HORNBACH Holding Aktie: Marktanteilsgewinne in allen Ländern
HORNBACH betreibt großflächige Bau- und Gartenmärkte in Deutschland und sieben weiteren europäischen Ländern, dazu Baustofffachhandel und eigene Immobilien. Das Besondere an diesem Unternehmen ist, dass es seine Märkte überwiegend selbst besitzt, statt sie zu mieten.
Im ersten Halbjahr 2026/27 stieg der Umsatz um 6,0 Prozent, und der Marktanteil wuchs in allen fünf berichteten Ländern. Trotzdem hält das Unternehmen an einer Prognose fest, die deutlich darunter liegt. Dieses Portrait zeigt die Zahlen, die Erklärungen und die Fragen, die offenbleiben.
Unternehmensprofil
| Sitz | 67433 Neustadt an der Weinstraße. Die Postanschrift lautet Hornbachstraße 11, 76879 Bornheim |
| Rechtsform | AG & Co. KGaA. Komplementärin ist die HORNBACH Management AG mit Sitz in 76855 Annweiler. Die Holding ist beim Amtsgericht Ludwigshafen unter HRB 64616 eingetragen |
| Gründung | 1968 mit dem ersten Bau- und Gartenmarkt; 1991 nennt das Unternehmen als weiteren Meilenstein |
| Branche | Bau- und Gartenmärkte. Segmente: HORNBACH Baumarkt AG mit rund 95 Prozent des Konzernumsatzes, HORNBACH Baustoff Union mit rund 5 Prozent, HORNBACH Immobilien AG sowie Zentralbereiche und Konsolidierung |
| Mitarbeiter | 25.911 zum 31.08.2026 nach 25.514 zum 28.02.2026, ein Plus von 1,6 Prozent. Im Jahresdurchschnitt 2025/26 waren es rund 20.968 Vollzeitäquivalente |
| Vorstand der Komplementärin | Albrecht Hornbach als Vorsitzender, dessen Bestellung vertraglich am 31.10.2026 endet, Dr. Joanna Kowalska als Finanzvorständin seit dem 15.08.2025 und Erich Harsch für die Bau- und Gartenmärkte, bestellt bis zum 31.05.2028 |
| Vorstandswechsel | Ab dem 01.11.2026 übernimmt Erich Harsch den Vorsitz von Albrecht Hornbach und bleibt zugleich Vorstandsvorsitzender der HORNBACH Baumarkt AG. Jan Hornbach und Nils Hornbach treten neu in den Vorstand ein; beide sind seit dem 01.06.2023 Vorstandsmitglieder der Baumarkt AG |
| Aufsichtsratsvorsitz | Dr. John Feldmann, Stellvertreter Martin Hornbach. Weitere Mitglieder: Michael Heinz, gewählt in der Hauptversammlung am 10.07.2026, Simona Scarpaleggia, Vanessa Stützle und Melanie Thomann-Bopp |
| ISIN | DE0006083405, Ticker HBH |
| WKN | 608340 nach den Stammdaten der Deutschen Börse. In den Unternehmensquellen wird sie nicht ausgewiesen |
| Index | SDAX, Prime Standard |
| Geschäftsjahr | 01.03. bis 28. beziehungsweise 29.02. Das Geschäftsjahr 2026/27 läuft vom 01.03.2026 bis zum 28.02.2027 |
| Aktienzahl | 16.000.000 Stückaktien. Zum 31.08.2026 hielt das Unternehmen 60.000 eigene Aktien |
| Aktionärsstruktur | Die Familien-Treuhand der Familie Hornbach hält 37,5 Prozent und ist vertraglich verpflichtet, mindestens 10 Prozent zu halten. Der Streubesitz liegt bei 62,5 Prozent |
Kursverlauf
Der Chart zeigt den Wochenverlauf der fünf Jahre. Kursdaten über TradingView.
