Richter starten mit rund 4.900 Euro brutto im Monat und erreichen an obersten Gerichten über 11.000 Euro. Die Besoldung folgt der Ordnung R, die sich von der übrigen Beamtenbesoldung unterscheidet.
Die Besoldungsgruppen
| Gruppe | Amt | Monatsbrutto |
|---|---|---|
| R1 | Richter am Amts- oder Landgericht | 4.900 bis 7.400 € |
| R2 | Vorsitzender Richter, Direktor | 7.000 bis 8.300 € |
| R3 | Vorsitzender am Oberlandesgericht | rund 8.500 € |
| R6 | Präsident eines Oberlandesgerichts | rund 10.000 € |
| R8 bis R10 | Bundesrichter und Gerichtspräsidenten | bis über 11.000 € |
Innerhalb von R1 steigt das Gehalt über acht Erfahrungsstufen mit den Dienstjahren. Anders als in der A-Besoldung gibt es keine Leistungszulagen – die richterliche Unabhängigkeit schließt eine Bewertung der Rechtsprechung aus.
Der Weg ins Amt
| Schritt | Details |
|---|---|
| Studium | Rechtswissenschaft, rund neun Semester |
| Erstes Staatsexamen | Abschluss des Studiums |
| Referendariat | zwei Jahre, vergütet mit 1.300 bis 1.500 € |
| Zweites Staatsexamen | Befähigung zum Richteramt |
| Einstellung | Prädikatsexamen in beiden Prüfungen erwartet |
Die Examensnoten entscheiden. In den meisten Ländern wird in beiden Staatsprüfungen ein Prädikat verlangt – eine Hürde, die ein erheblicher Teil der Absolventen nicht nimmt.
Nach der Einstellung folgt eine Probezeit von drei bis fünf Jahren, erst danach wird auf Lebenszeit ernannt.
Die Besonderheit der Unabhängigkeit
Richter sind keine Beamten im üblichen Sinn. Sie unterliegen keiner Weisung, können nicht gegen ihren Willen versetzt werden und sind nur an Gesetz und Recht gebunden.
Das hat Folgen für die Besoldung: Weil die Rechtsprechung nicht bewertet werden darf, gibt es keine Beförderung nach Leistungsbeurteilung – der Aufstieg erfolgt über die Bewerbung auf ausgeschriebene Ämter.
Einordnung
Im Vergleich zur Anwaltschaft in Wirtschaftskanzleien fällt das Einstiegsgehalt niedriger aus – dort sind 120.000 Euro und mehr im Jahr üblich. Dem stehen erheblich längere Arbeitszeiten gegenüber.
Der Staatsdienst bietet Planbarkeit, Versorgung und die fehlenden Sozialabgaben. Die vergleichbare Laufbahn beschreibt der Beitrag Was verdient ein Staatsanwalt.
Alle Berufe im Vergleich: Die Übersicht Was verdienen die Deutschen stellt die Gehälter nebeneinander und erklärt, woher die Unterschiede kommen. Was netto bleibt, zeigt der Gehaltsrechner.
Quellen
- Besoldungsordnung R von Bund und Ländern
- Landesbesoldungsgesetze
- Deutscher Richterbund – Angaben zur Besoldung
Stand: 28. September 2026. Bruttoangaben, Nettowerte im Gehaltsrechner. Angaben ohne Gewähr.