Warren Buffett hat sich im September 2026 endgültig von der Spitze von Berkshire Hathaway zurückgezogen. Mit 96 Jahren gab er den Vorsitz an seinen Sohn Howard ab und wurde Ehrenvorsitzender. Sein Vermögen wird auf rund 146 Milliarden Dollar geschätzt – trotz Spenden in dreistelliger Milliardenhöhe.
Das Profil auf einen Blick
| Geboren | 30. August 1930 in Omaha, Nebraska |
| Vermögen | rund 146 Milliarden Dollar |
| Unternehmen | Berkshire Hathaway, seit 1965 unter seiner Führung |
| Position heute | Ehrenvorsitzender, weiterhin im Verwaltungsrat |
| Nachfolger als CEO | Greg Abel, seit Januar 2026 |
| Nachfolger als Vorsitzender | Howard Buffett, seit September 2026 |
| Beiname | das Orakel von Omaha |
| Besonderheit | größter Philanthrop der Welt |
Der Rückzug in drei Schritten
Die Übergabe zog sich über anderthalb Jahre und folgte einem lange vorbereiteten Plan.
| Zeitpunkt | Schritt |
|---|---|
| Mai 2025 | Buffett kündigt auf der Hauptversammlung an, den Chefposten abzugeben |
| Ende 2025 | Rücktritt als Vorstandsvorsitzender |
| Januar 2026 | Greg Abel übernimmt die operative Führung |
| 18. September 2026 | Buffett gibt auch den Vorsitz ab, Sohn Howard übernimmt |
| seither | Buffett bleibt Ehrenvorsitzender und Mitglied des Verwaltungsrats |
Die Doppelbesetzung hat System: Greg Abel führt das Geschäft, Howard Buffett soll als Vorsitzender die Unternehmenskultur bewahren. Der Verwaltungsrat hatte die Nachfolge über Jahre in jeder Sitzung behandelt.
Für Aktionäre war das die am längsten erwartete Personalie der Börsenwelt. Entsprechend genau wird nun beobachtet, ob der neue Chef eigene Akzente setzt – erste Zukäufe deuten darauf hin.
Wie das Vermögen entstand
Anders als die meisten in der Spitzengruppe der Vermögenden hat Buffett sein Geld nicht mit einer eigenen Gründung verdient, sondern mit dem Kauf von Beteiligungen.
1965 übernahm er die Kontrolle über eine angeschlagene Textilfabrik in Massachusetts – Berkshire Hathaway. Das Textilgeschäft lief aus, die Hülle blieb und wurde zum Sammelbecken für Beteiligungen.
Der entscheidende Kunstgriff waren Versicherungen. Deren Prämieneinnahmen stehen zur Verfügung, bevor Schäden ausgezahlt werden – dieses Geld legte Buffett an. Fachleute nennen es den Float: fremdes Kapital, das faktisch zinslos zur Verfügung steht.
Was Berkshire Hathaway heute ist
Das Konglomerat besteht aus zwei Teilen: vollständig gehaltenen Unternehmen und einem Aktienportfolio.
| Bereich | Beispiele |
|---|---|
| Versicherungen | Autoversicherer und Rückversicherer, Quelle des Anlagekapitals |
| Verkehr | eine der größten Güterbahnen Nordamerikas |
| Energie | Versorger und Netzbetreiber in mehreren Bundesstaaten |
| Industrie und Handel | Hersteller, Einzelhandelsketten, Baustoffe |
| Aktienbeteiligungen | Anteile an Technologie-, Konsum- und Finanzkonzernen |
Diese Mischung macht Berkshire zu einem Abbild der amerikanischen Wirtschaft. Wer die Aktie hält, ist zugleich an Eisenbahnen, Stromnetzen, Versicherungen und Weltmarken beteiligt.
Auffällig ist der Kapitalpolster: Das Unternehmen häufte über Jahre enorme liquide Mittel an, weil Buffett kaum attraktiv bewertete Übernahmeziele fand. Unter dem neuen Chef wird dieses Geld nun verstärkt eingesetzt – etwa für die Übernahme eines Hausbauunternehmens für 8,5 Milliarden Dollar.
Die Anlagegrundsätze
Buffetts Methode ist dokumentiert wie bei kaum einem anderen Investor – in jährlichen Aktionärsbriefen über sechs Jahrzehnte.
