ProCredit Aktie: Entwicklungsorientierte Bankengruppe in Südosteuropa
ProCredit ist eine Bankengruppe mit Schwerpunkt in Südost- und Osteuropa. Zum Jahresende 2025 gehörten zwölf Banken in zwölf Ländern dazu, von Albanien über Georgien und die Ukraine bis Ecuador, dazu eine Bank in Deutschland. Das Geschäft richtet sich überwiegend an kleine und mittlere Unternehmen.
Im ersten Halbjahr 2026 wuchs das Kreditportfolio um 8,0 Prozent und der Zinsüberschuss um 11,6 Prozent. Trotzdem fiel das Ergebnis, weil die Risikovorsorge von 0,3 auf 9,0 Mio. Euro stieg und die Steuerquote deutlich zulegte. Dieses Portrait ordnet beides ein und klärt eine Frage, die das Unternehmen selbst offenlässt: die Indexzugehörigkeit.
Unternehmensprofil
| Sitz | Frankfurt am Main. Eine vollständige Straßenanschrift ist aus den geprüften Quellen nicht belegbar |
| Rechtsform | Aktiengesellschaft, zuvor AG & Co. KGaA |
| Gründung | Aus den geprüften Primärquellen nicht belegbar |
| Branche | Bankkonzern mit zwölf Banken in zwölf Ländern zum 31.12.2025: Albanien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien einschließlich einer Niederlassung in Griechenland, Kosovo, Nordmazedonien, Rumänien, Serbien, Georgien, Moldau, Ukraine, Ecuador und Deutschland. Die Investorenpräsentation zählt abweichend elf Länder in Südost- und Osteuropa plus die Banken in Deutschland und Ecuador. Berichtssegmente sind South Eastern Europe, Eastern Europe, South America und Germany |
| Mitarbeiter | 4.607 zum 31.12.2025. Die Investorenpräsentation nennt rund 4.700. Betreut werden rund 360.000 Kunden |
| Vorstand | Eriola Bibolli als Vorsitzende vom 01.03.2026 bis zum 28.02.2030 sowie Christian Dagrosa bis zum 31.12.2030. Dr. Gian Marco Felice schied zum Jahresende 2025 aus, Hubert Spechtenhauser Ende Februar |
| Aufsichtsratsvorsitz | Rainer Peter Ottenstein |
| ISIN | DE0006223407 |
| WKN | 622340, Ticker PCZ |
| Index | SDAX nach den aktuellen Indexdaten der Deutschen Börse. Zur Historie siehe den Hinweis im nächsten Abschnitt. Notiert im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse seit dem 22.12.2016 |
| Geschäftsjahr | 01.01. bis 31.12. |
| Aktienzahl | 58.898.492 auf den Namen lautende Stückaktien, gezeichnetes Kapital 294.492.460 Euro bei einem rechnerischen Nennwert von 5,00 Euro je Aktie |
| Aktionärsstruktur | Als Aktionäre mit 5 Prozent oder mehr nennt der Geschäftsbericht 2025 die Zeitinger Invest GmbH, die KfW, DOEN Participaties und die EBRD. FMO und BIO halten jeweils mehr als 3 Prozent. Der Streubesitz lag zum 31.12.2025 bei rund 47 Prozent. Die Investorenpräsentation zeigt fünf Prozentwerte von 47,3, 18,3, 13,2, 12,5 und 8,7 Prozent, ordnet sie den Haltern aber nicht zu; eine Zuordnung wäre Mutmaßung und unterbleibt hier |
| Ratings | Fitch BBB mit stabilem Ausblick, MSCI ESG A, CDP B |
Kursverlauf
Der Chart zeigt den Wochenverlauf der fünf Jahre. Kursdaten über TradingView.
Das Geschäftsmodell
ProCredit betreibt Geschäftsbanken, die sich an kleine und mittlere Unternehmen in Südost- und Osteuropa richten. Verdient wird klassisch am Zinsüberschuss zwischen Krediten und Einlagen, ergänzt um Provisionserträge aus dem Zahlungsverkehr und anderen Bankdienstleistungen.
Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Zinsüberschuss um 11,6 Prozent auf 191,3 Mio. Euro, während der Provisionsüberschuss von 47,0 auf 44,0 Mio. Euro zurückging. Zusammen mit weiteren Posten ergaben sich operative Erträge von 227,2 Mio. Euro nach 213,1 Mio. Euro.
