Allianz Global Investors verwaltet rund 590 Milliarden Euro und gehört zum Versicherungskonzern Allianz. Das Haus ist stärker im Geschäft mit Großanlegern verankert als bei Privatkunden – ein Unterschied zu den Fondsgesellschaften der Banken.
Das Wichtigste in Kürze
| Sitz | Frankfurt am Main und München |
| Verwaltetes Vermögen | rund 590 Milliarden Euro |
| Eigentümer | Allianz SE |
| Schwerpunkt | aktive Fonds, institutionelles Geschäft |
| Aufteilung | Aktien, Anleihen, Mischfonds, private Märkte |
| Schwestergesellschaft | Pimco, spezialisiert auf Anleihen |
| Vertrieb | Berater, Banken, Versicherungsprodukte |
| Besonderheit | Teil eines Versicherungskonzerns |
Die Entwicklung
| Zeitraum | Entwicklung |
|---|---|
| 1990er-Jahre | Aufbau des Vermögensverwaltungsgeschäfts im Allianz-Konzern |
| 2000 | Übernahme von Pimco durch die Allianz |
| 2011 | Bündelung der Aktivitäten unter einem Dach |
| 2012 | Trennung in zwei eigenständige Säulen |
| 2010er-Jahre | Ausbau der privaten Märkte |
| heute | rund 590 Milliarden Euro verwaltetes Vermögen |
Die Übernahme von Pimco im Jahr 2000 war eine der größten Transaktionen der Branche. Sie machte die Allianz zu einem der weltweit größten Vermögensverwalter – gemessen am Volumen liegt die Schwestergesellschaft bis heute vorn.
Die spätere Trennung war eine Reaktion auf unterschiedliche Kulturen und Kundengruppen. Beide Häuser behielten ihre Marken und ihre Eigenständigkeit im Anlageprozess.
Zwei Säulen im Allianz-Konzern
Der Konzern führt sein Vermögensverwaltungsgeschäft in zwei getrennten Gesellschaften. Allianz Global Investors deckt Aktien, Mischstrategien und private Märkte ab, die Schwestergesellschaft Pimco ist auf Anleihen spezialisiert.
Beide arbeiten eigenständig und konkurrieren teilweise um dieselben Kunden. Diese Struktur besteht seit Anfang der 2010er-Jahre und ist in der Branche ungewöhnlich.
Für Anleger ist vor allem relevant, dass ein erheblicher Teil des verwalteten Vermögens aus dem eigenen Konzern stammt: Die Allianz legt Versicherungsgelder an, die hier verwaltet werden.
Private Märkte im Detail
Der am schnellsten wachsende Bereich umfasst Anlagen außerhalb der Börse. Sie binden Kapital über Jahre und sind dafür weniger schwankungsanfällig.
| Anlageform | Was finanziert wird | Typische Laufzeit |
|---|---|---|
| Infrastruktur | Stromnetze, Windparks, Glasfaser | 15 bis 30 Jahre |
| Unternehmenskredite | Darlehen an mittelständische Firmen | 5 bis 8 Jahre |
| Immobilien | Gewerbeobjekte und Wohnanlagen | langfristig |
| Beteiligungen | Anteile an nicht börsennotierten Firmen | 7 bis 12 Jahre |
Für Versicherer sind solche Anlagen attraktiv, weil sie über Jahrzehnte planbare Zahlungen liefern – passend zu Verpflichtungen, die ebenso lange laufen.
Privatanleger haben dazu kaum Zugang. Vereinzelt gibt es Produkte, die private Märkte zugänglich machen; sie tragen allerdings hohe Kosten und lange Bindungsfristen. Wer Vergleichbares sucht, findet mit offenen Immobilienfonds die zugänglichste Variante.
Die Produktpalette
| Bereich | Anteil | Merkmal |
|---|---|---|
| Aktien | rund ein Viertel | globale und regionale Strategien |
| Anleihen | rund 30 Prozent | Staats- und Unternehmensanleihen |
| Mischfonds | rund 30 Prozent | vermögensverwaltende Ansätze |
| Private Märkte | rund 16 Prozent | Infrastruktur, Immobilien, Unternehmenskredite |
| Indexfonds | gering | kein Schwerpunkt des Hauses |
Der Bereich der privaten Märkte wächst am stärksten. Dort werden Gelder in Projekte investiert, die nicht an der Börse gehandelt werden – etwa Stromnetze, Windparks oder Kredite an mittelständische Unternehmen.
Für Privatanleger sind diese Anlagen meist nicht zugänglich. Sie erklären aber, warum große Vermögensverwalter zunehmend in Bereiche ausweichen, in denen die Gebühren höher liegen als im Indexgeschäft.
Das institutionelle Geschäft
Der größere Teil des verwalteten Vermögens stammt nicht von Privatanlegern, sondern von Institutionen – und ein erheblicher Anteil davon aus dem eigenen Konzern.
| Kundengruppe | Anlageziel |
|---|---|
| Versicherungen | Deckung künftiger Leistungen, planbare Erträge |
| Pensionskassen | langfristige Verpflichtungen gegenüber Versorgungsberechtigten |
| Stiftungen | Werterhalt bei laufenden Ausschüttungen |
| Unternehmen | Anlage von Rücklagen und Pensionsverpflichtungen |
| Öffentliche Hand | Versorgungswerke und Rücklagen |
Diese Kunden fragen andere Produkte nach als Privatanleger. Im Vordergrund stehen Planbarkeit und regulatorische Anforderungen, weniger die höchstmögliche Rendite.
