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Aktie im Porträt

grenke Aktie: Small-Ticket-Leasing mit steigender Schadensquote

grenke finanziert kleinvolumige Investitionsgüter für kleine und mittlere Unternehmen, vor allem IT-Ausstattung, Kopiergeräte und Produktionsmaschinen. Das Unternehmen bezeichnet sich als Spezialist für Small-Ticket-Leasing bei Verträgen bis 50.000 Euro; 96,5 Prozent der 2025 abgeschlossenen Verträge lagen in diesem Segment.

Das erste Halbjahr 2026 liest sich in zwei Richtungen: Das Konzernergebnis stieg um knapp 25 Prozent und die Kostenquote verbesserte sich deutlich, gleichzeitig fiel der Deckungsbeitrag 2 um 7,1 Prozent und die Schadensquote stieg von 1,7 auf 2,0 Prozent. Dieses Portrait ordnet beides ein.

Unternehmensprofil

SitzBaden-Baden. Eine abweichende rechtliche Sitzangabe war nicht auffindbar
RechtsformAktiengesellschaft
Gründung1978 in Baden-Baden
BrancheSmall-Ticket-Leasing als Kerngeschäft, dazu Bankgeschäft über die grenke Bank AG und ein Factoringgeschäft, das an die Teylor AG verkauft wird. Berichtet wird nach Regionen: DACH, Westeuropa ohne DACH, Südeuropa, Nord- und Osteuropa sowie Sonstige Regionen
MitarbeiterMehr als 2.400 zum Jahresende 2025, im Jahresdurchschnitt 2.439 Köpfe beziehungsweise 2.331 Vollzeitäquivalente. Für das erste Halbjahr 2026 nennt das Unternehmen mehr als 2.500 Mitarbeiter in 31 Ländern
VorstandsvorsitzDr. Sebastian Hirsch. Das Board of Directors hatte Ende 2025 vier Mitglieder, darunter Isabel Tufet Bayona als COO seit dem 01.09.2025. Die übrigen Namen sind aus den geprüften Primärquellen nicht belegbar
ISINDE000A161N30
WKNA161N3
IndexSDAX, Regulierter Markt im Prime Standard, Kürzel GLJ
Geschäftsjahr01.01. bis 31.12.
Aktienzahl46.495.573 Namensaktien zu je 1,00 Euro, Grundkapital 46.495.573 Euro. Ausschüttungsberechtigt waren zum 31.12.2025 44.177.878 Aktien
AktionärsstrukturGrenke Beteiligung GmbH & Co. KG 40,84 Prozent, Universal Investment 5,36 Prozent, GRENKE-Stiftung 3,03 Prozent, eigene Aktien 2.317.695 Stück beziehungsweise 4,98 Prozent aus dem Rückkauf 2024, Organmitglieder zusammen rund 0,2 Prozent, Streubesitz nach der Methodik der Deutschen Börse 59,16 Prozent zum 31.12.2025. Kommanditisten der Grenke Beteiligung sind Wolfgang, Anneliese, Moritz, Roland und Oliver Grenke

Kursverlauf

Der Chart zeigt den Wochenverlauf der fünf Jahre. Kursdaten über TradingView.

Das Geschäftsmodell

Das Kerngeschäft ist einfach beschrieben: grenke least kleinvolumige Investitionsgüter an kleine und mittlere Unternehmen. 97,5 Prozent der Zinserträge des Konzerns stammten 2025 aus dem Leasinggeschäft. Der Vertrieb läuft über mehr als 34.500 Fachhandelspartner an mehr als 716.000 Kunden in 31 Ländern und an 125 Standorten. Nach Objektkategorien verteilten sich die Neuverträge 2025 auf IT mit 28,0 Prozent, Kopiergeräte mit 20,4 Prozent, Produktionsmaschinen mit 15,7 Prozent und Green Economy mit 15,6 Prozent.

