TeamViewer Aktie: Portrait, Kurs und Geschäftsmodell
TeamViewer ist die Software, mit der sich jemand von außen auf einen fremden Rechner schalten kann – für IT-Support, Fernwartung oder Gerätezugriff. Das Unternehmen aus Göppingen wurde 2005 gegründet und ging 2019 an die Börse.
Die Lage ist ambivalent. Das kleinere Enterprise-Geschäft wächst, das größere Geschäft mit kleinen und mittleren Unternehmen schrumpft. Insgesamt gingen die wiederkehrenden Erlöse im zweiten Quartal 2026 um 2,9 Prozent zurück.
Unternehmensprofil
| Sitz | Göppingen |
| Gegründet | 2005 |
| Börsengang | 25. September 2019 zu 26,25 Euro je Aktie |
| Vorstandsvorsitz | Oliver Steil |
| Finanzvorstand | Michael Wilkens |
| Branche | Software für Fernzugriff und digitale Arbeitsplätze |
| Index | SDAX und TecDAX |
| ISIN | DE000A2YN900 |
| WKN | A2YN90 |
| Kürzel | TMV |
| Aktien | 163.500.000, davon 3,5 Prozent eigene Aktien |
| Streubesitz | 100 Prozent nach Definition der Deutschen Börse |
Kursverlauf
Der Chart zeigt den Wochenverlauf der fünf Jahre. Kursdaten über TradingView.
Das Geschäftsmodell
TeamViewer verkauft Abonnements für Fernzugriff, IT-Support, Geräteverwaltung und Arbeitsabläufe mit erweiterter Realität. Produkte sind TeamViewer Remote, TeamViewer Tensor, TeamViewer Frontline und die Plattform TeamViewer ONE. Nach Unternehmensangaben gibt es über 620.000 Kunden.
Das Geschäft teilt sich in zwei Segmente. SMB bedient kleine und mittlere Unternehmen und erzielte im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 124,1 Millionen Euro oder 67,9 Prozent, bei wiederkehrenden Jahreserlösen von 501,4 Millionen. Enterprise kam auf 58,6 Millionen Euro oder 32,1 Prozent, mit 235,5 Millionen Euro wiederkehrenden Erlösen.
Regional entfielen im zweiten Quartal 55,0 Prozent auf EMEA, 35,4 Prozent auf Amerika und 9,6 Prozent auf Asien-Pazifik. Das 2024 übernommene Geschäft von 1E, das unter dem Begriff Digital Employee Experience läuft, berichtet TeamViewer nicht als eigenes Segment.
Die zuletzt gemeldeten Zahlen
Zahlen aus der Mitteilung zum zweiten Quartal vom 28. Juli 2026. Die Vorjahreswerte sind Pro-forma-Werte einschließlich 1E; wkb steht für währungsbereinigt.
| Kennzahl | 2. Quartal 2026 | Vorjahr |
|---|---|---|
| Wiederkehrende Jahreserlöse (ARR) | 736,8 Mio. € | 759,1 Mio. € |
| Umsatz | 182,7 Mio. € | 190,7 Mio. € |
| Bereinigtes EBITDA | 78,9 Mio. € (43,2 % Marge) | 84,0 Mio. € (44,1 %) |
| EBIT | 57,3 Mio. € | 63,9 Mio. € |
| Nettoergebnis | 30,1 Mio. € | 22,6 Mio. € |
| Ergebnis je Aktie | 0,19 € | 0,14 € |
| Bereinigtes Ergebnis je Aktie | 0,27 € | 0,28 € |
Im ersten Halbjahr lag der Umsatz bei 365,9 Millionen Euro nach 380,9 Millionen, das bereinigte EBITDA bei 161,9 Millionen nach 165,6 Millionen. Dass das Nettoergebnis steigt, während Umsatz und bereinigtes EBITDA fallen, liegt an niedrigeren Abschreibungen und Finanzierungskosten. Einen Auftragsbestand weist TeamViewer nicht aus; Steuerungsgröße sind die wiederkehrenden Jahreserlöse. Zum Vergleich das Geschäftsjahr 2025: Pro-forma-Umsatz 767,5 Millionen Euro, bereinigtes EBITDA 340,3 Millionen bei 44 Prozent Marge und ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 1,23 Euro.