Das Geschäftsmodell
Das Kerngeschäft sind großflächige Bau- und Gartenmärkte, die HORNBACH Megastores nennt. Zum 31.08.2026 waren es 177 Märkte mit rund 2,1 Mio. Quadratmetern Verkaufsfläche, davon 100 in Deutschland und 77 im übrigen Europa. Zum Geschäftsjahresende werden 179 Märkte erwartet. Die HORNBACH Baustoff Union betreibt zusätzlich 39 Niederlassungen im Baustofffachhandel.
Im ersten Halbjahr 2026/27 erzielte die Baumarkt AG 3.603,2 Mio. Euro Umsatz, ein Plus von 5,9 Prozent, bei einem bereinigten EBIT von 261,6 Mio. Euro. Die Baustoff Union kam auf 212,7 Mio. Euro, ein Plus von 8,6 Prozent, bei 5,7 Mio. Euro EBIT. Die Immobilien AG erzielte 47,3 Mio. Euro Umsatz und 36,8 Mio. Euro EBIT.
Dieser letzte Punkt verdient Aufmerksamkeit: Die Immobiliengesellschaft steuert bei 1,2 Prozent des Umsatzes knapp 13 Prozent des Konzern-EBIT bei. Wer HORNBACH beurteilt, beurteilt auch einen Immobilienbestand.
Regional verteilte sich der Konzernumsatz im Halbjahr auf Deutschland mit 1.881,8 Mio. Euro, ein Plus von 4,3 Prozent, und das übrige Europa mit 1.934,4 Mio. Euro, ein Plus von 7,7 Prozent. Damit entstehen inzwischen 53,6 Prozent des Umsatzes außerhalb Deutschlands. Einzelne Länderumsätze veröffentlicht das Unternehmen nicht, wohl aber Marktanteile.
Expandiert wird in drei Richtungen: neue Märkte, bestehende Fläche und Online-Handel. Im April 2026 eröffnete ein Markt im slowakischen Trnava, geplant sind Graz in Österreich und ein Bodenbelagsmarkt im niederländischen Beuningen. Serbien kommt als neues Land hinzu.
Die zuletzt gemeldeten Zahlen
Zuletzt berichtete Periode sind das zweite Quartal und das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2026/27, also der Zeitraum vom 01.03. bis zum 31.08.2026. Der Halbjahresfinanzbericht ist am 23.09.2026 unterzeichnet, der Finanzkalender nennt den 29.09.2026 als Veröffentlichungstermin.
| Kennzahl (Mio. Euro) | 6M 2026/27 | 6M 2025/26 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Umsatz netto | 3.816,2 | 3.599,1 | plus 6,0 % |
| EBITDA | 402,8 | 383,2 | plus 5,1 % |
| EBIT | 285,9 | 272,7 | plus 4,9 % |
| Bereinigtes EBIT | 285,6 | 272,2 | plus 4,9 % |
| Marge des bereinigten EBIT | 7,5 % | 7,6 % | minus 0,1 Prozentpunkte |
| Ergebnis vor Steuern | 248,9 | 243,6 | plus 2,2 % |
| Periodenüberschuss | 182,2 | 178,9 | plus 1,8 % |
| Ergebnis je Aktie | 10,93 Euro | 10,74 Euro | plus 1,8 % |
| Investitionen | 121,0 | 106,7 | plus 13,5 % |
| Operativer Cashflow | 352,0 | 271,6 | plus 29,6 % |
| Free Cashflow nach Dividenden | 194,9 | 129,6 | plus 50,4 % |
Im zweiten Quartal allein stieg der Umsatz um 7,3 Prozent auf 1.813,7 Mio. Euro und das bereinigte EBIT um 12,8 Prozent auf 124,6 Mio. Euro, bei einer Marge von 6,9 nach 6,5 Prozent. Das ist bemerkenswert, weil das erste Quartal nur 4,9 Prozent Umsatzplus und ein leicht rückläufiges bereinigtes EBIT von 161,0 Mio. Euro gebracht hatte. Das zweite Quartal hat die Schwäche des ersten also vollständig ausgeglichen. Zur Bilanz zum 31.08.2026 im Vergleich zum 28.02.2026: Nettofinanzschulden einschließlich Leasing 1.173,6 nach 1.347,9 Mio. Euro, ohne Leasing 195,1 nach 330,0 Mio. Euro, ein Minus von 40,9 Prozent, Verschuldungsgrad 2,3 nach 2,8, Eigenkapital 2.277,2 nach 2.147,2 Mio. Euro und eine Eigenkapitalquote von 45,8 nach 44,5 Prozent. Die Ergebnisqualität ist sauber: Nicht-operative Posten summierten sich im Halbjahr auf plus 0,3 Mio. Euro, berichtetes und bereinigtes EBIT liegen praktisch gleichauf. Ein Immobiliengewinn von 1,8 Mio. Euro aus dem Verkauf einer nicht betriebsnotwendigen Immobilie wurde durch eine Wertminderung von 1,5 Mio. Euro auf zwei weitere nahezu neutralisiert. Eine Immobilie mit einem Buchwert von 40,5 Mio. Euro wurde als zur Veräußerung gehalten umgegliedert. Auf der Finanzierungsseite zahlte HORNBACH am 27.07.2026 eine Anleihe über 250 Mio. Euro vorzeitig zurück und nahm neue Mittel über 395 Mio. Euro auf, überwiegend einen Schuldschein über 300 Mio. Euro und ein KfW-Darlehen über 85 Mio. Euro.
Prognose für das laufende Geschäftsjahr
Für das Geschäftsjahr 2026/27 erwartet der Konzern nach dem Wortlaut des Halbjahresberichts weiterhin einen Nettoumsatz auf oder leicht über dem Vorjahresniveau sowie ein bereinigtes EBIT auf dem Niveau des Geschäftsjahres 2025/26 von 264,7 Mio. Euro. In den Highlights heißt es, die Prognose werde bei anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten bestätigt.
Hilfreich ist, dass HORNBACH seine Prognosesprache selbst definiert: Auf Vorjahresniveau bedeutet beim Umsatz minus 2 bis plus 2 Prozent und beim bereinigten EBIT minus 5 bis plus 5 Prozent. Leicht bedeutet beim Umsatz 2 bis 6 Prozent und beim bereinigten EBIT 5 bis 12 Prozent, jeweils in beide Richtungen.
Die Erstabgabe erfolgte am 19.05.2026 mit dem Jahresfinanzbericht 2025/26. Bestätigt wurde die Prognose am 27.08.2026 und erneut mit dem Halbjahresbericht. Eine Änderung hat es im Jahresverlauf nicht gegeben.
Zum Investitionsaufwand erklärt das Unternehmen, er solle 2026/27 deutlich über dem Vorjahr liegen und auch in den kommenden Jahren erhöht bleiben, getrieben von der Expansion in bestehenden Ländern und von Serbien als neuem Markt.
Quantifizierte Mittelfristziele veröffentlicht HORNBACH nicht. Qualitativ nennt es das Ziel einer dauerhaft stabilen und im Branchenvergleich hohen bilanziellen Eigenkapitalquote.
Dividende
Für das Geschäftsjahr 2025/26 zahlte HORNBACH 2,40 Euro je Aktie, insgesamt 39,7 Mio. Euro. Die Zahlung erfolgte nach der Hauptversammlung am 10.07.2026 in Landau in der Pfalz. Die Ausschüttungsquote lag bei 27,7 Prozent nach 27,3 Prozent im Vorjahr.
Der Halbjahresbericht bezeichnet das Ausschüttungsvolumen als unverändert gegenüber dem Vorjahr, was auf eine ebenfalls unveränderte Dividende von 2,40 Euro für 2024/25 hindeutet. Ausdrücklich ausgewiesen ist das nicht, und eine längere Dividendenhistorie konnten wir aus Primärquellen nicht belegen.
Die eigene Politik ist knapp formuliert: eine Dividende mindestens auf dem Niveau des Vorjahres. Aussetzungen sind in den geprüften Quellen nicht erkennbar.