Das Bruttokreditportfolio wuchs seit Jahresbeginn um 8,0 Prozent auf 8.369,7 Mio. Euro, die Einlagen um 2,2 Prozent auf 9.337,3 Mio. Euro. Das Verhältnis von Krediten zu Einlagen stieg damit von 84,9 auf 89,6 Prozent. Die Bank finanziert ihr Kreditgeschäft also weiterhin vollständig aus Kundeneinlagen und ist nicht auf den Kapitalmarkt angewiesen.
Die Nettozinsmarge lag bei 3,3 Prozent nach 3,2 Prozent im Gesamtjahr 2025. Für eine Bankengruppe in diesen Märkten ist das ein auskömmlicher Wert, der die höheren Risiken dieser Regionen mit abdeckt.
Zur Konzernstruktur gehört ein Punkt, der die Zahlen beeinflusst: Die Beteiligung an der ProCredit Bank Ecuador von 95 Prozent steht zum Verkauf. Das Unternehmen erwartet daraus eine Ergebnisbelastung im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Millionenbereich.
Die zuletzt gemeldeten Zahlen
Zuletzt berichtete Periode ist das erste Halbjahr 2026, veröffentlicht am 13.08.2026. Bei einer Bank sind Zinsüberschuss, Risikovorsorge, Kostenquote und Kapitalquoten die maßgeblichen Größen.
| Kennzahl | H1 2026 | H1 2025 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Zinsüberschuss | 191,3 Mio. Euro | 171,3 Mio. Euro | plus 11,6 % |
| Provisionsüberschuss | 44,0 Mio. Euro | 47,0 Mio. Euro | minus 6,6 % |
| Operative Erträge | 227,2 Mio. Euro | 213,1 Mio. Euro | plus 6,6 % |
| Operative Aufwendungen | 161,7 Mio. Euro | 151,1 Mio. Euro | plus 7,0 % |
| Cost-Income-Ratio | 71,2 % | 70,9 % | plus 0,3 Prozentpunkte |
| Risikovorsorge | 9,0 Mio. Euro | 0,3 Mio. Euro | deutlich höher |
| Risikokosten (annualisiert) | 22 Basispunkte | 15 Basispunkte (Gesamtjahr 2025) | plus 7 Basispunkte |
| Ergebnis vor Steuern | 56,5 Mio. Euro | 61,7 Mio. Euro | minus 8,4 % |
| Effektive Steuerquote | 31,9 % | 23,7 % | plus 8,2 Prozentpunkte |
| Periodenergebnis | 38,5 Mio. Euro | 47,0 Mio. Euro | minus 18,1 % |
| Ergebnis je Aktie | 0,65 Euro | 0,80 Euro | minus 18,8 % |
| Eigenkapitalrendite (annualisiert) | 6,7 % | 9,0 % | minus 2,3 Prozentpunkte |
| Nettozinsmarge | 3,3 % | 3,2 % (Gesamtjahr 2025) | plus 0,1 Prozentpunkte |
Zur Bilanz zum 30.06.2026 im Vergleich zum Jahresende 2025: Bruttokreditportfolio 8.369,7 nach 7.752,5 Mio. Euro, Einlagen 9.337,3 nach 9.136,2 Mio. Euro, Loan-to-Deposit-Ratio 89,6 nach 84,9 Prozent, Bilanzsumme 11.928,4 nach 11.595,4 Mio. Euro und Gesamteigenkapital 1.233,4 nach 1.074,1 Mio. Euro. Den ProCredit-Aktionären zurechenbar sind davon 1.084,9 Mio. Euro; die Differenz stammt aus zusätzlichen Eigenkapitalkomponenten in Form einer im zweiten Quartal 2026 begebenen AT1-Anleihe über 148,5 Mio. Euro. Bei den Kapitalquoten lag die harte Kernkapitalquote bei 12,7 Prozent nach 13,1 Prozent zum Jahresende, bei einer aufsichtlichen Anforderung von 10,4 Prozent, und die Gesamtkapitalquote bei 17,8 Prozent nach 16,3 Prozent, bei einer Anforderung von 15,7 Prozent. Der Anteil ausgefallener Kredite lag bei 2,9 Prozent nach 3,0 Prozent, die Deckungsquote für diese Kredite bei 41,3 Prozent nach 44,5 Prozent. Die Personalaufwendungen stiegen auf 82,9 Mio. Euro nach 75,3 Mio. Euro, die Verwaltungsaufwendungen auf 78,8 Mio. Euro nach 75,8 Mio. Euro.