Die Ergebnisrechnung folgt einer Bankenlogik. Zentrale Größen sind das Zinsergebnis, das im ersten Halbjahr 2026 bei 214,9 Mio. Euro lag, der Deckungsbeitrag 2 mit 260,8 Mio. Euro und die zugehörige Marge von 15,9 Prozent. Dahinter steht der Bestand: 7,7 Mrd. Euro Leasingforderungen zum 30.06.2026 nach 7,3 Mrd. Euro zum Jahresende.

Die Refinanzierung läuft maßgeblich über die eigene Bank. Die grenke Bank AG nimmt Kundeneinlagen an, 2025 waren es 2.408,2 Mio. Euro Einlagenvolumen, und erwirbt Leasingforderungen des Konzerns. Für 2025 wies die Bank eine Eigenkapitalquote von 17,3 Prozent, eine Gesamtkapitalquote nach CRR von ebenfalls 17,3 Prozent, eine Leverage Ratio von 11,1 Prozent und eine Liquidity Coverage Ratio von 565,4 Prozent aus. Das staatliche Mikrokreditprogramm der Bank endete am 30.06.2026.

Regional ist Europa mit 92,8 Prozent des Leasing-Neugeschäfts 2025 dominant. Im ersten Halbjahr 2026 verteilte sich das Neugeschäft auf DACH mit 404,8 Mio. Euro und einem Plus von 7,5 Prozent, Westeuropa ohne DACH mit 429,1 Mio. Euro und plus 3,0 Prozent, Südeuropa mit 422,3 Mio. Euro und plus 3,1 Prozent, Nord- und Osteuropa mit 273,2 Mio. Euro und minus 11,2 Prozent sowie Sonstige Regionen mit 115,5 Mio. Euro.

Das Factoring wird abgebaut. Die Factoring-Gesellschaften gehen schrittweise an die Teylor AG über, das Geschäft wird im Segment Sonstige geführt, und der Verkauf der Einheiten in Großbritannien, Irland, Deutschland und Ungarn sowie der Niederlassungen in Italien und Portugal stand Anfang 2026 noch aus. Als künftige Kernmärkte nennt grenke die USA, Kanada und Australien.

Die zuletzt gemeldeten Zahlen

Zuletzt berichtete Periode ist das erste Halbjahr 2026, veröffentlicht am 13.08.2026. Der Deckungsbeitrag 2 ist bei grenke die zentrale Margengröße des Neugeschäfts, die Schadensquote die zentrale Risikogröße.

KennzahlH1 2026H1 2025Veränderung
Leasing-Neugeschäftsvolumen1.644,9 Mio. Euro1.622,0 Mio. Europlus 1,4 %
Zinsergebnis214,9 Mio. Euro200,8 Mio. Europlus 7,0 %
Deckungsbeitrag 2260,8 Mio. Euro280,7 Mio. Eurominus 7,1 %
Marge des Deckungsbeitrags 215,9 %17,3 %minus 1,4 Prozentpunkte
Schadensquote2,0 %1,7 %plus 0,3 Prozentpunkte
Cost-Income-Ratio51,6 %56,4 %minus 4,8 Prozentpunkte
Operative Erträge352,6 Mio. Euro317,8 Mio. Europlus 11,0 %
Operative Aufwendungen181,9 Mio. Euro179,2 Mio. Europlus 1,5 %
Schadensabwicklung und Risikovorsorgeminus 118,6 Mio. Eurominus 94,7 Mio. Euro25,2 % höhere Belastung
Operatives Ergebnis45,4 Mio. Euro36,5 Mio. Europlus 24,4 %
Konzernergebnis32,6 Mio. Euro26,2 Mio. Europlus 24,8 %
Eigenkapitalrendite nach Steuern4,6 %3,8 %plus 0,8 Prozentpunkte
Eigenkapitalquote15,4 % (30.06.2026)15,6 % (31.12.2025)minus 0,2 Prozentpunkte
Leasingforderungen7,7 Mrd. Euro7,3 Mrd. Euro (31.12.2025)plus 5,5 %

