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Sixt Aktie

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Reihe sauberer Mietwagen auf einem leeren Stationsvorplatz in der Morgendämmerung
Aktie im Porträt

Sixt Aktie: Der Mobilitätsdienstleister im Portrait

Sixt vermietet Autos – und hat daraus eine Mobilitätsplattform gebaut: SIXT rent für die Kurzzeitmiete, SIXT van & truck, SIXT share fürs Carsharing, SIXT+ als Auto-Abo, SIXT ride für Fahrdienste und SIXT charge fürs Laden. Zum Jahresende 2025 zählte das Unternehmen 2.274 Stationen weltweit, eigene Gesellschaften in 13 Ländern, Franchisenehmer in rund 100 Märkten und eine Flotte von 365.900 Fahrzeugen.

Das Jahr 2026 läuft operativ auf Kurs, aber mit stark ungleicher Verteilung: Europa und Deutschland liefern zweistellige Ergebniszuwächse, während Nordamerika im zweiten Quartal praktisch nichts mehr verdiente – 0,3 Millionen Euro Corporate EBITDA gegenüber 21,9 Millionen Euro im Vorjahresquartal, und das bei steigendem Umsatz.

Dieses Portrait behandelt die Stammaktie und fasst zusammen, was Sixt selbst veröffentlicht: Geschäftsmodell und Flottensteuerung, die Halbjahreszahlen 2026, Prognose, Dividende und die Besonderheiten der Stimmrechtslage.

Unternehmensprofil

FirmennameSixt SE
SitzZugspitzstraße 1, 82049 Pullach; HRB 206738, Amtsgericht München
RechtsformEuropäische Aktiengesellschaft (Societas Europaea)
BörsennotizBeide Aktiengattungen notiert seit 01.07.1986
BrancheMobilitätsdienstleistungen: Autovermietung und Mobilitätsprodukte
SegmenteInland (Deutschland), Europa, Nordamerika, Sonstige
Mitarbeiter8.941 im Jahresdurchschnitt 2025 im Konzern
Netz2.274 Stationen weltweit zum 31.12.2025, eigene Gesellschaften in 13 Ländern, Franchisenehmer in rund 100 Märkten, mehr als 200 Flughafenstationen
Flotte365.900 Fahrzeuge einschließlich Franchise zum 31.12.2025
VorstandAlexander Sixt und Konstantin Sixt (Co-Vorstandsvorsitzende), Dr. Franz Weinberger (CFO), Nico Gabriel (COO), Vinzenz Pflanz (Chief Business Officer)
AufsichtsratsvorsitzErich Sixt
ISIN StammaktieDE0007231326
ISIN VorzugsaktieDE0007231334 (stimmrechtslos)
Ticker StammaktieSIX2
IndexStammaktie: SDAX, CDAX, Prime All Share. Vorzugsaktie: CDAX, Prime All Share. Beide im Prime Standard
Grundkapital120.174.996 Euro
Aktienzahl46.943.358 Aktien: 30.367.112 Stammaktien und 16.576.246 Vorzugsaktien, je 2,56 Euro Anteil am Grundkapital
GroßaktionärErich Sixt Vermögensverwaltung GmbH mit 58,3 Prozent der Stammaktien; der Geschäftsbericht rechnet die Anteile vollständig der Familie Sixt zu
StreubesitzStammaktie 41,7 Prozent, Vorzugsaktie 100 Prozent
RatingS&P BBB, langfristig, Ausblick stabil
GeschäftsjahrKalenderjahr
Websitesixt.de

Kursverlauf

Der Chart zeigt den Wochenverlauf der fünf Jahre. Kursdaten über TradingView.

Das Geschäftsmodell

Sixt ist ein Mobilitätsdienstleister mit eigenen Gesellschaften in Europa und Nordamerika; weitere Regionen werden über Franchisenehmer und Kooperationspartner bedient. Die Equity Story beschreibt das Modell als Multi-Mobilitäts-Plattform mit „one login and one payment wallet“.

Der entscheidende Mechanismus ist die Flottensteuerung. Nach eigener Angabe ist die Kostenbasis zu mehr als 70 Prozent variabel, weil Haltedauern für einen Teil der Flotte verlängert oder verkürzt werden können; die durchschnittliche Haltedauer liegt bei rund sechs bis neun Monaten. Rund 82 Prozent der Flotte sind nach eigener Angabe durch Rückkauf- oder Leasingvereinbarungen abgesichert – die sogenannte Non-Risk-Ratio. Als Margentreiber nennt das Unternehmen die Premiumpositionierung und KI-gestützte Preissetzung; der Premiumfahrzeuganteil lag im zweiten Quartal 2026 bei 62 Prozent.

