIT dieses Segments stieg von 22,2 auf 40,0 Millionen Euro.
  • Das Restrukturierungsprogramm. Die Netto-Liquidität wuchs auf 244,6 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote von 28,0 auf 31,7 Prozent.

Welche Risiken das Unternehmen selbst nennt

  • Volatile Märkte und nachlassende Investitionsbereitschaft, laut Unternehmen besonders in den USA und Europa.
  • Überkapazitäten, Preisverfall und verschärfter Wettbewerb in der Solarindustrie – ein Punkt, den der Geschäftsbericht 2025 ausdrücklich nennt.
  • Fallende Strompreise und gekürzte staatliche Förderung schwächen die Nachfrage im Heim- und Gewerbesegment.
  • US-Zölle auf Komponenten. Sie belasteten den Umsatz im ersten Halbjahr um 22,3 Millionen Euro und können Kunden vom Neubau von Anlagen abhalten.
  • Die Marge im Großanlagengeschäft ging von 19,9 auf 14,4 Prozent zurück.

Wettbewerb

SMA nennt keine Wettbewerber namentlich. Der Geschäftsbericht 2025 beschreibt den Markt allgemein über Überkapazitäten, fallende Preise und verschärften Wettbewerb.

Termine

DatumEreignis
12. November 2026Quartalsmitteilung Januar bis September 2026 mit Analystencall

Fazit

SMA hat 2025 einen Verlust von 181,1 Millionen Euro ausgewiesen und liefert im ersten Halbjahr 2026 einen Gewinn von 72,8 Millionen. Das ist eine deutliche Wende, aber sie braucht eine Einordnung.

Ein Teil des Ergebnissprungs ist buchhalterisch: Die Einmaleffekte aus dem Restrukturierungsprogramm wirkten diesmal positiv, im Vorjahr negativ. Die aussagekräftigere Zahl ist das EBITDA vor Einmaleffekten, und das stieg von 50,3 auf 65,9 Millionen Euro – ein Plus von 31 Prozent, solide, aber weniger spektakulär als die ausgewiesenen Werte.

Die operativ wichtigste Zahl ist der Auftragsbestand mit 1.754,4 Millionen Euro, gut die Hälfte über Vorjahr. Dem steht ein Umsatz gegenüber, der mit plus 0,2 Prozent praktisch stagnierte. Wie bei anderen Zulieferern bedeutet das: Die Nachfrage ist da, sie ist nur noch nicht abgerechnet. Die zweite Beobachtung betrifft die Marge im Großanlagengeschäft, die trotz voller Bücher von 19,9 auf 14,4 Prozent fiel – ein Hinweis auf den Preisdruck, den das Unternehmen selbst als Risiko nennt.

Fragen und Antworten

Zahlt SMA Solar eine Dividende?

Für 2025 nicht, weil ein Jahresverlust angefallen ist.

In welchen Indizes ist die Aktie?

Im SDAX und im TecDAX.

Was macht ein Wechselrichter?

Er wandelt den Gleichstrom aus Solarmodulen in Wechselstrom um, der ins Netz eingespeist oder im Haus genutzt werden kann.

Warum ist das ausgewiesene EBITDA höher als das vor Einmaleffekten?

Weil die Einmaleffekte aus dem Restrukturierungsprogramm im ersten Halbjahr 2026 mit plus 22,4 Millionen Euro positiv wirkten.

Wann kommen die nächsten Zahlen?

Die Quartalsmitteilung erscheint am 12. November 2026.

Quellen

Stand der Daten: 14. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist eine Einordnung öffentlich verfügbarer Unternehmensangaben und keine Anlageempfehlung.