Zusätzlich hat HORNBACH zwischen dem 16.07. und dem 11.08.2026 insgesamt 60.000 eigene Aktien für 5,0 Mio. Euro erworben, und zwar für ein Mitarbeiterbeteiligungsprogramm. Bis zu 5.000 weitere Aktien können zurückgekauft werden, die Ermächtigung umfasst insgesamt bis zu 65.000 Aktien.
Was das Geschäft antreibt
- Die Beschleunigung im zweiten Quartal: Umsatz plus 7,3 Prozent, bereinigtes EBIT plus 12,8 Prozent, Marge von 6,5 auf 6,9 Prozent, nach einem schwachen ersten Quartal.
- Das Auslandsgeschäft trägt stärker als Deutschland: plus 7,7 Prozent im übrigen Europa gegenüber plus 4,3 Prozent in Deutschland. Inzwischen entstehen 53,6 Prozent des Umsatzes außerhalb Deutschlands.
- Marktanteilsgewinne in allen berichteten Ländern nach Daten der GfK für Januar bis Juli 2026: Tschechien 40,1 Prozent nach 38,5 Prozent, Niederlande 29,8 nach 28,8 Prozent, Österreich 18,0 nach 17,7 Prozent, Deutschland 15,9 nach 15,5 Prozent und Schweiz 15,4 nach 14,8 Prozent.
- Expansion: 177 Märkte zum 31.08.2026 mit dem Ziel von 179 zum Geschäftsjahresende, dazu Serbien als neues Land und eine um 8,6 Prozent gewachsene Baustoff Union.
- Die geplante Übernahme von sechs Standorten der insolventen Kette Hellweg. HORNBACH formuliert, dies sichere Marktanteile im Heimatmarkt. Die Transaktion hängt von einer Prüfung durch das Bundeskartellamt und der gerichtlichen Bestätigung des Insolvenzplans ab; zusätzliche Vorlauf- und Umbaukosten werden anfallen.
- Entschuldung und Mittelzufluss: operativer Cashflow plus 29,6 Prozent, Free Cashflow nach Dividenden plus 50,4 Prozent, Nettofinanzschulden ohne Leasing minus 40,9 Prozent und eine Eigenkapitalquote von 45,8 Prozent.
Welche Risiken das Unternehmen selbst nennt
- Vorab: Der Halbjahresbericht enthält keinen eigenständigen Risiko- und Chancenbericht mit Bewertungsskala, und der Jahresfinanzbericht 2025/26 war für uns nicht abrufbar. Die folgenden Punkte nennt HORNBACH im Halbjahresbericht und in der Mitteilung vom 27.08.2026 selbst.
- Logistikkosten und Einkaufspreise.
- Offene Tarifabschlüsse in Deutschland. Das Unternehmen erwartet einen moderaten Kostenanstieg aus Lohnerhöhungen und IT-Projekten.
- Zurückhaltende, preisbewusste Konsumenten und Zögern bei größeren Projekten.
- Steigende Personal-, Instandhaltungs- und IT-Kosten sowie Inflation. Energiepreise würden verzögert an Verbraucher weitergegeben, die Inflation in Deutschland und der EU solle erhöht bleiben; die EZB erwarte 3 Prozent Inflation im Euroraum für 2026.
- Geopolitische Entwicklungen mit möglichem Einfluss auf die Konsumstimmung sowie auf Einkaufs- und Logistikpreise.
- Das Transaktionsrisiko bei Hellweg: die Abhängigkeit von Bundeskartellamt und gerichtlicher Bestätigung des Insolvenzplans sowie zusätzliche Vorlauf- und Umbaukosten.
- Saisonalität und Wetter. Das Herbst- und Wintergeschäft ist typischerweise schwächer, das erste Halbjahr also nicht zwingend indikativ für das Gesamtjahr.
- Eventualverbindlichkeiten von 161,6 Mio. Euro, überwiegend aus bedingten Leasingverhältnissen, deren Zahlungszeitpunkt außerhalb des Einflussbereichs des Unternehmens liegt. Hinzu kommt ein Covenant, der eine Eigenkapitalquote von mindestens 25 Prozent verlangt; tatsächlich sind es 45,8 Prozent.