Ergänzend nennt der Bericht Zinserträge von 358,1 Mio. Euro mit einem Plus von 10,3 Prozent, einen Zinsaufwand von 143,2 Mio. Euro mit plus 15,5 Prozent und einen Personalaufwand von 107,8 Mio. Euro mit plus 3,1 Prozent. Das Eigenkapital nach CRR lag zum 30.06.2026 bei 1.128 Mio. Euro. Einen Einmaleffekt weist grenke nicht ausdrücklich aus, nennt aber Gewinne aus Veräußerungen als Beitrag zu den operativen Erträgen, ohne sie zu beziffern. Auffällig ist die Diskrepanz zwischen operativen Erträgen mit plus 11,0 Prozent und dem Deckungsbeitrag 2 mit minus 7,1 Prozent. Das ist ein Hinweis darauf, dass die Ertragssteigerung nicht aus der Grundmarge des Neugeschäfts kommt. Den Rückgang in Nord- und Osteuropa um 11,2 Prozent führt grenke auf das Auslaufen finnischer Subventionen für E-Bikes und eine hohe Vorjahresbasis zurück, ausdrücklich nicht auf einen Sondereffekt. Ein Ergebnis je Aktie weist der Halbjahresbericht nicht aus; für 2025 waren es 1,29 Euro, für 2024 1,44 Euro.

Prognose für das laufende Geschäftsjahr

Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet grenke ein Konzernergebnis nach Steuern von 74 bis 86 Mio. Euro. Diese Spanne wurde im Jahresverlauf nicht verändert und am 13.08.2026 bestätigt.

Beim Leasing-Neugeschäft wird ein Wachstum auf ein Niveau von mindestens 3,4 Mrd. Euro innerhalb der Spanne von 3,4 bis 3,6 Mrd. Euro angestrebt. Das Unternehmen formuliert dazu, man erwarte derzeit, das untere Ende der Prognosespanne zu erreichen, angesichts des herausfordernden Umfelds.

Für die Cost-Income-Ratio gilt ein Ziel von unter 55 Prozent, für die Eigenkapitalquote rund 15 Prozent und für die Ausschüttungsquote 25 Prozent. Bei der Schadensquote erwartet der Vorstand nunmehr knapp unter 2 Prozent für das Gesamtjahr, bei der Marge des Deckungsbeitrags 2 vorübergehend rund 16 Prozent.

Die Formulierungen nunmehr und vorübergehend sind dabei aufschlussreich: Sie zeigen, dass einzelne Teilziele gegenüber früheren Aussagen angepasst wurden, während die Ergebnisspanne steht. Der eigene Benchmark für die Marge des Deckungsbeitrags 2 liegt bei über 16,5 Prozent und wurde 2025 mit 16,7 Prozent erfüllt. Wann genau diese Teilziel-Anpassungen erstmals veröffentlicht wurden, ob am 13.05. oder erst am 13.08.2026, ist aus den geprüften Unterlagen nicht zu belegen.

Als Langfristziel nennt grenke eine Eigenkapitalrendite nach Steuern von 10 Prozent bis 2030.

Dividende

Für das Geschäftsjahr 2025 wurden 0,42 Euro je Aktie vorgeschlagen und der Hauptversammlung am 24.04.2026 vorgelegt. Das entspricht einer Ausschüttungsquote von rund 25 Prozent und einer Dividendenrendite von 2,69 Prozent.

In den Jahren davor waren es 0,40 Euro für 2024 bei 2,59 Prozent Rendite und 0,47 Euro für 2023 bei 1,88 Prozent.

Die eigene Politik formuliert grenke so: Ein Schlüsselelement der Wachstumsstrategie sei eine verlässliche Dividendenpolitik, und seit Jahren liege die Ausschüttungsquote bei rund 25 Prozent des Konzernergebnisses. Die Dividendenseite ergänzt, die durchschnittliche Quote von 2015 bis 2025 liege bei etwa 25 Prozent. Für 2026 ist erneut eine Quote von 25 Prozent angekündigt.

