Angestellte Ärzte verdienen nach Tarif zwischen rund 5.700 Euro brutto im Monat als Berufseinsteiger und über 12.000 Euro als leitender Oberarzt. Chefärzte verhandeln einzelvertraglich und liegen darüber.
Die Stufen der Krankenhauslaufbahn
| Position | Monatsbrutto (kommunal) | Merkmal |
|---|---|---|
| Assistenzarzt | 5.722 bis 7.355 € | in Weiterbildung zum Facharzt |
| Facharzt | 7.481 bis 9.100 € | nach bestandener Facharztprüfung |
| Oberarzt | 9.460 bis 10.811 € | Verantwortung für einen Bereich |
| Leitender Oberarzt | 11.128 bis 11.923 € | Vertretung des Chefarztes |
| Chefarzt | einzelvertraglich | oft mit variablen Bestandteilen |
Die Werte gelten für kommunale Krankenhäuser nach dem TV-Ärzte/VKA, gültig seit Juni 2026. An Universitätskliniken gilt ein eigener Tarifvertrag mit leicht höheren Sätzen: Dort liegt das Oberarztgehalt zwischen 9.577 und 10.945 Euro.
Welcher Tarifvertrag gilt
| Träger | Tarifvertrag | Besonderheit |
|---|---|---|
| Kommunale Kliniken | TV-Ärzte/VKA | rund 60.000 Ärzte |
| Universitätskliniken | TV-Ärzte/TdL | etwas höhere Sätze |
| Kirchliche Häuser | AVR von Caritas und Diakonie | eigene Regelungen |
| Private Konzerne | Haustarife | je Klinikkette unterschiedlich |
| Chefärzte | kein Tarif | individuell verhandelt |
Die Tarifsteigerungen erfolgten in drei Schritten zwischen Juli 2024 und Juni 2026 und ergeben zusammen rund acht Prozent mehr Grundgehalt.
Warum das Grundgehalt nicht alles ist
Zum Tabellenentgelt kommen Zuschläge für Bereitschaftsdienste, Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit. Bei Ärzten machen sie einen erheblichen Teil des tatsächlichen Einkommens aus.
Bereitschaftsdienste werden mit festen Stundensätzen je Entgeltgruppe vergütet, zuzüglich eines Zuschlags von 15 Prozent. Ein Assistenzarzt startet dabei bei rund 37 Euro je Stunde.
Wer viele Dienste übernimmt, kommt deutlich über das Tabellengehalt – zahlt dafür aber mit Arbeitszeiten, die weit über der üblichen Wochenarbeitszeit liegen.
Der Weg zum Facharzt
| Abschnitt | Dauer | Vergütung |
|---|---|---|
| Medizinstudium | sechs Jahre | keine |
| Praktisches Jahr | ein Jahr | Aufwandsentschädigung |
| Facharztweiterbildung | fünf bis sechs Jahre | als Assistenzarzt |
| Facharztprüfung | — | danach Entgeltgruppe II |
Bis zur Facharztanerkennung vergehen also rund zwölf Jahre nach dem Abitur. Das erklärt, warum Ärzte trotz hoher Gehälter später mit dem Vermögensaufbau beginnen als viele andere Akademiker.
Niedergelassen statt angestellt
In eigener Praxis gelten andere Regeln: Der Gewinn hängt von Patientenzahl, Leistungsspektrum und den Vorgaben der Kassenärztlichen Vereinigung ab. Hausärzte liegen im Mittel niedriger als spezialisierte Fachärzte.
Hinzu kommen unternehmerische Risiken – Praxisräume, Personal, Geräte und die Altersvorsorge müssen selbst getragen werden. Grundlagen dazu im Beitrag zum ETF-Sparplan.
Alle Berufe im Vergleich: Die Übersicht Was verdienen die Deutschen stellt die Gehälter nebeneinander und erklärt, woher die Unterschiede kommen. Was netto bleibt, zeigt der Gehaltsrechner.
Quellen
- TV-Ärzte/VKA – Entgelttabelle, gültig seit 1. Juni 2026
- TV-Ärzte/TdL für Universitätskliniken
- Marburger Bund – Tarifinformationen
Stand: 28. September 2026. Bruttoangaben, Nettowerte im Gehaltsrechner. Angaben ohne Gewähr.