Die Segmentumsätze im Geschäftsjahr 2025: Inland 1.165 Millionen Euro (+2,6 Prozent), Europa 1.739 Millionen Euro (+12,6 Prozent), Nordamerika 1.369 Millionen Euro (+4,2 Prozent; währungsbereinigt +9,0 Prozent). Ein Segment-EBITDA für das Gesamtjahr veröffentlicht Sixt nicht – nur das Konzern-Corporate-EBITDA von 662 Millionen Euro nach 560 Millionen Euro.

Im ersten Halbjahr 2026 kam das Inland auf 586,7 Millionen Euro Umsatz (+10,2 Prozent) und 117,0 Millionen Euro Corporate EBITDA (+29,4 Prozent), Europa auf 859,8 Millionen Euro (+14,3 Prozent) und 116,6 Millionen Euro (+22,3 Prozent) und Nordamerika auf 665,9 Millionen Euro (+2,3 Prozent) bei einem auf 23,1 Millionen Euro gesunkenen Corporate EBITDA (−17,3 Prozent).

Zur Kundenstruktur nennt die Equity Story den Kundenmix 2025 nach Herkunft: Deutschland 27,3 Prozent, übriges Europa 40,6 Prozent, USA 32,0 Prozent. Das Unternehmen betont die Netzwerkeffekte aus Outbound- und Inbound-Geschäft. Einen Anteil wiederkehrender Umsätze weist Sixt nicht aus; das abonnementnahe Produkt SIXT+ wird nicht gesondert quantifiziert. Auftragseingang und Auftragsbestand werden geschäftsmodellbedingt nicht berichtet.

Die zuletzt gemeldeten Zahlen

Letzte berichtete Periode ist das erste Halbjahr 2026, veröffentlicht am 13.08.2026. Alle Werte in Millionen Euro, sofern nicht anders angegeben. Sixt steuert auf das „Corporate EBITDA“; ein EBITDA als eigene Zeile, ein Corporate EBIT und ein Free Cashflow werden nicht berichtet.

KennzahlH1 2026 (Mio. Euro)H1 2025 (Mio. Euro)Veränderung
Umsatz2.118,21.940,6+9,2 %
Corporate EBITDA259,8220,2+18,0 %
EBIT191,8158,1+21,3 %
EBT125,189,8+39,4 %
Konzernergebnis84,565,9+28,2 %
Ergebnis je Stammaktie1,79 Euro––
Ergebnis je Vorzugsaktie1,81 Euro––
Ergebnis je Aktie (unverwässert)1,80 Euro1,40 Euro+28,6 %
Operativer Cashflow−706,1−919,0–
Brutto-Cashflow499,5308,4+62,0 %
Flottenzugänge (Zahlungen)4.416,93.581,3+23,3 %
Investitionen ohne Mietfahrzeuge167,0211,8−21,2 %
Fahrzeugzugängerund 185.300rund 145.500+27,3 %
Durchschnittsflotte Corporate-Länderrund 199.900rund 183.300+9,0 %
Wert der Mietflotte5.9205.110+15,9 %
Eigenkapital2.119,72.150,9*−1,5 %
Eigenkapitalquote24,5 %30,1 %*−5,6 Pp