Nur kaufen, was man versteht. Technologiewerte mied er jahrzehntelang mit der Begründung, ihr Geschäftsmodell nicht einschätzen zu können. Erst spät stieg er bei einem großen Hersteller von Unterhaltungselektronik ein – und machte damit eine der erfolgreichsten Anlagen seiner Laufbahn.
Auf den Burggraben achten. Gesucht sind Unternehmen mit dauerhaftem Wettbewerbsvorteil: einer Marke, einem Netz, einer Kostenführerschaft. Nur solche Firmen können Preise erhöhen, ohne Kunden zu verlieren.
Preis und Wert unterscheiden. Der Kurs ist, was man zahlt; der Wert, was man bekommt. Gekauft wird, wenn der Markt ein gutes Unternehmen zu niedrig bewertet – Grundlagen unter Value Investing.
Sehr lange halten. Die bevorzugte Haltedauer sei „für immer“, lautet einer seiner bekanntesten Sätze. Häufiges Umschichten kostet Gebühren und Steuern.
Die bekanntesten Beteiligungen
Berkshires Aktienportfolio umfasst Beteiligungen an börsennotierten Konzernen, die quartalsweise offengelegt werden müssen.
| Bereich | Typische Beteiligungen |
|---|---|
| Technologie | ein großer Hersteller von Unterhaltungselektronik, über Jahre die größte Position |
| Konsum | Getränke- und Lebensmittelkonzerne mit starken Marken |
| Finanzen | Banken, Kreditkartenanbieter und Ratingagenturen |
| Energie | Öl- und Gasunternehmen sowie Versorger |
| Handel | Beteiligungen an japanischen Handelshäusern |
Der Einstieg bei den japanischen Handelshäusern gilt als eine seiner bemerkenswertesten Entscheidungen der vergangenen Jahre: ein Markt, den westliche Anleger jahrzehntelang mieden, gekauft zu niedrigen Bewertungen – Hintergründe im Profil von Japan.
Die Fehler
Buffett spricht offen über eigene Fehlentscheidungen. Der Kauf der Textilfirma Berkshire Hathaway selbst zählt für ihn dazu: Er hielt zu lange an einem schrumpfenden Geschäft fest.
Weitere häufig genannte Fehler sind verpasste Gelegenheiten bei Technologiewerten und ein Einstieg bei einer Fluggesellschaft, den er in der Pandemie mit Verlust auflöste. Die Offenheit darüber ist Teil seiner Glaubwürdigkeit bei Aktionären.
Die Spenden
Buffett hat angekündigt, nahezu sein gesamtes Vermögen zu verschenken, und überträgt seit 2006 jedes Jahr Aktienpakete an Stiftungen.
Die Summen sind erheblich: Ohne diese Übertragungen stünde er in den Ranglisten weit oben, mit ihnen rutschte er zuletzt auf Platz zehn. Er ist damit der größte Philanthrop der Welt – und zugleich ein Beispiel dafür, dass Vermögensranglisten nur einen Teil der Wirklichkeit abbilden.
Die Rendite über sechs Jahrzehnte
Die Zahl, die Buffetts Ruf begründet, ist der Wertzuwachs von Berkshire seit 1965. Er liegt im langjährigen Mittel deutlich über dem amerikanischen Gesamtmarkt – und das über einen Zeitraum, den kein anderer Investor vorweisen kann.
| Kennzahl | Bedeutung |
|---|---|
| Buchwert je Aktie | die Größe, an der Buffett den Erfolg selbst misst |
| Vergleichsmaßstab | der breite amerikanische Aktienindex |
| Zeitraum | über 60 Jahre, mehrere Crashs eingeschlossen |
| Besonderheit | Vorsprung entstand vor allem in Abschwüngen, nicht in Boomphasen |
Der letzte Punkt wird oft übersehen: In starken Börsenjahren blieb Berkshire regelmäßig hinter dem Markt zurück. Der Vorsprung entstand, weil das Unternehmen in Krisen weniger verlor und dann günstig zukaufen konnte.
Diese Asymmetrie ist die eigentliche Lehre. Wer Verluste begrenzt, braucht keine spektakulären Gewinne – der Zinseszins erledigt den Rest über die Zeit.
Der Aktionärsbrief
Einmal im Jahr schreibt Buffett einen Brief an die Aktionäre. Diese Texte gelten als Lehrbuch für Anleger: Sie erklären Entscheidungen, benennen Fehler und erläutern wirtschaftliche Zusammenhänge in verständlicher Sprache.