Prognose für das laufende Geschäftsjahr
Der Zwischenbericht bestätigt die Prognose aus dem Lagebericht 2025; sie wurde im Jahresverlauf weder geändert noch angepasst.
Erwartet werden im Wortlaut ein dynamisches Wachstum des Kreditportfolios von 12 bis 15 Prozent für die fortgeführten Geschäftsbereiche, ohne wesentliche Wechselkursschwankungen, eine Eigenkapitalrendite von rund 7 Prozent, eine Cost-Income-Ratio auf dem Niveau des Geschäftsjahres 2025 von 73,4 Prozent und eine harte Kernkapitalquote von rund 13 Prozent zum Jahresende 2026.
Die Prognose berücksichtigt ausdrücklich den geplanten Verkauf der Mehrheitsbeteiligung an der ProCredit Bank Ecuador, der das Ergebnis nach Angabe des Unternehmens im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Millionenbereich belasten dürfte.
Zur Einordnung des Halbjahres: Das Kreditportfolio wuchs in sechs Monaten um 8,0 Prozent und liegt damit im Rahmen des Jahresziels. Die Eigenkapitalrendite lag mit 6,7 Prozent annualisiert leicht unter dem Ziel, die Cost-Income-Ratio mit 71,2 Prozent dagegen besser als das Ziel, und die Kernkapitalquote mit 12,7 Prozent knapp unter dem angestrebten Jahresendwert.
Dividende
Für das Geschäftsjahr 2025 zahlte ProCredit 0,47 Euro je Aktie, insgesamt 27,7 Mio. Euro, ausgezahlt am 08.06.2026. Die Ausschüttungsquote lag bei 33,2 Prozent.
Davor waren es 0,59 Euro für 2024 mit 34,8 Mio. Euro Gesamtausschüttung und einer Quote von 33,4 Prozent, ausgezahlt am 09.06.2025, sowie 0,64 Euro für 2023 mit 37,7 Mio. Euro und 33,2 Prozent, ausgezahlt am 07.06.2024.
Die Historie enthält zwei Nullrunden: Für die Geschäftsjahre 2021 und 2022 beschlossen die Hauptversammlungen im Mai 2022 beziehungsweise Juni 2023, keine Dividende auszuschütten. Für das Geschäftsjahr 2020 gab es dagegen zwei Zahlungen, nämlich 0,18 Euro nach der Hauptversammlung im Mai 2021 und weitere 0,35 Euro nach einer außerordentlichen Hauptversammlung im Dezember 2021.
Die Dividendenpolitik ist klar formuliert: Vorbehaltlich der Zustimmung der Hauptversammlung strebt ProCredit eine Ausschüttungsquote von einem Drittel des Konzerngewinns des Vorjahres an, der den Aktionären zusteht. Die tatsächlichen Quoten der letzten drei Jahre zwischen 33,2 und 33,4 Prozent bestätigen das.
Was das Geschäft antreibt
- Das Kreditwachstum: plus 8,0 Prozent seit Jahresbeginn auf 8.369,7 Mio. Euro, nach plus 4,9 Prozent im Vorjahreszeitraum. Das Jahresziel liegt bei 12 bis 15 Prozent.
- Die Nettozinsmarge: 3,3 Prozent nach 3,2 Prozent im Gesamtjahr 2025. Zusammen mit dem Volumenwachstum erklärt sie den um 11,6 Prozent gestiegenen Zinsüberschuss.
- Die Einlagenfinanzierung: 9.337,3 Mio. Euro Kundeneinlagen stehen 8.369,7 Mio. Euro Krediten gegenüber. Das Verhältnis von 89,6 Prozent bedeutet, dass die Gruppe ihr Kreditgeschäft vollständig aus Einlagen finanziert.
- Die Kapitalstärkung: Die im zweiten Quartal 2026 begebene AT1-Anleihe über 148,5 Mio. Euro hob die Gesamtkapitalquote von 16,3 auf 17,8 Prozent.
- Die Kostenquote: 71,2 Prozent im Halbjahr gegenüber einem Jahresziel von 73,4 Prozent. Die Aufwendungen stiegen mit 7,0 Prozent etwa so stark wie die Erträge mit 6,6 Prozent.
- Die Portfolioqualität: Der Anteil ausgefallener Kredite sank leicht auf 2,9 Prozent. Für Bankengruppen in diesen Märkten ist das ein solider Wert.