Eine Aussetzung ist aus den Primärquellen nicht ersichtlich. Ein Hinweis zur Quelle selbst: Der Geschäftsbericht beschreibt die 0,42 Euro an einer Stelle als Vorschlag für das Geschäftsjahr 2026, während die Tabelle sie dem Jahr 2025 zuordnet. Das ist eine Unstimmigkeit in der Quelle, die das Unternehmen nicht auflöst.

Was das Geschäft antreibt

  • Das Zinsergebnis: plus 7,0 Prozent auf 214,9 Mio. Euro bei einem auf 7,7 Mrd. Euro gewachsenen Leasingforderungsbestand.
  • Der Kostenhebel: Die Cost-Income-Ratio verbesserte sich von 56,4 auf 51,6 Prozent, weil die operativen Aufwendungen nur um 1,5 Prozent stiegen, die Erträge aber um 11,0 Prozent.
  • Das Kunden- und Partnernetz: mehr als 716.000 Kunden und mehr als 34.500 Fachhandelspartner in 31 Ländern an 125 Standorten. Das Marktanteilsziel lautet mindestens 10 Prozent, definiert je Region, Objektkategorie und Vertriebskanal.
  • Die eigene Refinanzierung: Die grenke Bank AG hatte 2025 ein Einlagenvolumen von 2.408,2 Mio. Euro, eine Gesamtkapitalquote nach CRR von 17,3 Prozent und eine Liquidity Coverage Ratio von 565,4 Prozent. Eine eigene Bank macht unabhängiger vom Kapitalmarkt.
  • DACH als stärkste Region: plus 7,5 Prozent Neugeschäft auf 404,8 Mio. Euro im ersten Halbjahr.
  • Portfoliobereinigung und Expansion: der Verkauf des Factoringgeschäfts an die Teylor AG mit Abschluss 2026 sowie die Definition der USA, Kanadas und Australiens als künftige Kernmärkte.

Welche Risiken das Unternehmen selbst nennt

  • grenke klassifiziert Risiken im eigenen Risikoinventar nur als wesentlich oder unwesentlich, veröffentlicht aber Limitauslastungen. Das ist konkreter als bei den meisten vergleichbaren Unternehmen.
  • Das Kreditrisiko, also Ausfall- und Migrationsrisiko, bezeichnet das Unternehmen als bedeutendstes Risiko des Konzerns. Der Risikobetrag lag zum 31.12.2025 bei 766,9 Mio. Euro, die Limitauslastung bei 65,5 Prozent.
  • Das Marktpreisrisiko mit Zins-, Währungs- und Credit-Spread-Risiko: 74,2 Mio. Euro bei einer Limitauslastung von 53,0 Prozent.
  • Das operationelle Risiko, das externen Betrug, menschliches Versagen, physische Gefahren, unzureichende interne Regelungen, internen Betrug sowie Conduct-, Compliance-, Modell- und IT-Sicherheitsrisiken umfasst: 78,3 Mio. Euro bei 65,2 Prozent Limitauslastung.
  • Das Geschäfts- und Strategierisiko einschließlich des Risikos, Vertriebsziele zu verfehlen: ein Pauschalpuffer von 65,2 Mio. Euro bei 72,4 Prozent Limitauslastung. Das ist die höchste ausgewiesene Auslastung.
  • Das Reputationsrisiko ist mit einem Pauschalpuffer von 45,0 Mio. Euro als wesentlich eingestuft, ebenso das Liquiditätsrisiko einschließlich Refinanzierungsrisiko und das Steuerrisiko. Als unwesentlich gelten Pensions-, Versicherungs-, Immobilien-, Beteiligungs-, Step-in-, Länder- sowie rechtliche, politische und soziale Risiken.
  • ESG-Risiken führt grenke nicht als eigene Kategorie, sondern als Treiber in allen Risikoarten. Klima- und Umweltrisiken würden im Zeitverlauf zunehmen und langfristig wesentlich werden. Die Gesamtrisikoauslastung lag bei 66 Prozent eines Risikolimits von 1.565 Mio. Euro. Im Halbjahresbericht 2026 nennt grenke zusätzlich geopolitische und makroökonomische Rahmenbedingungen, die Schadensquote, Refinanzierungskosten und Kapitalmarktvolatilität als aktuelle Risikofelder.