Wettbewerb
HORNBACH nennt mit Hellweg einen Wettbewerber namentlich, und zwar als insolvente Kette, von der sechs Standorte übernommen werden sollen. Ansonsten arbeitet das Unternehmen mit Marktanteilsangaben, die es externen Daten der GfK entnimmt. Für Januar bis Juli 2026 nennt es Tschechien mit 40,1 Prozent, die Niederlande mit 29,8 Prozent, Österreich mit 18,0 Prozent, Deutschland mit 15,9 Prozent und die Schweiz mit 15,4 Prozent, jeweils über dem Vorjahreswert.
Das ist eine belastbarere Aussage als die meisten Selbsteinschätzungen, weil sie von einem Dritten stammt und in allen fünf Ländern in dieselbe Richtung zeigt. Marktgrößenangaben macht HORNBACH nicht. Zur eigenen Positionierung verweist das Unternehmen auf die Familienführung, das Ziel einer im Branchenvergleich hohen Eigenkapitalquote und die Steuerung über Umsatz und bereinigtes EBIT.
Termine
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| 04.11.2026 | Kapitalmarktforum Mannheim |
| 11.11.2026 | Münchner Kapitalmarkt Konferenz |
| 18.11.2026 | EMEA Consumer Conference, Paris |
| 24.11.2026 | Deutsches Eigenkapitalforum, Frankfurt |
| 22.12.2026 | Veröffentlichung der Quartalsmitteilung zum dritten Quartal |
Fazit
Das erste Halbjahr 2026/27 ist das bislang deutlichste Signal, dass HORNBACH aus der Konsumflaute im Heimwerkermarkt heraus ist, jedenfalls relativ zum Wettbewerb. 3.816,2 Mio. Euro Umsatz mit einem Plus von 6,0 Prozent bei Marktanteilsgewinnen in allen fünf berichteten Ländern bedeuten, dass das Wachstum nicht nur aus Preis und Fläche kommt. Auffällig ist der Verlauf innerhalb des Halbjahres: Nach einem schwachen ersten Quartal kam ein zweites mit plus 7,3 Prozent Umsatz und plus 12,8 Prozent bereinigtem EBIT.
Die Ergebnisqualität ist dabei sauber. Nicht-operative Posten summieren sich auf plus 0,3 Mio. Euro, berichtetes und bereinigtes EBIT liegen praktisch gleichauf. Wer diese Zahlen bewertet, muss keine Sondereffekte herausrechnen. Das ist seltener, als es sein sollte.
Bilanziell hat das Unternehmen das Halbjahr zum Schuldenabbau genutzt. Die Nettofinanzschulden ohne Leasing sanken um 40,9 Prozent, der Verschuldungsgrad von 2,8 auf 2,3, die Eigenkapitalquote stieg auf 45,8 Prozent bei einem Covenant von 25 Prozent. Die vorzeitig zurückgezahlte Anleihe über 250 Mio. Euro wurde durch einen Schuldschein und ein KfW-Darlehen ersetzt. Offen bleibt, wie sich die Konditionen der neuen Mittel gegenüber der getilgten Anleihe verhalten; dazu macht das Unternehmen keine Angabe.
Die Prognose wirkt nach diesem Halbjahr auffällig vorsichtig. Nach den eigenen Definitionen entspricht sie beim Umsatz minus 2 bis plus 6 Prozent, während das Halbjahr plus 6,0 Prozent gebracht hat, und beim bereinigten EBIT einem Korridor um 264,7 Mio. Euro, während im Halbjahr bereits 285,6 Mio. Euro erreicht wurden. Das zweite Halbjahr ist saisonal das schwächere, worauf der Bericht ausdrücklich hinweist. Trotzdem ist die Lücke erklärungsbedürftig. Offen bleibt, ob es reine Vorsicht wegen der genannten Kosten- und Konsumrisiken ist oder ob erhebliche Vorlauf- und Umbaukosten aus der Hellweg-Übernahme und der Serbien-Expansion eingeplant sind, die das Unternehmen bisher nicht beziffert hat.