Welche Risiken das Unternehmen selbst nennt
- Die Risikovorsorge. Sie stieg von 0,3 auf 9,0 Mio. Euro, die annualisierten Risikokosten von 15 Basispunkten im Gesamtjahr 2025 auf 22 Basispunkte. Das ist der wichtigste Grund für den Ergebnisrückgang.
- Die Deckungsquote für ausgefallene Kredite sank von 44,5 auf 41,3 Prozent. Der Anteil dieser Kredite selbst ging zwar leicht zurück, die Vorsorge dafür also relativ ebenfalls.
- Die Steuerquote: Sie stieg von 23,7 auf 31,9 Prozent, was den Ergebnisrückgang nach Steuern verstärkt. Eine Erläuterung dazu enthalten die geprüften Unterlagen nicht.
- Länder- und Währungsrisiken. Die Gruppe ist in zwölf Ländern tätig, darunter die Ukraine, Moldau, Georgien und Ecuador. Die Prognose zum Kreditwachstum gilt ausdrücklich nur ohne wesentliche Wechselkursschwankungen.
- Der geplante Verkauf der Mehrheitsbeteiligung an der ProCredit Bank Ecuador, der das Ergebnis nach Unternehmensangabe im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Millionenbereich belasten dürfte.
- Die Kapitalquote: Die harte Kernkapitalquote sank von 13,1 auf 12,7 Prozent, während das Kreditportfolio wächst. Das Jahresziel von rund 13 Prozent verlangt also entweder Kapitalaufbau aus dem Ergebnis oder ein moderateres Wachstum im zweiten Halbjahr. Die aufsichtliche Anforderung von 10,4 Prozent ist weiterhin deutlich übertroffen.
- Eine Einschränkung: Einen Risikobericht mit unternehmenseigener Klassifizierung konnten wir aus den geprüften Unterlagen nicht vollständig erfassen.
Wettbewerb
ProCredit nennt in den geprüften Primärquellen keine Wettbewerber namentlich und veröffentlicht keine Marktanteilsangaben. Die Positionierung ergibt sich aus dem Geschäftsmodell: Die Gruppe richtet sich gezielt an kleine und mittlere Unternehmen in Märkten, in denen diese Kundengruppe traditionell schlechter mit Bankdienstleistungen versorgt ist, und versteht sich dabei ausdrücklich als entwicklungsorientiert.
Darauf verweist auch die Aktionärsstruktur: Mit der KfW, der EBRD sowie FMO und BIO gehören mehrere Entwicklungsfinanzierer zu den größeren Anteilseignern. Für Anleger ist das ein doppelter Hinweis. Zum einen stabilisiert es die Eigentümerbasis, zum anderen folgt die Geschäftspolitik einem Auftrag, der nicht ausschließlich auf Renditemaximierung ausgerichtet ist. Als externe Einordnung nennt das Unternehmen ein Fitch-Rating von BBB mit stabilem Ausblick.
Termine
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| 12.11.2026 | Quartalsbericht zum 30.09.2026 mit Analystenkonferenz um 16:00 Uhr |
| 23.11.2026 bis 25.11.2026 | Deutsches Eigenkapitalforum 2026 in Frankfurt am Main |
Fazit
Das erste Halbjahr 2026 zeigt eine Bank, die operativ wächst und deren Ergebnis trotzdem fällt. Der Zinsüberschuss stieg um 11,6 Prozent, die operativen Erträge um 6,6 Prozent, das Kreditportfolio seit Jahresbeginn um 8,0 Prozent. Das Periodenergebnis sank dennoch um 18,1 Prozent auf 38,5 Mio. Euro.
Die Gründe sind benennbar. Erstens die Risikovorsorge, die von 0,3 auf 9,0 Mio. Euro stieg. Das Vorjahresniveau war allerdings außergewöhnlich niedrig, und 22 Basispunkte Risikokosten sind für diese Märkte kein Alarmwert. Zweitens die Steuerquote, die von 23,7 auf 31,9 Prozent sprang und die der Bericht nicht erläutert. Das wäre die erste Frage an das Unternehmen.
Gemessen an den eigenen Jahreszielen liegt ProCredit gemischt: Die Cost-Income-Ratio ist mit 71,2 Prozent besser als das Ziel von 73,4 Prozent, das Kreditwachstum mit 8,0 Prozent in sechs Monaten im Rahmen der angestrebten 12 bis 15 Prozent, die Eigenkapitalrendite mit 6,7 Prozent knapp unter den angestrebten 7 Prozent und die Kernkapitalquote mit 12,7 Prozent knapp unter den angestrebten 13 Prozent zum Jahresende.