* Bilanzwerte sind gegen den 31.12.2025 verglichen. Im zweiten Quartal 2026 allein lag der Umsatz bei 1.189,3 Mio. Euro (+9,9 Prozent), das Corporate EBITDA bei 192,0 Mio. Euro (+11,7 Prozent), das EBIT bei 159,5 Mio. Euro und das EBT bei 123,0 Mio. Euro (+14,6 Prozent). Zum Vergleich das Geschäftsjahr 2025: Umsatz 4.283 Mio. Euro (+7,0 Prozent, währungsbereinigt +8,7 Prozent), Corporate EBITDA 662 Mio. Euro, EBIT 543 Mio. Euro, EBT 401 Mio. Euro bei einer Marge von 9,4 Prozent, Konzernergebnis 286 Mio. Euro, Ergebnis je Stammaktie 6,08 Euro, Eigenkapitalquote 30,1 Prozent, Flottenzugänge 9,56 Mrd. Euro. Zwei Punkte zur Lesart dieser Zahlen: Erstens ist der negative operative Cashflow bei Sixt strukturell, weil die Käufe von Mietfahrzeugen im operativen Cashflow erfasst werden – der Brutto-Cashflow war mit 499,5 Mio. Euro klar positiv. Zweitens ist der Rückgang der Eigenkapitalquote saisonal getrieben durch den Flottenaufbau vor der Hauptsaison und den damit verbundenen Anstieg der Bilanzsumme; der Zwischenbericht erläutert ihn nicht gesondert. Das Mittelfristziel liegt bei mindestens 20 Prozent. Zu den Finanzverbindlichkeiten: 2.844,9 Mio. Euro langfristig und 1.653,0 Mio. Euro kurzfristig bei Zahlungsmitteln von 16,6 Mio. Euro zum 30.06.2026; eine Nettofinanzverschuldung weist Sixt nicht als Kennzahl aus. Auffällig und im Bericht nicht kommentiert: Das Corporate EBITDA in Nordamerika brach im zweiten Quartal auf 0,3 Mio. Euro ein, nach 21,9 Mio. Euro im Vorjahresquartal – bei gleichzeitig 6,3 Prozent Umsatzwachstum.

Prognose für das laufende Geschäftsjahr

Die Prognose für 2026 stammt aus dem Geschäftsbericht 2025 und wurde seither zweimal unverändert bestätigt – am 13.05.2026 mit der Quartalsmitteilung und am 13.08.2026 mit dem Halbjahresbericht.

Der Wortlaut: Der Vorstand erwartet, den Umsatz „auf 4,45 bis 4,60 Mrd. Euro steigern zu können“, bei einer EBT-Rendite „im Bereich von 10 %“, die über dem Vorjahr liegt. Zum Vergleich: 2025 wurden 4.283 Millionen Euro Umsatz und eine EBT-Marge von 9,4 Prozent erreicht.

Rechnerisch ist der Umsatzkorridor nach 2.118,2 Millionen Euro im ersten Halbjahr erreichbar. Anspruchsvoller ist die Marge: Nach 125,1 Millionen Euro EBT im Halbjahr müsste das zweite Halbjahr bei einem Umsatz von rund 2,33 bis 2,48 Milliarden Euro ein EBT von etwa 320 bis 335 Millionen Euro tragen, damit rund 10 Prozent Jahresmarge zustande kommen. Sixt verdient den Großteil des Jahresergebnisses saisonal im dritten Quartal. Die Frage ist damit weniger, ob der Umsatz kommt, sondern ob die Hauptsaison in Nordamerika das dort verlorene Ergebnis aufholt.

Mittelfristig nennt der Geschäftsbericht 2025 zwei Ziele: eine Vorsteuerrendite von mindestens 10 Prozent und eine Konzern-Eigenkapitalquote von mindestens 20 Prozent. Die Equity Story 2026 enthält keine weitergehenden Mittelfristziele; als Markterwartung nennt sie für Europa und Nordamerika jeweils ein Marktwachstum von 3,9 Prozent pro Jahr von 2025 bis 2030.

Zur langfristigen Bilanz nennt das Unternehmen selbst zwei Kennzahlen: einen Konzernumsatz-Zuwachs von 10,9 Prozent pro Jahr im Zeitraum 2015 bis 2025 und eine durchschnittliche EBT-Marge von 11,4 Prozent in denselben elf Jahren.

Dividende

Für das Geschäftsjahr 2025 beschloss die virtuelle Hauptversammlung am 17.06.2026 eine Dividende von 3,20 Euro je Stammaktie und 3,22 Euro je Vorzugsaktie. Die Gesamtausschüttung beträgt 150,6 Millionen Euro bei einer Ausschüttungsquote von 52,7 Prozent. Die Vorzugsaktie erhält systematisch 0,02 Euro mehr. Einen Zahltag weist Sixt in den ausgewerteten Quellen nicht aus.

Die Historie zeigt deutliche Schwankungen – bei bemerkenswert stabiler Quote: 3,20 Euro für 2025 (Quote 52,7 Prozent), 2,70 Euro für 2024 (52,1 Prozent), 3,90 Euro für 2023 (54,7 Prozent), 6,11 Euro für 2022 (50,1 Prozent ohne Sonderdividende) und 3,70 Euro für 2021 (55,6 Prozent), jeweils je Stammaktie.

