Krones Aktie: Analyse, Zahlen und Prognose
Die Krones AG aus dem bayerischen Neutraubling baut Maschinen und ganze Fabriken für die Abfüllung und Verpackung flüssiger Konsumgüter. Hauptkundschaft ist die Getränkeindustrie. Mit über 21.000 Mitarbeitenden und einer Exportquote von rund 91 Prozent erwirtschaftete das Unternehmen 2025 einen Umsatz von 5,66 Milliarden Euro.
Die Halbjahreszahlen 2026 sind ein gutes Beispiel dafür, wie Währungseffekte ein Zahlenwerk verzerren können: Der Auftragseingang stieg um 4,5 Prozent, die EBITDA-Marge verbesserte sich – und der Umsatz ging trotzdem leicht zurück. Der Grund liegt vollständig im Dollarkurs.
Dieses Portrait erklärt das Systemgeschäft hinter Krones, ordnet die Zahlen ein und zeigt, welche Fragen der Weg zu den Mittelfristzielen 2028 aufwirft.
Unternehmensprofil
| Sitz | Neutraubling in Bayern |
| Gegründet | 1951 von Hermann Kronseder |
| Branche | Maschinen- und Anlagenbau für flüssige Konsumgüter |
| Segmente | Abfüll- und Verpackungstechnologie, Prozesstechnologie, Intralogistik |
| Mitarbeitende | 21.339 weltweit (31.12.2025), davon 11.735 in Deutschland |
| Vorstandsvorsitz | Thomas Ricker (seit 11.06.2026, Vorgänger Christoph Klenk) |
| ISIN | DE0006335003 |
| WKN | 633500 |
| Index | MDAX |
| Geschäftsjahr | 1. Januar bis 31. Dezember |
| Aktien | 31.593.072 Inhaber-Stammaktien |
| Großaktionär | Familienkonsortium Kronseder GbR mit 51,9 Prozent, verbunden durch einen Stimmrechtspoolvertrag |
Kursverlauf
Der Chart zeigt den Wochenverlauf der fünf Jahre. Kursdaten über TradingView.
Das Geschäftsmodell
Krones verkauft keine Einzelmaschinen, sondern komplette Linien und ganze Fabriken – von der Prozesstechnik über die Abfüllung bis zur Intralogistik, dazu Beratung und digitale Dienste. Kernkundschaft ist die Getränkeindustrie, daneben Lebensmittel, Genussmittel, Chemie, Kosmetik und Pharma. Das Unternehmen beschreibt sich selbst als einer der international führenden Anbieter ressourcenschonender Getränkeabfüll- und Verpackungstechnik; eine Weltmarktführerschaft oder konkrete Marktanteile reklamiert es nicht.
Die Abfüll- und Verpackungstechnologie ist das Kerngeschäft: PET-, Aseptik-, Dosen- und Glaslinien, das Linienkonzept Ingeniq, das seit Anfang 2025 im Feldeinsatz ist, das Lifecycle-Service-Geschäft sowie die Kompaktklasse über die Töchter Kosme und Gernep. Die Prozesstechnologie umfasst energieeffiziente Getränkeherstellung, Wasseraufbereitung, die biotechnologische Herstellung pflanzlicher Proteine sowie ein Komponentengeschäft. Die Intralogistik läuft über System Logistics mit automatisierten Kommissioniersystemen, Service und Software und expandiert international sowie in Bereiche außerhalb des Getränkemarkts.
Für 2026 hat Krones erstmals Segmentziele veröffentlicht, die die unterschiedliche Profitabilität offenlegen: Abfüll- und Verpackungstechnologie 11,0 bis 11,5 Prozent EBITDA-Marge, Prozesstechnologie 9,0 bis 10,0 Prozent und Intralogistik 7,5 bis 8,5 Prozent. Das Kerngeschäft ist also deutlich margenstärker als die beiden Wachstumsfelder.
Das Geschäft ist stark exportgetrieben: 2025 entfielen 526,0 Millionen Euro auf das Inland und 5.138 Millionen Euro auf das Ausland. Krones hält über 6.800 Voll- und Gebrauchsmusterpatente, unterhält mehr als 100 Tochtergesellschaften und beschäftigt ein internationales Serviceteam von rund 3.000 Personen. Das Servicegeschäft wird über mehr als 1.200 Modular Service Agreements ausgebaut; Ziel ist, rund drei von vier neuen Maschinen selbst zu warten. Die Forschungsquote liegt bei vier bis fünf Prozent des Umsatzes.