Der dritte offene Punkt ist die Führung. Am 01.11.2026 übergibt Albrecht Hornbach den Vorstandsvorsitz an Erich Harsch, gleichzeitig treten Jan und Nils Hornbach in den Vorstand ein. Die Familie bleibt über die Treuhand mit 37,5 Prozent und über zwei neue Vorstandsmitglieder präsent, der operative Vorsitz geht aber erstmals in diesem Zuschnitt an einen Manager von außerhalb der Familie. Ob sich daraus Änderungen bei Expansionstempo und Investitionsniveau ergeben, ist offen; angekündigt ist bereits ein deutlich erhöhter Investitionsaufwand.
Fragen und Antworten
Was macht HORNBACH?
Die HORNBACH Holding betreibt großflächige Bau- und Gartenmärkte in Deutschland und sieben weiteren europäischen Ländern, dazu Baustofffachhandel über die HORNBACH Baustoff Union und einen eigenen Immobilienbestand über die HORNBACH Immobilien AG.
In welchem Index ist die HORNBACH Holding Aktie?
Im SDAX, gehandelt im Prime Standard. Die ISIN lautet DE0006083405, das Kürzel HBH.
Wann endet das Geschäftsjahr?
Ende Februar. Das Geschäftsjahr 2026/27 läuft vom 01.03.2026 bis zum 28.02.2027. Halbjahreszahlen beziehen sich also auf März bis August.
Wie viel Dividende zahlt HORNBACH?
Für das Geschäftsjahr 2025/26 waren es 2,40 Euro je Aktie, insgesamt 39,7 Mio. Euro, gezahlt nach der Hauptversammlung am 10.07.2026. Die Ausschüttungsquote lag bei 27,7 Prozent. Die Politik sieht eine Dividende mindestens auf Vorjahresniveau vor.
Wie groß ist HORNBACHs Marktanteil?
Nach Daten der GfK für Januar bis Juli 2026: 40,1 Prozent in Tschechien, 29,8 Prozent in den Niederlanden, 18,0 Prozent in Österreich, 15,9 Prozent in Deutschland und 15,4 Prozent in der Schweiz. In allen fünf Ländern über dem Vorjahreswert.
Was hat es mit der Hellweg-Übernahme auf sich?
HORNBACH plant die Übernahme von sechs Standorten der insolventen Kette Hellweg und begründet das damit, Marktanteile im Heimatmarkt zu sichern. Die Transaktion hängt von der Prüfung durch das Bundeskartellamt und der gerichtlichen Bestätigung des Insolvenzplans ab. Zusätzliche Vorlauf- und Umbaukosten sind angekündigt, aber nicht beziffert.
Wem gehört HORNBACH?
Die Familien-Treuhand der Familie Hornbach hält 37,5 Prozent und ist vertraglich verpflichtet, mindestens 10 Prozent zu halten. Der Streubesitz liegt bei 62,5 Prozent.
Quellen
- HORNBACH Holding AG & Co. KGaA, Halbjahresfinanzbericht 2026/27
- HORNBACH Holding AG & Co. KGaA, Factbook zum zweiten Quartal und Halbjahr 2026/27
- HORNBACH Holding AG & Co. KGaA, Public Information Sheet vom 27.08.2026
- HORNBACH Holding AG & Co. KGaA, Impressum und Corporate-Governance-Seiten
- HORNBACH Holding AG & Co. KGaA, Finanzkalender und Investor-Relations-Übersicht
- HORNBACH Holding AG & Co. KGaA, Unternehmensmitteilungen zum ersten und zweiten Quartal 2026/27
- Deutsche Börse AG, Stammdaten und aktuelle Zusammensetzung des SDAX
Stand der Daten: 14. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist eine Einordnung öffentlich verfügbarer Unternehmensangaben und keine Anlageempfehlung.