Die Dividendenpolitik formuliert Sixt als Korridor: Ausschüttung von „grundsätzlich zwischen 35 % und 60 % des Konzernergebnisses“. Die tatsächlichen Quoten lagen in den letzten fünf Geschäftsjahren zwischen 50,1 und 55,6 Prozent – also durchgängig in der oberen Hälfte des Korridors. Eine Dividendenaussetzung ist in diesen Jahren nicht erkennbar.

Wegen des niedrigeren Kurses rentiert die Vorzugsaktie deutlich höher: Für 2025 nennt die IR-Seite 4,5 Prozent Dividendenrendite für die Stamm- und 6,1 Prozent für die Vorzugsaktie, jeweils bezogen auf den Jahresschlusskurs.

Zu Aktienrückkäufen: Die Hauptversammlung vom 12.06.2024 hat eine Ermächtigung zum Erwerb von bis zu 10 Prozent des Grundkapitals erteilt, gültig bis zum 11.06.2029, davon bis zu 5 Prozent auch unter Einsatz von Derivaten; ein Rückkauf zum Zweck des Handels in eigenen Aktien ist ausgeschlossen. Zum 31.12.2025 war die Ermächtigung nicht ausgenutzt, und die Gesellschaft hielt keine eigenen Aktien. Ebenfalls unausgenutzt: ein Genehmigtes Kapital 2024 über bis zu 32.640.000 Euro und ein bedingtes Kapital über 15.360.000 Euro für Wandel- und Optionsschuldverschreibungen bis 350 Millionen Euro.

Was das Geschäft antreibt

  • Europa trägt das Wachstum. Der Segmentumsatz in Europa stieg 2025 um 12,6 Prozent auf 1.739 Millionen Euro und im ersten Halbjahr 2026 um 14,3 Prozent auf 859,8 Millionen Euro bei einem Corporate EBITDA von 116,6 Millionen Euro (+22,3 Prozent).
  • Marktanteilsgewinne in den USA. Der eigene Marktanteil stieg von 3,1 Prozent im Jahr 2024 auf 3,5 Prozent im Jahr 2025. Am Flughafen Miami nennt das Unternehmen rund 17 Prozent Marktanteil und Platz 1.
  • Stationsausbau. 2025 kamen 48 Stationen in Europa einschließlich Deutschland und 23 in Nordamerika hinzu; zum Jahresende 2025 waren es 2.274 Stationen weltweit und mehr als 200 Flughafenstationen in den Corporate-Ländern.
  • Flottenausweitung mit Preismacht. Die Fahrzeugzugänge stiegen im ersten Halbjahr 2026 um 27,3 Prozent, die Durchschnittsflotte um 9,0 Prozent, der Flottenwert von 5,11 auf 5,92 Milliarden Euro. Der Premiumfahrzeuganteil lag im zweiten Quartal bei 62 Prozent.
  • Variable Kostenbasis. Mehr als 70 Prozent der Kosten sind nach eigener Angabe variabel, die Haltedauer liegt bei rund sechs bis neun Monaten, und rund 82 Prozent der Flotte sind durch Rückkauf- oder Leasingvereinbarungen abgesichert.
  • Finanzierungsseite. S&P-Rating BBB mit stabilem Ausblick; vier ausstehende Anleihen – 300 Millionen Euro mit 5,125 Prozent (2023/2027), je 500 Millionen Euro mit 3,75 Prozent (2024/2029), 3,25 Prozent (2025/2030) und 3,75 Prozent (2026/2031) – sowie eine vorzeitig refinanzierte Konsortialkreditlinie über 1,55 Milliarden Euro mit Laufzeit mindestens bis 2030 und zwei Verlängerungsoptionen bis 2032.
  • Marke. Den Markenwert nennt das Unternehmen mit 2,4 Milliarden US-Dollar (BrandFinance 2025).
  • Gegenläufig: Nordamerika. Das Corporate EBITDA des Segments fiel im ersten Halbjahr 2026 um 17,3 Prozent und im zweiten Quartal auf 0,3 Millionen Euro nach 21,9 Millionen Euro – bei steigendem Umsatz. Eine Begründung enthält der Zwischenbericht nicht.