Das erklärt den hohen Anleihenanteil und das Wachstum bei Infrastruktur und Unternehmenskrediten – Anlagen mit vorhersehbaren Zahlungsströmen über viele Jahre.
Nachhaltigkeit und Stimmrechte
Als großer Aktionär vieler börsennotierter Unternehmen übt das Haus Stimmrechte auf Hauptversammlungen aus und veröffentlicht dazu eigene Leitlinien.
Diese Rolle nehmen alle großen Vermögensverwalter wahr. Sie entscheiden über Vorstandsvergütung, Aufsichtsratsbesetzungen und Klimaziele – mit Stimmen, die wirtschaftlich den Anlegern ihrer Fonds gehören.
Über diese Machtfrage wird seit Jahren diskutiert. Mehrere Anbieter lassen inzwischen Kunden selbst über die Ausübung entscheiden, bislang allerdings vor allem im institutionellen Geschäft – Hintergründe im Beitrag zu BlackRock.
Einordnung
Allianz Global Investors ist im deutschen Privatkundengeschäft weniger sichtbar als die Verbundgesellschaften, im institutionellen Bereich dagegen ein Schwergewicht.
Aus Sicht der Marktteilnehmer ist die Verlagerung zu privaten Märkten der bemerkenswerteste Trend. Wo das Indexgeschäft die Margen drückt, suchen die großen Häuser Erträge dort, wo es keine billige Alternative gibt. Den Überblick über die Anbieter gibt der Beitrag zu Fonds.
Der Vergleich mit anderen Anbietern
| Gesellschaft | Land | Verwaltetes Vermögen | Zugang für Privatanleger |
|---|---|---|---|
| Allianz Global Investors | 🇩🇪 Deutschland | rund 590 Mrd. € | Berater und Direktbanken |
| DWS | 🇩🇪 Deutschland | rund 1.190 Mrd. € | breit verfügbar, auch ETFs |
| Union Investment | 🇩🇪 Deutschland | rund 570 Mrd. € | Volks- und Raiffeisenbanken |
| Deka | 🇩🇪 Deutschland | rund 400 Mrd. € | Sparkassen |
| Flossbach von Storch | 🇩🇪 Deutschland | rund 70 Mrd. € | Berater und Direktbanken |
Unter den deutschen Häusern fällt Allianz Global Investors durch die Herkunft der Gelder auf: Während die Verbundgesellschaften vom Privatkundengeschäft leben, stammt hier ein erheblicher Teil aus Versicherungs- und Pensionsvermögen.
Für Privatanleger bedeutet das eine geringere Sichtbarkeit. Die Produkte begegnen ihnen häufiger in Versicherungsverträgen als im eigenen Depot.
Häufige Fragen
Wo kann man die Fonds kaufen?
Über Banken, freie Berater und Direktbanken. Viele Produkte stecken zudem in fondsgebundenen Versicherungen des Konzerns.
Was unterscheidet das Haus von Pimco?
Beide gehören zur Allianz, arbeiten aber getrennt. Pimco ist auf Anleihen spezialisiert und deutlich größer, Allianz Global Investors deckt das übrige Spektrum ab.
Gibt es ETFs?
Indexfonds sind kein Schwerpunkt. Wer passiv anlegen möchte, findet die Produkte bei anderen Anbietern – etwa iShares oder Xtrackers.
Was kosten die Fonds?
Aktiv verwaltete Fonds liegen üblicherweise zwischen 1,0 und 1,9 Prozent im Jahr, teils zuzüglich erfolgsabhängiger Gebühr und Ausgabeaufschlag.
Sind fondsgebundene Versicherungen sinnvoll?
Sie verbinden Anlage und Versicherungsmantel, tragen aber zwei Kostenebenen. Ein Vergleich mit einem einfachen Depot lohnt – die Rechnung dazu im ETF-Rechner.
Was Anleger beachten sollten
Wer Produkte dieses Hauses in Erwägung zieht, trifft sie häufig nicht als eigenständigen Fonds an, sondern als Baustein in einem anderen Produkt.
In Versicherungsverträgen. Fondsgebundene Renten- und Lebensversicherungen nutzen oft Fonds des Konzerns. Dort wirken zwei Kostenebenen: die des Versicherungsmantels und die des Fonds.
In der Vermögensverwaltung. Banken setzen die Fonds in ihren Verwaltungsmandaten ein. Auch hier kommen Gebühren des Mandats zu den Fondskosten hinzu.
Im eigenen Depot. Der direkte Kauf über eine Direktbank ist meist die günstigste Variante, weil der Ausgabeaufschlag entfällt.
| Weg | Zusätzliche Kosten |
|---|---|
| Direktkauf im Depot | nur Fondskosten und Ordergebühr |
| Bankfiliale | Ausgabeaufschlag bis 5 Prozent |
| Vermögensverwaltung | Mandatsgebühr zusätzlich |
| Fondsgebundene Versicherung | Abschluss- und Verwaltungskosten des Vertrags |
Der Unterschied zwischen diesen Wegen kann über Jahrzehnte einen erheblichen Teil der Rendite ausmachen – unabhängig davon, wie gut der Fonds selbst abschneidet.
Quellen
- Allianz Global Investors – Unternehmensangaben
- Allianz SE – Geschäftsberichte
- BVI – Marktstatistiken
Stand: 27. September 2026. Angaben ohne Gewähr, keine Anlageberatung.