Hauptamtliche Bürgermeister verdienen je nach Gemeindegröße zwischen rund 4.000 und 13.500 Euro brutto im Monat. Ehrenamtliche erhalten kein Gehalt, sondern eine Aufwandsentschädigung ab etwa 320 Euro.
Ehrenamt oder Hauptamt
Die erste Frage ist nicht die Gemeindegröße, sondern die Art des Amtes. Beide Formen bestehen nebeneinander, geregelt in den Gemeindeordnungen der Länder.
| Form | Vergütung | Typisch für |
|---|---|---|
| Ehrenamtlich | Aufwandsentschädigung 320 bis 1.900 € | kleine Gemeinden bis 10.000 Einwohner |
| Hauptamtlich | Besoldung nach Landesrecht | größere Gemeinden und Städte |
| Oberbürgermeister | höhere Besoldungsgruppe | kreisfreie Städte |
Ehrenamtliche Bürgermeister behalten meist ihren Beruf. Die Entschädigung soll Aufwand und Verdienstausfall abdecken, ersetzt aber kein Gehalt.
Die Besoldung nach Gemeindegröße
Hauptamtliche Bürgermeister werden nach der Besoldungsordnung B bezahlt, in kleineren Gemeinden auch nach A. Die Einstufung richtet sich nach der Einwohnerzahl.
| Besoldungsgruppe | Ungefähre Gemeindegröße | Brutto im Monat |
|---|---|---|
| A15 bis A16 | bis 20.000 Einwohner | rund 6.000 bis 8.000 € |
| B2 | 20.000 bis 50.000 | rund 7.500 € |
| B4 | 50.000 bis 150.000 | rund 9.500 € |
| B6 | 150.000 bis 400.000 | rund 11.000 € |
| B8 bis B9 | Großstädte | bis rund 13.500 € |
Die Zuordnung ist ein Richtwert. Jedes Land legt eigene Schwellen fest, weshalb ein Bürgermeister in Bayern bei gleicher Einwohnerzahl anders eingestuft sein kann als einer in Sachsen.
Was dazukommt
| Dienstaufwandsentschädigung | steuerfreie Pauschale für Repräsentation |
| Dienstwagen | je nach Gemeinde, teils mit Fahrer |
| Familienzuschlag | wie bei allen Beamten |
| Versorgung | Ruhegehalt nach Amtszeit |
| Übergangsgeld | bei Nichtwiederwahl, zeitlich befristet |
Das Übergangsgeld ist eine Besonderheit kommunaler Wahlämter. Wer abgewählt wird, erhält für eine begrenzte Zeit Bezüge weiter – ein Ausgleich dafür, dass die Amtszeit befristet ist und der vorherige Beruf oft aufgegeben wurde.
Wie man Bürgermeister wird
Gewählt wird direkt von den Bürgern, je nach Land für fünf bis acht Jahre. Eine bestimmte Ausbildung ist nicht vorgeschrieben – anders als bei den übrigen Beamtenlaufbahnen.
Mit der Wahl entsteht ein Beamtenverhältnis auf Zeit. Nebentätigkeiten sind begrenzt zulässig; verboten sind solche mit Interessenkonflikten, etwa Beratungsverträge mit Unternehmen, die mit der Kommune Geschäfte machen.
Einordnung
Gemessen an der Verantwortung fällt die Besoldung moderat aus. Ein Stadtoberhaupt mit 100.000 Einwohnern und einem Haushalt in dreistelliger Millionenhöhe verdient weniger als eine Führungskraft in einem mittelständischen Unternehmen.
Dem stehen die Versorgung und das Abwahlrisiko gegenüber. Vergleichszahlen aus dem öffentlichen Dienst bieten die Beiträge zum Lehrergehalt und zum Polizistengehalt.
Alle Berufe im Vergleich: Die Übersicht Was verdienen die Deutschen stellt die Gehälter nebeneinander und erklärt, woher die Unterschiede kommen. Was netto bleibt, zeigt der Gehaltsrechner.
Quellen
- Gemeindeordnungen und Besoldungsgesetze der Bundesländer
- Bundesbesoldungsordnung B – Grundgehaltssätze
- dbb beamtenbund und tarifunion – Besoldungsübersichten
Stand: 27. September 2026. Bruttoangaben ohne Zulagen. Angaben ohne Gewähr.