Welche Risiken das Unternehmen selbst nennt

  • Quellenlage. Der vollständige Risiko- und Chancenbericht des Geschäftsberichts 2025 ließ sich maschinell nicht auslesen; ein Kapitel-PDF oder eine HTML-Fassung des Lageberichts bietet Sixt nicht an. Die unternehmenseigenen Risikokategorien, die Bewertungsskala mit Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe sowie die Einzelbewertungen konnten daher nicht erhoben werden. Dasselbe gilt für den Geschäftsbericht 2024.
  • Gesamtaussage im Halbjahresbericht. Das Risiko- und Chancenprofil ist gegenüber dem Geschäftsbericht 2025 nach eigener Angabe unverändert. Der Bericht verweist auf ein „politisch herausforderndes und hochvolatiles“ makroökonomisches Umfeld, besonders in den USA, und führt die Unsicherheit der Prognose auf politische Faktoren und den Wettbewerb zurück.
  • Selbst benannte Risiken (Equity Story 2026). Politische und wirtschaftliche Unsicherheit, Öl- und Kerosinversorgung, Inflation, Gegenwind bei Restwerten und eine schwache US-Konsumentenstimmung.
  • Selbst benannte Chancen (Equity Story 2026). Eine starke europäische Sommerreisesaison, eine europäische Konjunkturerholung, eine verbesserte US-Stimmung mit höherem US-Tourismus und günstige Restwerte in den USA.
  • Was daraus folgt – als Frage. Restwertrisiken sind für einen Autovermieter die zentrale Größe: Rund 82 Prozent der Flotte sind nach eigener Angabe durch Rückkauf- oder Leasingvereinbarungen abgesichert, also rund 18 Prozent nicht. Bei einem Flottenwert von 5,92 Milliarden Euro wäre das die Größenordnung, die ein schwacher Gebrauchtwagenmarkt treffen könnte. Wie belastbar die Absicherung in einem solchen Markt ist, lässt sich aus den veröffentlichten Unterlagen nicht beurteilen.

Wettbewerb

Sixt veröffentlicht zum Wettbewerb mehr als die meisten SDAX-Unternehmen – allerdings ohne systematische Wettbewerberübersicht.

Europa: Sixt sieht sich als Nummer 2 in Europa insgesamt und als Nummer 1 in Deutschland und Frankreich; als Quelle nennt das Unternehmen Euromonitor.

Nordamerika: eigener Marktanteil 3,5 Prozent im Jahr 2025 nach 3,1 Prozent im Jahr 2024. Am Flughafen Miami rund 17 Prozent Marktanteil und Platz 1.

Rentabilitätsvergleich: Sixt beansprucht die „highest average EBT margin in the industry among listed providers“ über ein Jahrzehnt. Europcar erscheint lediglich in einer Fußnote zum globalen EBT-Margenvergleich; weitere börsennotierte Wettbewerber werden nicht namentlich genannt.

Die Selbstpositionierung bringt ein Zitat von Erich Sixt auf den Punkt: „We don’t want to be the largest mobility player on the planet, but the most profitable one.“ Produktseitig bezeichnet sich Sixt als „der erste große Autovermieter“ mit integrierter Ladelösung in der eigenen App und verweist auf eine „branchenführende B2B-SelfService-Plattform“.

Eine Abgrenzung, die beim Lesen wichtig ist: Die genannten Fahrdienstanbieter Lyft, Cabify, Addison Lee und Blacklane beschreibt Sixt ausdrücklich als Partner, nicht als Wettbewerber. Marktanteilszahlen für einzelne namentliche Wettbewerber veröffentlicht das Unternehmen nicht.

Termine

DatumEreignis
12.11.2026Veröffentlichung der Quartalsmitteilung Q3 2026
17.11.2026BNP Paribas Mid Cap CEO Conference, Paris
24.11.2026Deutsche Bank dbAccess BLT & Retail Conference, London
25.11.2026Deutsche Börse Eigenkapitalforum, Frankfurt
20.01.2027UniCredit und Kepler Cheuvreux German Corporate Conference, Frankfurt

Fazit

Sixt ist 2026 operativ auf Kurs, aber die Qualität des Wachstums verteilt sich sehr ungleich. Europa und das Inlandsgeschäft liefern: im ersten Halbjahr 2026 ein Segment-Corporate-EBITDA von 116,6 Millionen Euro in Europa (+22,3 Prozent) und 117,0 Millionen Euro im Inland (+29,4 Prozent). Nordamerika dagegen verdient im zweiten Quartal praktisch nichts mehr – 0,3 Millionen Euro Corporate EBITDA gegenüber 21,9 Millionen Euro im Vorjahresquartal, und das bei einem Umsatzanstieg von 6,3 Prozent. Da der Zwischenbericht diesen Einbruch nicht kommentiert, bleibt offen: Handelt es sich um Restwertabschreibungen in einer expandierenden US-Flotte, um Preisdruck im US-Markt oder um einen Periodeneffekt aus Flottenzugängen, die erst in späteren Quartalen Erträge tragen?