Wettbewerb

grenke gehört zu den wenigen Unternehmen, die Wettbewerber namentlich nennen. Der Geschäftsbericht 2025 führt BNP Paribas, DLL und Crédit Mutuel als wesentliche Wettbewerber in Europa an und charakterisiert das Umfeld strukturell: Die europäischen Konkurrenten seien überwiegend bank- oder herstellergebundene Leasinggesellschaften. Daraus leitet grenke die eigene Positionierung ab, nämlich bankenunabhängig und auf das Massengeschäft mit kleinen Ticketgrößen spezialisiert zu sein. In Frankreich ist das Unternehmen nach einer Studie von Exaegis aus dem Jahr 2025 einer der größten Anbieter und der größte bankenunabhängige; in Italien beansprucht es eine führende Position im Small-Ticket-Leasing.

Für die eigene Marktentwicklung nennt grenke konkrete Größen: 2025 sei der Marktanteil europaweit gewachsen, bei 7,8 Prozent Zuwachs im Leasing-Neugeschäft. Angestrebt wird ein Marktanteil von mindestens 10 Prozent, definiert je Region, Objektkategorie und Vertriebskanal. Aufschlussreich ist die Chancenlogik des Unternehmens: Es sieht Gelegenheiten dort, wo Wettbewerber sich aus Märkten zurückziehen, sei es wegen regulatorischer Anforderungen oder weil ihnen die Kosteneffizienz für das Massengeschäft fehlt.

Termine

DatumEreignis
12.11.2026Quartalsmitteilung für das dritte Quartal und die ersten neun Monate 2026. Weitere künftige Termine enthält der veröffentlichte Kalender nicht

Fazit

Die Halbjahreszahlen lesen sich in zwei Richtungen. Positiv: Zinsergebnis plus 7,0 Prozent, operative Erträge plus 11,0 Prozent bei nur 1,5 Prozent höheren Aufwendungen, Cost-Income-Ratio von 56,4 auf 51,6 Prozent verbessert und ein Konzernergebnis von plus 24,8 Prozent auf 32,6 Mio. Euro. Negativ: Der Deckungsbeitrag 2 fiel um 7,1 Prozent, die zugehörige Marge von 17,3 auf 15,9 Prozent, und die Schadensquote stieg von 1,7 auf 2,0 Prozent, wobei die Risikovorsorge um 25,2 Prozent auf 118,6 Mio. Euro zulegte.

Die Frage ist, welche dieser beiden Entwicklungen die strukturelle ist. grenke selbst bezeichnet die Marge von rund 16 Prozent als vorübergehend, gegenüber einem eigenen Benchmark von über 16,5 Prozent, der 2025 mit 16,7 Prozent erfüllt wurde. Ob sich diese Einschätzung bestätigt, zeigt erst das Gesamtjahr.

Zur Prognose ergibt sich eine klare Rechnung: Die Spanne von 74 bis 86 Mio. Euro Konzernergebnis steht gegen 32,6 Mio. Euro im ersten Halbjahr. Das zweite Halbjahr müsste also mindestens 41,4 Mio. Euro liefern, am oberen Ende 53,4 Mio. Euro. Gleichzeitig hat das Unternehmen beim Neugeschäft bereits auf das untere Ende der Spanne hingewiesen. Wie sich eine Schadensquote von knapp unter 2 Prozent und eine schwächere Marge mit einem Ergebnissprung im zweiten Halbjahr vereinbaren lassen, erläutert der Halbjahresbericht nicht.

