Berkshire Hathaway ist keine normale Aktiengesellschaft, sondern eine Beteiligungsgesellschaft. Der Konzern besitzt ganze Unternehmen und hält daneben ein großes Aktienportfolio.
Kursverlauf
Das Geschäftsmodell im Detail
| Bereich | Beispiele | Funktion |
|---|---|---|
| Versicherungen | Geico, National Indemnity | liefern Kapital zum Anlegen |
| Eisenbahn | BNSF Railway | stabile Erträge aus Infrastruktur |
| Energie | Berkshire Hathaway Energy | regulierte Versorger |
| Industrie und Handel | zahlreiche mittelständische Firmen | breit gestreut |
| Aktienportfolio | Beteiligungen an börsennotierten Konzernen | Kursgewinne und Dividenden |
Das Prinzip des Float
Der Kern des Modells liegt im Versicherungsgeschäft. Eine Versicherung nimmt Prämien ein, bevor sie Schäden zahlt. Dieses Geld – der Float – darf zwischenzeitlich angelegt werden.
Berkshire nutzt es, um Unternehmen und Aktien zu kaufen. Faktisch arbeitet der Konzern mit Fremdkapital, für das er keine Zinsen zahlt, solange das Versicherungsgeschäft selbst kein Verlustgeschäft ist.
Diese Konstruktion erklärt einen erheblichen Teil der Wertentwicklung über Jahrzehnte. Dasselbe Prinzip findet sich bei Lohnabrechnern wie Paychex, allerdings in kleinerem Maßstab.
Die beiden Aktiengattungen
Die A-Aktie wurde nie gesplittet und kostet einen sechsstelligen Betrag. Die B-Aktie entspricht einem Bruchteil davon und ist für Privatanleger gedacht.
Wirtschaftlich unterscheiden sie sich nur in Stimmrecht und Umtauschbarkeit: Eine A-Aktie lässt sich in B-Aktien tauschen, umgekehrt nicht.
Was den Kurs bewegt
Die Nachfolge. Nach dem Rückzug von Warren Buffett ist die Frage, ob die Anlagekultur erhalten bleibt.
Der Kassenbestand. Berkshire hält traditionell hohe Barreserven. Sie schützen in Krisen, erwirtschaften aber wenig.
Große Beteiligungen. Wenige Positionen dominieren das Portfolio, ihre Kursentwicklung schlägt unmittelbar durch.
Versicherungsergebnisse. Großschäden belasten, gute Jahre erhöhen den Float.
Einordnung
Die Aktie gilt vielen als Ersatz für einen breit gestreuten Fonds, weil sie hunderte Unternehmen bündelt. Der Unterschied: Hier entscheidet ein Management über die Zusammensetzung, während ein ETF den Markt abbildet.
Eine Dividende zahlt der Konzern nicht – Gewinne werden einbehalten und reinvestiert.
Quellen
- Geschäftsberichte und Aktionärsbriefe von Berkshire Hathaway
Stand: 28. September 2026. Keine Anlageberatung.