Für Privatanleger sind sie eine der wenigen frei zugänglichen Quellen, in denen ein Investor dieser Größenordnung sein Vorgehen offenlegt. Die Briefe reichen Jahrzehnte zurück und sind auf der Unternehmensseite abrufbar.
Was Anleger übernehmen können
Die Methode ist übertragbar, anders als bei Gründervermögen. Buffett kaufte Aktien börsennotierter Unternehmen – dieselben, die jedem Anleger offenstehen.
Die Rahmenbedingungen nicht. Der Float aus dem Versicherungsgeschäft verschaffte ihm dauerhaft Kapital zu Konditionen, die Privatanleger nicht bekommen.
Sein wichtigster Rat für andere lautet seit Jahren, in breit streuende Indexfonds zu investieren statt einzelne Aktien auszuwählen – nachzulesen im Beitrag Was ist ein ETF.
Die Nachfolgeregelung im Detail
Die Übergabe war über Jahre vorbereitet und in drei Rollen aufgeteilt – ein Modell, das in dieser Form selten ist.
| Rolle | Person | Aufgabe |
|---|---|---|
| Vorstandsvorsitzender | Greg Abel | operative Führung aller Geschäftsbereiche |
| Verwaltungsratsvorsitzender | Howard Buffett | Bewahrung der Unternehmenskultur |
| Ehrenvorsitzender | Warren Buffett | beratende Funktion, weiterhin im Gremium |
| Anlageverwaltung | zwei langjährige Manager | Betreuung des Aktienportfolios |
| Versicherungsgeschäft | ein weiterer stellvertretender Vorsitzender | Steuerung der Versicherer |
Die Aufteilung folgt einer Überlegung: Buffetts Rolle vereinte Funktionen, die kaum eine Person nachbilden kann. Statt eines Nachfolgers gibt es deshalb mehrere.
Für Aktionäre bleibt die offene Frage, ob die Kapitalallokation – Buffetts eigentliche Stärke – ohne ihn ähnlich gelingt. Erste Zukäufe unter der neuen Führung deuten auf einen aktiveren Einsatz der Barmittel hin.
Häufige Fragen
Wie hoch ist Buffetts Vermögen?
Schätzungen liegen bei rund 146 Milliarden Dollar. Der Wert schwankt mit dem Kurs von Berkshire Hathaway und sinkt regelmäßig durch seine Spenden.
Warum zahlt Berkshire keine Dividende?
Buffett hielt es für sinnvoller, Gewinne im Unternehmen zu reinvestieren, statt sie auszuschütten. Aktionäre sollten am steigenden Unternehmenswert verdienen – Hintergründe im Beitrag zur Dividende.
Was unterscheidet die Aktiengattungen A und B?
Die A-Aktie wurde nie gesplittet und kostet einen sechsstelligen Betrag. Die 1996 eingeführte B-Aktie entspricht einem kleinen Bruchteil davon und ist für Privatanleger zugänglich – zum Mechanismus siehe Aktiensplit.
Kann man Buffetts Käufe nachvollziehen?
Ja. Berkshire muss sein Aktienportfolio quartalsweise offenlegen. Die Meldungen erscheinen allerdings mit Verzögerung – wer nachkauft, handelt nie zu denselben Kursen.
Wer führt das Unternehmen jetzt?
Greg Abel als Vorstandsvorsitzender, Howard Buffett als Vorsitzender des Verwaltungsrats. Warren Buffett bleibt Ehrenvorsitzender und Mitglied des Gremiums.
Einordnung
Buffetts Bilanz über sechs Jahrzehnte ist an den Börsen unerreicht: Aus einer Textilfabrik wurde ein Konglomerat mit Eisenbahn, Versicherern, Energieversorgern und Beteiligungen an Weltkonzernen.
Aus Sicht der Marktteilnehmer beginnt nun die eigentliche Prüfung. Über Jahrzehnte enthielt der Kurs von Berkshire einen Aufschlag für die Person Buffett. Ob die Struktur ohne ihn ähnlich funktioniert, entscheidet sich in den kommenden Jahren. Weitere Vermögende im Vergleich zeigt die Übersicht Die reichsten Menschen der Welt.
Quellen
- Berkshire Hathaway – Aktionärsbriefe und Unternehmensmeldungen
- Forbes – Vermögensschätzungen
- US-Börsenaufsicht SEC – Pflichtveröffentlichungen zum Beteiligungsportfolio
Stand: 27. September 2026. Vermögensangaben sind Schätzungen und schwanken mit den Kursen. Angaben ohne Gewähr, keine Anlageberatung.