Die Konzernprognose steht trotzdem. 4,45 bis 4,60 Milliarden Euro Umsatz und eine EBT-Rendite „im Bereich von 10 Prozent“ wurden seit der Erstabgabe zweimal unverändert bestätigt. Rechnerisch ist der Umsatzkorridor nach dem Halbjahr erreichbar. Anspruchsvoller ist die Marge: Nach 125,1 Millionen Euro EBT im Halbjahr müsste das zweite Halbjahr ein EBT von etwa 320 bis 335 Millionen Euro tragen. Sixt verdient den Großteil des Jahresergebnisses saisonal im dritten Quartal, und 2025 wurde die Marge mit 9,4 Prozent erreicht. Die Frage ist also weniger, ob der Umsatz kommt, sondern ob die Hauptsaison in Nordamerika das dort verlorene Ergebnis aufholt.

Bilanziell ist das Bild zweigeteilt. Die Eigenkapitalquote sank von 30,1 auf 24,5 Prozent – innerhalb des eigenen Mittelfristziels von mindestens 20 Prozent, aber mit deutlich weniger Luft als zum Jahresende. Zugleich hat Sixt die Finanzierungsseite erkennbar ausgebaut: vier Anleihen über zusammen 1,8 Milliarden Euro, eine Konsortialkreditlinie von 1,55 Milliarden Euro mit Laufzeit mindestens bis 2030 und ein S&P-Rating von BBB mit stabilem Ausblick. Dass die Gesellschaft eine Nettofinanzverschuldung nicht als Kennzahl ausweist, erschwert die Einordnung: Mit 4,50 Milliarden Euro Finanzverbindlichkeiten und 16,6 Millionen Euro Zahlungsmitteln zum 30.06.2026 steht dem ein Mietflottenwert von 5,92 Milliarden Euro gegenüber, von dem laut eigener Angabe rund 82 Prozent abgesichert sind.

Für Dividendenanleger ist Sixt berechenbar. Die Politik lautet 35 bis 60 Prozent des Konzernergebnisses, die tatsächlichen Quoten lagen in den letzten fünf Geschäftsjahren zwischen 50,1 und 55,6 Prozent. Für 2025 wurden 3,20 Euro je Stamm- und 3,22 Euro je Vorzugsaktie beschlossen, zusammen 150,6 Millionen Euro.

Für ein Portrait der Stammaktie ist der entscheidende Unterschied zur Vorzugsaktie aber nicht die Rendite, sondern die Stimmrechtslage. Die Erich Sixt Vermögensverwaltung GmbH hält 58,3 Prozent der Stammaktien, die der Geschäftsbericht vollständig der Familie Sixt zurechnet. Der Streubesitz der Stammaktie beträgt 41,7 Prozent, der der Vorzugsaktie 100 Prozent. Hauptversammlungsbeschlüsse sind damit faktisch von der Familie bestimmt; der Aufsichtsratsvorsitz liegt bei Erich Sixt, der Vorstandsvorsitz bei seinen Söhnen Alexander und Konstantin Sixt. Wer die Stammaktie kauft, zahlt einen Aufschlag gegenüber der Vorzugsaktie für ein Stimmrecht, das strukturell nicht ausschlaggebend ist. Die offene Frage für Anleger: Welcher Teil des Kursabstands zwischen beiden Gattungen ist überhaupt mit Kontrollwert begründbar – und welcher mit Indexzugehörigkeit und Handelsliquidität?

Transparenzseitig bleibt ein Mangel zu nennen: Der Risiko- und Chancenbericht ist nur innerhalb einer sehr großen PDF-Datei ohne Kapitel-PDF oder HTML-Fassung verfügbar. Die unternehmenseigenen Risikokategorien und -bewertungen konnten in diesem Portrait deshalb nicht wiedergegeben werden.

Fragen und Antworten

Was macht Sixt?