Die zuletzt gemeldeten Zahlen
Die folgenden Zahlen stammen aus dem Halbjahresbericht 2026. Entscheidend für das Verständnis: Der berichtete Umsatzrückgang ist vollständig ein Währungseffekt.
| Kennzahl | H1 2026 (Mio. Euro) | H1 2025 (Mio. Euro) | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Umsatz | 2.714,9 | 2.726,5 | −0,4 % (währungsbereinigt +1,8 %) |
| EBITDA | 292,9 | 288,5 | +1,5 % |
| EBITDA-Marge | 10,8 % | 10,6 % | +0,2 Punkte |
| Konzernergebnis | 138,9 | 145,8 | −4,7 % |
| Ergebnis je Aktie | 4,39 Euro | 4,60 Euro | −4,6 % |
| Free Cashflow vor M&A | −30,8 | +46,7 | Vorzeichenwechsel |
| Nettoliquidität (30.06.) | 404,5 | 375,2 | +7,8 % |
| ROCE | 17,7 % | 19,0 % | −1,3 Punkte |
| Auftragseingang | 2.852,5 | 2.730,4 | +4,5 % |
| Auftragsbestand | 4.328,0 | 4.190,4 (31.12.2025) | +3,3 % |
Krones beziffert die negative Währungsumrechnung im Halbjahr auf rund 60 Millionen Euro. Währungsbereinigt wuchs der Umsatz um 1,8 Prozent. Der US-Dollar hat 2025 rund 13 Prozent gegenüber dem Euro verloren – bei einer Exportquote von rund 90 Prozent schlägt das unmittelbar durch. Entsprechend steuert Krones den Umsatz ab dem Geschäftsjahr 2026 währungsbereinigt. Im zweiten Quartal allein lagen Umsatz bei 1.335,8 Millionen Euro (plus 1,5 Prozent), EBITDA bei 143,9 Millionen Euro nach 139,2 Millionen Euro und Konzernergebnis bei 70,4 Millionen Euro nach 69,9 Millionen Euro. Das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz lag im Halbjahr bei 1,05.
Prognose für das laufende Geschäftsjahr
Für 2026 erwartet Krones ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von drei bis fünf Prozent, eine EBITDA-Marge von 10,7 bis 11,1 Prozent und einen ROCE von 19 bis 20 Prozent. Die Prognose wurde sowohl mit der Quartalsmitteilung als auch mit dem Halbjahresbericht unverändert bestätigt; eine Änderung im Jahresverlauf gab es nicht.
Nach Segmenten erwartet das Unternehmen bei der Abfüll- und Verpackungstechnologie zwei bis vier Prozent Umsatzwachstum bei einer EBITDA-Marge von 11,0 bis 11,5 Prozent, bei der Prozesstechnologie null bis fünf Prozent bei 9,0 bis 10,0 Prozent und bei der Intralogistik fünf bis zehn Prozent bei 7,5 bis 8,5 Prozent.
Als Mittelfristziele für 2028 nennt Krones, zuletzt bestätigt auf der Hauptversammlung am 9. Juni 2026, einen Konzernumsatz von rund sieben Milliarden Euro nach 5,7 Milliarden Euro im Jahr 2025, eine EBITDA-Marge von elf bis 13 Prozent, einen ROCE über 20 Prozent und eine Investitionsquote von rund vier Prozent des Umsatzes. Dem Prognosebericht liegt dabei die Annahme zugrunde, dass der Auftragsbestand die Kapazitäten bis weit ins dritte Quartal 2026 auslastet.
Dividende
Die Hauptversammlung am 9. Juni 2026 beschloss 2,80 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2025, ein Plus von 7,7 Prozent gegenüber 2,60 Euro für 2024 und 2,20 Euro für 2023. Die Präsenz lag bei 83,72 Prozent.
Die Dividendenpolitik sieht eine Ausschüttung von 25 bis 30 Prozent des Konzernergebnisses vor. Krones weist darauf hin, seit mehreren Jahren am oberen Ende dieser Spanne zu liegen. Eine Aussetzung der Dividende ist in der dokumentierten Historie ab 2021 nicht enthalten.
Was das Geschäft antreibt
- Auftragsbestand: 4.328,0 Millionen Euro zum 30. Juni 2026, ein Plus von 3,3 Prozent seit Jahresende. Laut Prognosebericht lastet er die Kapazitäten bis weit ins dritte Quartal 2026 aus.
- Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz bei 1,05: Der Auftragseingang lag im Halbjahr mit 2.852,5 Millionen Euro um 4,5 Prozent über Vorjahr und damit über dem Umsatz – ein Zeichen für weiter wachsenden Bestand.
- Exportquote von rund 91 Prozent: Wachstumstreiber und Währungsrisiko zugleich. Im Halbjahr 2026 kostete die Währungsumrechnung rund 60 Millionen Euro Umsatz.
- Servicegeschäft: über 1.200 Modular Service Agreements, mit dem erklärten Ziel, rund drei von vier neuen Maschinen im eigenen Service zu halten – ein Mittel gegen die Zyklizität des Anlagengeschäfts.
- Kapazitätsausbau: rund 50 Millionen Euro Investition in den USA, eine Erweiterung im chinesischen Taicang ab dem zweiten Halbjahr 2026 und ein neues Werk in Indien ebenfalls ab dem zweiten Halbjahr.
- Endmarktwachstum: Der Prognosebericht stützt sich auf eine erwartete Zunahme des weltweiten Konsums abgefüllter Getränke um 2,7 Prozent und eine vom VDMA erwartete Zunahme der deutschen Maschinenproduktion um rund ein Prozent nach einem Minus von rund fünf Prozent im Vorjahr.
Welche Risiken das Unternehmen selbst nennt
- Globale Zollpolitik, die den Welthandel verringern kann – bei einer Exportquote von 91 Prozent ein direkter Hebel.
- Geopolitische Spannungen in Europa, im Nahen Osten und anderen Regionen; militärische Aktionen auf wichtigen Handelsrouten können zu Materialknappheit und Lieferkettenproblemen führen.
- Materialengpässe und globale Lieferkettenstörungen.
- Erhebliche Wechselkursschwankungen, die nach eigener Aussage die Umsatzprognose erschweren.
- Finanzmarktrisiko: Krones verweist im Prognosebericht auf eine mögliche Neubewertung KI-getriebener Produktivitätserwartungen, die eine starke Marktkorrektur auslösen könnte.
- Anhaltend hoher Wettbewerbs- und Kostendruck über das gesamte Jahr 2026.
Wettbewerb
Krones nennt in den eigenen Publikationen keinen einzigen Wettbewerber namentlich und veröffentlicht keine Marktanteile. Die Selbstbeschreibung lautet, einer der international führenden Anbieter ressourcenschonender Getränkeabfüll- und Verpackungstechnik zu sein; im Prognosebericht wird lediglich generisch auf hohen Wettbewerbs- und Kostendruck verwiesen.
Die Positionierung erfolgt über das Systemgeschäft: Krones verkauft komplette Linien und ganze Fabriken aus einer Hand, von der Prozesstechnik über die Abfüllung bis zur Intralogistik und zum Kunststoffrecycling. Dazu kommen eine Forschungsquote von vier bis fünf Prozent des Umsatzes, mehr als 6.800 Patente, ein Serviceteam von rund 3.000 Personen und über 100 Tochtergesellschaften weltweit. Der Ausbau des Servicegeschäfts mit dem Ziel, drei von vier neuen Maschinen selbst zu warten, ist erklärtermaßen ein Mittel, die Zyklizität zu dämpfen und die Marge in Richtung der Mittelfristspanne von elf bis 13 Prozent zu heben.
Termine
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| 06.11.2026 | Quartalsmitteilung zum 30. September 2026 mit Telefonkonferenz |
| 18.02.2027 | Vorläufige Zahlen für das Geschäftsjahr 2026 mit Telefonkonferenz |
| 19.03.2027 | Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2026 |
| 05.05.2027 | Quartalsmitteilung zum 31. März 2027 mit Telefonkonferenz |
| 15.06.2027 | Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2026 in Regensburg |
Fazit
Die Halbjahreszahlen zeigen ein Unternehmen, dessen operative Entwicklung und dessen berichtete Zahlen auseinanderlaufen. Der Auftragseingang stieg um 4,5 Prozent, die EBITDA-Marge verbesserte sich von 10,6 auf 10,8 Prozent, der Auftragsbestand wuchs auf 4.328,0 Millionen Euro. Gleichzeitig ging der Umsatz nominal leicht zurück, das Konzernergebnis um 4,7 Prozent, das Ergebnis je Aktie um 4,6 Prozent, und der Free Cashflow vor Übernahmen drehte von plus 46,7 auf minus 30,8 Millionen Euro. Den Umsatzrückgang erklärt Krones vollständig mit der Währungsumrechnung von rund 60 Millionen Euro.