Strukturell laufen zwei Umbauten parallel: der Verkauf des Factoringgeschäfts an die Teylor AG, der 2026 abgeschlossen werden soll, und der Aufbau der neuen Kernmärkte USA, Kanada und Australien. Beides bindet Management-Aufmerksamkeit.

Dazu kommt das Langfristziel von 10 Prozent Eigenkapitalrendite nach Steuern bis 2030, gegenüber 4,6 Prozent im ersten Halbjahr 2026 bei einer Eigenkapitalquote von 15,4 Prozent. Welcher Teil dieser Verdopplung aus Margen, welcher aus Volumen und welcher aus Kosten kommen soll, ist in den veröffentlichten Unterlagen nicht aufgeschlüsselt. Für Anleger ist das die eigentliche Bewertungsfrage.

Fragen und Antworten

Was macht grenke?

grenke verleast kleinvolumige Investitionsgüter an kleine und mittlere Unternehmen, vor allem IT, Kopiergeräte und Produktionsmaschinen, mit Vertragsvolumen bis 50.000 Euro. Der Vertrieb läuft über mehr als 34.500 Fachhandelspartner. Dazu kommen eine eigene Bank für die Refinanzierung und ein Factoringgeschäft, das verkauft wird.

In welchem Index ist die grenke Aktie?

Im SDAX, gehandelt im Prime Standard. Die ISIN lautet DE000A161N30, die WKN A161N3, das Kürzel GLJ.

Was ist der Deckungsbeitrag 2 bei grenke?

Er ist die zentrale Margengröße des Neugeschäfts und zeigt, was nach Refinanzierungs- und Risikokosten von einem Leasingvertrag übrig bleibt. Im ersten Halbjahr 2026 lag er bei 260,8 Mio. Euro, die Marge bei 15,9 Prozent nach 17,3 Prozent im Vorjahr.

Warum ist die Schadensquote gestiegen?

Sie kletterte von 1,7 auf 2,0 Prozent, die Risikovorsorge stieg um 25,2 Prozent auf 118,6 Mio. Euro. Eine ausdrückliche Begründung nennt der Halbjahresbericht nicht. Für das Gesamtjahr erwartet der Vorstand nunmehr knapp unter 2 Prozent.

Zahlt grenke eine Dividende?

Ja. Für das Geschäftsjahr 2025 wurden 0,42 Euro je Aktie vorgeschlagen, nach 0,40 Euro für 2024 und 0,47 Euro für 2023. Die Ausschüttungsquote liegt nach eigener Angabe seit Jahren bei rund 25 Prozent des Konzernergebnisses.

Wer sind die Wettbewerber von grenke?

Das Unternehmen nennt sie selbst: BNP Paribas, DLL und Crédit Mutuel. Es charakterisiert diese als überwiegend bank- oder herstellergebundene Leasinggesellschaften und positioniert sich im Gegensatz dazu als bankenunabhängiger Spezialist für das Massengeschäft.

Wann berichtet grenke das nächste Mal?

Am 12.11.2026 mit der Quartalsmitteilung für das dritte Quartal und die ersten neun Monate 2026.

Quellen

  • grenke AG, Halbjahresmeldung vom 13.08.2026
  • grenke AG, Halbjahresfinanzbericht 2026
  • grenke AG, Geschäftsbericht 2025, Kapitel zu Risiken, Chancen und Ausblick
  • grenke AG, Geschäftsbericht 2025, Kapitel zu den Konzerngrundlagen
  • grenke AG, Geschäftsbericht 2025 als Gesamtdokument
  • grenke AG, Investor-Relations-Seiten zur Aktie, zur Dividende und zum Unternehmenskalender

Stand der Daten: 14. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist eine Einordnung öffentlich verfügbarer Unternehmensangaben und keine Anlageempfehlung.