Beim Sampling kauft ein ETF nicht alle Werte seines Index, sondern eine repräsentative Auswahl. Das senkt die Handelskosten und ist bei großen Indizes der Normalfall.
Warum nicht alles gekauft wird
Ein weltweiter Index enthält über 1.500 Titel, darunter viele mit winzigem Gewicht. Eine Position von 0,01 Prozent verursacht Kauf- und Verwahrkosten, beeinflusst die Wertentwicklung aber kaum.
| Index | Anzahl der Werte | Übliche Methode |
|---|---|---|
| DAX | 40 | vollständig |
| EURO STOXX 50 | 50 | vollständig |
| S&P 500 | 500 | vollständig oder Sampling |
| MSCI World | rund 1.400 | Sampling |
| MSCI All Country World | rund 2.500 | Sampling |
| Breite Anleihenindizes | mehrere Tausend | Sampling |
Wie ausgewählt wird
Das Verfahren ist kein Stock Picking. Die Auswahl erfolgt nach statistischen Regeln, damit der Fonds den Index möglichst genau abbildet.
Optimiertes Sampling. Ein Modell wählt die Werte so aus, dass Branchen-, Länder- und Größenverteilung dem Index entsprechen.
Stratifiziertes Sampling. Der Index wird in Gruppen zerlegt, aus jeder werden die größten Werte gekauft.
Was das für Anleger bedeutet
Die Abweichung vom Index kann in beide Richtungen ausfallen. Sie zeigt sich in der Tracking Difference – bei großen ETFs auf gängige Indizes liegt sie im Bereich weniger Hundertstel.
Ein Nachteil entsteht praktisch nicht. Die fehlenden Kleinstpositionen bewegen den Index kaum, und die gesparten Handelskosten kommen dem Fonds zugute.
Wer wissen will, wie viele Werte ein Fonds tatsächlich hält, findet die Zahl im Factsheet – oft deutlich unter der Anzahl der Indexmitglieder.
Quellen
- Factsheets und Jahresberichte der Fondsanbieter
- Basisinformationsblätter – Angaben zur Anlagepolitik
Stand: 27. September 2026. Angaben ohne Gewähr, keine Anlageberatung.