Sixt ist ein Mobilitätsdienstleister. Das Kerngeschäft ist die Autovermietung (SIXT rent), ergänzt um SIXT van & truck, das Carsharing SIXT share, das Auto-Abo SIXT+, die Fahrdienstvermittlung SIXT ride und die Ladelösung SIXT charge. Eigene Gesellschaften bestehen in 13 Ländern, Franchisenehmer in rund 100 Märkten.

Was ist der Unterschied zwischen Sixt Stamm- und Vorzugsaktie?

Es gibt 30.367.112 Stammaktien und 16.576.246 stimmrechtslose Vorzugsaktien. Die Vorzugsaktie erhält systematisch 0,02 Euro mehr Dividende und rentiert wegen des niedrigeren Kurses deutlich höher – für 2025 nennt Sixt 4,5 Prozent für die Stamm- und 6,1 Prozent für die Vorzugsaktie. Im SDAX ist nur die Stammaktie enthalten.

In welchem Index ist die Sixt Aktie?

Die Stammaktie ist im SDAX, CDAX und Prime All Share enthalten, die Vorzugsaktie nur im CDAX und Prime All Share. Beide notieren im Prime Standard; gehandelt wird an Xetra sowie in Frankfurt, München, Stuttgart, Hannover, Düsseldorf, Hamburg und Berlin.

Wem gehört Sixt?

Die Erich Sixt Vermögensverwaltung GmbH hält 58,3 Prozent der Stammaktien; der Geschäftsbericht rechnet diese Anteile vollständig der Familie Sixt zu. Der Streubesitz der Stammaktie beträgt 41,7 Prozent, der der Vorzugsaktie 100 Prozent. Erich Sixt ist Aufsichtsratsvorsitzender, seine Söhne Alexander und Konstantin Sixt sind Co-Vorstandsvorsitzende.

Wie viel Dividende zahlt Sixt?

Für 2025 wurden 3,20 Euro je Stammaktie und 3,22 Euro je Vorzugsaktie beschlossen, zusammen 150,6 Millionen Euro bei einer Ausschüttungsquote von 52,7 Prozent. Die Politik lautet grundsätzlich 35 bis 60 Prozent des Konzernergebnisses; die tatsächlichen Quoten lagen in den letzten fünf Jahren zwischen 50,1 und 55,6 Prozent.

Warum ist der operative Cashflow bei Sixt negativ?

Weil die Käufe von Mietfahrzeugen im operativen Cashflow erfasst werden. Im ersten Halbjahr 2026 standen −706,1 Millionen Euro operativer Cashflow einem Brutto-Cashflow von +499,5 Millionen Euro gegenüber. Die Flottenzugänge betrugen 4.416,9 Millionen Euro. Der Effekt ist strukturell und kein Krisenzeichen.

Warum ist die Eigenkapitalquote gesunken?

Von 30,1 Prozent zum Jahresende 2025 auf 24,5 Prozent zum 30.06.2026. Der Rückgang ist saisonal getrieben: Vor der Hauptsaison baut Sixt die Flotte auf, was die Bilanzsumme erhöht. Der Zwischenbericht erläutert ihn nicht gesondert. Das eigene Mittelfristziel liegt bei mindestens 20 Prozent.

Wie groß ist Sixt in den USA?

Der eigene Marktanteil lag 2025 bei 3,5 Prozent nach 3,1 Prozent im Vorjahr; am Flughafen Miami nennt das Unternehmen rund 17 Prozent und Platz 1. Der Segmentumsatz Nordamerika betrug 2025 1.369 Millionen Euro. Allerdings brach das Segment-Corporate-EBITDA im zweiten Quartal 2026 auf 0,3 Millionen Euro ein – ohne Begründung im Zwischenbericht.

Quellen

  • Sixt SE, Zwischenbericht zum 30. Juni 2026 (13.08.2026)
  • Sixt SE, Quartalsmitteilung Q1 2026 (13.05.2026)
  • Sixt SE, Geschäftsbericht 2025
  • Sixt SE, Jahresabschluss der Sixt SE 2025 (Einzelabschluss)
  • Sixt SE, Equity Story 2026
  • Sixt SE, Investor Relations: Die Aktie, Dividende, Anleihen, Finanzkalender, Hauptversammlung
  • Deutsche Börse, Konstituentendaten SDAX

Stand der Daten: 14. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist eine Einordnung öffentlich verfügbarer Unternehmensangaben und keine Anlageempfehlung.