Die erste offene Frage lautet, ob die vom Unternehmen erwartete Beschleunigung des Umsatzwachstums im zweiten Halbjahr eintritt. Die Jahresprognose von drei bis fünf Prozent währungsbereinigtem Wachstum verlangt nach einem Halbjahr mit 1,8 Prozent eine spürbare Steigerung. Reicht der Auftragsbestand dafür, und wie entwickelt sich der Dollarkurs weiter?
Die zweite offene Frage betrifft den Pfad zu den Mittelfristzielen 2028. Von 5,66 Milliarden Euro Umsatz 2025 auf rund sieben Milliarden Euro und von 10,6 auf elf bis 13 Prozent EBITDA-Marge ist ein erheblicher Sprung. Welchen Anteil sollen dabei die margenschwächeren Segmente Prozesstechnologie und Intralogistik tragen, deren Zielmargen für 2026 bei 9,0 bis 10,0 beziehungsweise 7,5 bis 8,5 Prozent liegen? Und wie viel sollen die neuen Werke in China und Indien sowie die US-Investition beisteuern? Eine segmentbezogene Aufgliederung der Mittelfristziele hat Krones bislang nicht veröffentlicht. Hinzu kommt der am 11. Juni 2026 vollzogene Wechsel an der Vorstandsspitze. Die Quartalsmitteilung am 6. November 2026 ist der nächste Datenpunkt.
Fragen und Antworten
In welchem Index ist die Krones Aktie gelistet?
Krones ist im MDAX notiert. Die ISIN lautet DE0006335003, die WKN 633500. Insgesamt sind 31.593.072 Inhaber-Stammaktien ausgegeben.
Wem gehört Krones?
Das Familienkonsortium Kronseder GbR, bestehend aus Nachfahren des Gründers Hermann Kronseder, hält 51,9 Prozent und damit die Mehrheit, verbunden durch einen Stimmrechtspoolvertrag.
Was macht Krones?
Das Unternehmen baut Maschinen und komplette Anlagen für die Abfüllung und Verpackung flüssiger Konsumgüter, vor allem für die Getränkeindustrie. Dazu kommen Prozesstechnik für die Getränkeherstellung und Wasseraufbereitung sowie Intralogistik mit automatisierten Kommissioniersystemen.
Warum ist der Umsatz 2026 gefallen, obwohl die Aufträge stiegen?
Wegen des Wechselkurses. Krones beziffert die negative Währungsumrechnung im Halbjahr auf rund 60 Millionen Euro. Währungsbereinigt wuchs der Umsatz um 1,8 Prozent. Bei einer Exportquote von rund 91 Prozent schlägt ein schwacher Dollar unmittelbar auf die berichteten Zahlen durch.
Wie viel Dividende zahlt Krones?
Für das Geschäftsjahr 2025 waren es 2,80 Euro je Aktie, ein Plus von 7,7 Prozent gegenüber 2,60 Euro für 2024. Die Dividendenpolitik sieht 25 bis 30 Prozent des Konzernergebnisses vor; Krones liegt nach eigenen Angaben seit mehreren Jahren am oberen Ende dieser Spanne.
Was hat sich Krones bis 2028 vorgenommen?
Rund sieben Milliarden Euro Konzernumsatz nach 5,7 Milliarden Euro im Jahr 2025, eine EBITDA-Marge von elf bis 13 Prozent, einen ROCE über 20 Prozent und eine Investitionsquote von rund vier Prozent des Umsatzes.
Quellen
- Krones AG: Mitteilung zum ersten Halbjahr 2026
- Krones AG: Prognosebericht im Geschäftsbericht 2025 mit Jahres- und Segmentprognose
- Krones AG: Strategie und Steuerungssystem mit den Mittelfristzielen
- Krones AG: Die Krones-Aktie mit ISIN, WKN und Dividendenhistorie
- Krones AG: Hauptversammlungsbeschluss zur Dividende 2025
- Krones AG: Finanzkalender
Stand der Daten: 14. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist eine Einordnung öffentlich verfügbarer Unternehmensangaben und keine Anlageempfehlung.