Chefärzte verdienen im Mittel rund 197.000 Euro brutto im Jahr. Anders als alle übrigen Ärzte unterliegen sie keinem Tarifvertrag – ihre Verträge werden einzeln verhandelt.
Wie sich die Vergütung zusammensetzt
| Bestandteil | Was dahintersteht | Anteil |
|---|---|---|
| Festgehalt | vertraglich vereinbarte Grundvergütung | verlässlicher Teil |
| Variable Vergütung | an Kennzahlen der Abteilung gekoppelt | zunehmend verbreitet |
| Privatliquidation | Abrechnung bei Privatpatienten | je nach Vertrag |
| Nebentätigkeiten | Gutachten, Lehre, Vorträge | genehmigungspflichtig |
Die Spanne ist erheblich: Ein Chefarzt einer kleinen Abteilung im ländlichen Raum verdient einen Bruchteil dessen, was ein Klinikdirektor einer großen Universitätsklinik erreicht.
Der umstrittene variable Anteil
Früher war die Privatliquidation der wichtigste Zusatzverdienst. Heute vereinbaren Kliniken zunehmend variable Bestandteile, die an Kennzahlen gekoppelt sind – etwa Fallzahlen oder Deckungsbeiträge.
Diese Praxis wird kritisch gesehen: Wenn die Vergütung an der Zahl der Eingriffe hängt, entsteht ein Anreiz, der mit der medizinischen Indikation in Konflikt geraten kann.
Die Bundesärztekammer empfiehlt deshalb, variable Bestandteile nicht an Mengen zu koppeln. Verbindlich ist das nicht – die Verträge bleiben Verhandlungssache.
Die Verantwortung
Ein Chefarzt leitet die Abteilung medizinisch und wirtschaftlich. Dazu gehören Personalführung, Budgetverantwortung, Qualitätssicherung und die Haftung für Behandlungsfehler in seinem Bereich.
Die Position ist entsprechend selten: In einem Krankenhaus gibt es je Fachabteilung genau eine. Der Weg dorthin führt über Facharzt, Oberarzt und leitenden Oberarzt und dauert meist zwanzig Jahre und länger – die Stufen stehen im Beitrag Was verdient ein Arzt.
Alle Berufe im Vergleich: Die Übersicht Was verdienen die Deutschen stellt die Gehälter nebeneinander und erklärt, woher die Unterschiede kommen. Was netto bleibt, zeigt der Gehaltsrechner.
Quellen
- Angaben aus Vergütungserhebungen für leitende Ärzte
- Bundesärztekammer – Empfehlungen zu Chefarztverträgen
Stand: 28. September 2026. Bruttoangaben, Nettowerte im Gehaltsrechner. Angaben ohne Gewähr.