Ein Punkt verdient besondere Erwähnung, weil er in anderen Darstellungen häufig falsch wiedergegeben wird: die Indexzugehörigkeit. Der eigene Geschäftsbericht 2025 beschreibt, dass ProCredit am 09.05.2025 in den SDAX aufgenommen und mit Wirkung zum 22.12.2025 im Rahmen einer regulären Indexanpassung wieder entfernt wurde. Die Investorenpräsentation vom August 2026 nennt gar keine Indexmitgliedschaft. Nach den aktuellen Indexdaten der Deutschen Börse ist die Aktie jedoch Bestandteil des SDAX. Wer sich auf die Unternehmensunterlagen verlässt, bekommt hier ein veraltetes Bild.
Für die Dividende ist die Rechnung einfach: Die Politik sieht ein Drittel des Vorjahresgewinns vor, und die tatsächlichen Quoten der letzten drei Jahre lagen zwischen 33,2 und 33,4 Prozent. Sinkt das Jahresergebnis 2026 gegenüber 2025, sinkt die Dividende entsprechend. Der geplante Verkauf der ecuadorianischen Tochter wirkt dabei zusätzlich belastend.
Fragen und Antworten
Was macht ProCredit?
ProCredit ist eine Bankengruppe mit zwölf Banken, überwiegend in Südost- und Osteuropa, dazu in Deutschland und Ecuador. Das Geschäft richtet sich vor allem an kleine und mittlere Unternehmen; verdient wird am Zinsüberschuss und an Provisionen.
In welchem Index ist die ProCredit Aktie?
Nach den aktuellen Indexdaten der Deutschen Börse im SDAX. Der eigene Geschäftsbericht 2025 beschreibt allerdings eine Aufnahme am 09.05.2025 und eine Entfernung zum 22.12.2025, und die Investorenpräsentation vom August 2026 nennt keine Indexmitgliedschaft. Die Unternehmensunterlagen sind an dieser Stelle also nicht aktuell.
Wie viel Dividende zahlt ProCredit?
Für das Geschäftsjahr 2025 waren es 0,47 Euro je Aktie, ausgezahlt am 08.06.2026, bei einer Ausschüttungsquote von 33,2 Prozent. Davor 0,59 Euro für 2024 und 0,64 Euro für 2023. Für die Jahre 2021 und 2022 wurde keine Dividende gezahlt.
Wie lautet die Dividendenpolitik?
Vorbehaltlich der Zustimmung der Hauptversammlung strebt ProCredit eine Ausschüttung von einem Drittel des Konzerngewinns des Vorjahres an, der den Aktionären zusteht. Die tatsächlichen Quoten der letzten drei Jahre lagen zwischen 33,2 und 33,4 Prozent.
Warum ist das Ergebnis gesunken?
Zwei Gründe: Die Risikovorsorge stieg von 0,3 auf 9,0 Mio. Euro, und die effektive Steuerquote von 23,7 auf 31,9 Prozent. Operativ wuchs die Bank dagegen, mit einem Zinsüberschuss von plus 11,6 Prozent.
Was erwartet ProCredit für 2026?
Ein Kreditwachstum von 12 bis 15 Prozent in den fortgeführten Geschäftsbereichen, eine Eigenkapitalrendite von rund 7 Prozent, eine Cost-Income-Ratio auf dem Niveau von 73,4 Prozent und eine harte Kernkapitalquote von rund 13 Prozent zum Jahresende. Der geplante Verkauf der Bank in Ecuador soll das Ergebnis im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Millionenbereich belasten.
Wer sind die größten Aktionäre?
Der Geschäftsbericht 2025 nennt als Aktionäre mit mindestens 5 Prozent die Zeitinger Invest GmbH, die KfW, DOEN Participaties und die EBRD. FMO und BIO halten jeweils mehr als 3 Prozent. Der Streubesitz lag bei rund 47 Prozent.
Quellen
- ProCredit Holding AG, Zwischenbericht zum 30.06.2026 vom 13.08.2026
- ProCredit Holding AG, Investorenpräsentation August 2026 und Ergebnispräsentation zum zweiten Quartal 2026
- ProCredit Holding AG, Geschäftsbericht 2025
- ProCredit Holding AG, Investor-Relations-Seite zur Dividende
- ProCredit Holding AG, Finanzkalender
- Deutsche Börse AG, aktuelle Zusammensetzung des SDAX
Stand der Daten: 14. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist eine Einordnung öffentlich verfügbarer Unternehmensangaben und keine Anlageempfehlung.