Cost-Average-Effekt: Was der Durchschnittskosteneffekt wirklich bringt

Wer monatlich denselben Betrag anlegt, kauft bei niedrigen Kursen mehr Anteile und bei hohen weniger. Der Durchschnittspreis liegt dadurch unter dem Durchschnittskurs – das ist der Cost-Average-Effekt. Er ist real, wird aber oft überschätzt.

Die Rechnung an einem Beispiel

Vier Monate, jeweils 200 Euro, bei schwankenden Kursen.

MonatKurs je AnteilEingezahltGekaufte Anteile
Januar100 €200 €2,00
Februar80 €200 €2,50
März50 €200 €4,00
April80 €200 €2,50
Summe–800 €11,00 Anteile
Durchschnittlicher Kurs77,50 €rechnerischer Mittelwert der vier Kurse
Erreichter Durchschnittspreis72,73 €800 € geteilt durch 11,00 Anteile
Vorteil4,77 €rund 6,2 Prozent unter dem Durchschnittskurs

Der durchschnittliche Kurs betrug 77,50 Euro. Bezahlt wurden im Schnitt 72,73 Euro je Anteil – rund sechs Prozent weniger. Der Unterschied entsteht, weil im günstigsten Monat die meisten Anteile gekauft wurden.

Was der Effekt nicht leistet

Drei Missverständnisse halten sich hartnäckig.

Er ist keine Renditegarantie. Steigt der Markt durchgehend, wäre eine Einmalanlage am Anfang besser gewesen. Der Effekt wirkt nur bei schwankenden oder fallenden Kursen zugunsten des Sparers.

Er schützt nicht vor Verlusten. Fällt der Markt dauerhaft, sinkt auch das angesparte Vermögen – nur langsamer als bei einer Einmalanlage.

Er rechtfertigt kein Abwarten. Wer eine größere Summe verfügbar hat und sie über Jahre verteilt einzahlt, verzichtet statistisch auf Rendite, weil Märkte langfristig häufiger steigen als fallen.

Einmalanlage oder Sparplan

SituationWas meist besser istBegründung
Monatliches Einkommen ansparenSparplanes gibt keine Alternative
Größere Summe vorhanden, langer HorizontEinmalanlageMärkte steigen häufiger als sie fallen
Größere Summe, unruhiger Anlegergestaffelt über 6 bis 12 Monatesenkt das Risiko eines schlechten Zeitpunkts
Kurzer Anlagehorizontweder nochAktien eignen sich nicht für kurze Zeiträume

Die dritte Zeile ist ein psychologisches Zugeständnis, kein rechnerisches Argument: Wer nach einem Einstieg zum Höchstkurs nicht ruhig bleibt, verkauft womöglich im Abschwung. Dann ist die gestaffelte Variante die bessere.

Der eigentliche Wert des Sparplans

Der Hauptnutzen liegt nicht in der Preisoptimierung, sondern in der Disziplin. Ein Sparplan läuft automatisch weiter, auch wenn die Nachrichten schlecht sind – und kauft gerade dann besonders viele Anteile.

Hinzu kommt, dass niemand den richtigen Einstiegszeitpunkt kennt. Wer regelmäßig einzahlt, muss ihn auch nicht treffen. Wie sich Raten über Jahrzehnte entwickeln, zeigt der ETF-Rechner.

Einordnung

Der Cost-Average-Effekt ist ein Nebeneffekt des regelmäßigen Sparens, kein Grund dafür. Wer ihn als Verkaufsargument präsentiert bekommt, sollte nachfragen – häufig geschieht das im Zusammenhang mit Produkten, deren Kosten den Vorteil übersteigen.

Entscheidend für das Ergebnis bleiben Anlagedauer, Streuung und Kosten. Grundlagen im Beitrag zum ETF-Sparplan und zum Zinseszins.

Quellen

  • Eigene Modellrechnung
  • Deutsche Bundesbank – langfristige Kapitalmarktstatistiken

Stand: 27. September 2026. Modellrechnungen ohne Steuern und Gebühren. Keine Anlageberatung.

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