Prognose für das laufende Geschäftsjahr
TeamViewer bestätigte die Prognose am 28. Juli 2026: ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 0 bis 3 Prozent gegenüber dem Pro-forma-Umsatz 2025 von 767,5 Millionen Euro und eine bereinigte EBITDA-Marge von rund 43 Prozent.
Den Währungseffekt auf das Umsatzwachstum beziffert das Unternehmen auf minus 2,4 Prozentpunkte, überwiegend aus dem US-Dollar. Der Netto-Verschuldungsgrad soll zum Jahresende 2026 bei rund 2,3 liegen, nach 2,6 zuletzt. Mittelfristig strebt TeamViewer eine Rückkehr zu mittlerem bis hohem einstelligem Umsatzwachstum an.
Dividende
TeamViewer zahlt keine Dividende. In den veröffentlichten Unterlagen findet sich weder eine Dividendenangabe noch eine Dividendenpolitik.
Die Kapitalverwendung läuft stattdessen über Aktienrückkäufe – das Unternehmen hält 3,5 Prozent eigene Aktien – und über den Abbau der Verschuldung.
Was das Geschäft antreibt
- Das Enterprise-Geschäft. Die wiederkehrenden Erlöse stiegen um 3,7 Prozent, währungsbereinigt um 8,3 Prozent.
- Die Entschuldung. Der Netto-Verschuldungsgrad sank von 3,2 auf 2,6, Ziel sind rund 2,3 zum Jahresende.
- Die Plattform TeamViewer ONE. Das Unternehmen stellt sie zusammen mit der Wende im Bereich Digital Employee Experience in den Mittelpunkt seiner Quartalsmitteilung.
Welche Risiken das Unternehmen selbst nennt
- Das SMB-Segment schrumpft: minus 6,0 Prozent beim Umsatz und minus 5,8 Prozent bei den wiederkehrenden Erlösen. Es macht rund 68 Prozent des Geschäfts aus.
- Der Umsatz in Amerika ging um 10,9 Prozent zurück, währungsbereinigt um 5,6 Prozent.
- Die wiederkehrenden Jahreserlöse insgesamt fielen um 2,9 Prozent.
- Währungseffekte belasten das Umsatzwachstum 2026 um 2,4 Prozentpunkte, überwiegend durch den US-Dollar.
- Die bereinigte EBITDA-Marge ging von 44,1 auf 43,2 Prozent zurück.
Wettbewerb
TeamViewer nennt in den veröffentlichten Unterlagen keine Wettbewerber namentlich.
Termine
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| 3. November 2026 | Zahlen zum dritten Quartal 2026 mit Analystencall |
Fazit
TeamViewer ist ein hochprofitables Softwareunternehmen, das nicht mehr wächst. 43 Prozent bereinigte EBITDA-Marge sind ein außergewöhnlicher Wert – die eigene Prognose von 0 bis 3 Prozent währungsbereinigtem Wachstum ist es in die andere Richtung ebenfalls.
Der Kern des Problems liegt im Mischungsverhältnis. Das Enterprise-Geschäft wächst währungsbereinigt um gut 8 Prozent, macht aber nur ein Drittel des Umsatzes aus. Das SMB-Geschäft mit zwei Dritteln des Umsatzes schrumpft. Solange sich dieses Verhältnis nicht ändert, bleibt der Konzernwert in der Nähe von null.
Zwei Punkte für die weitere Beobachtung. Erstens, ob die wiederkehrenden Erlöse im Enterprise-Bereich schnell genug wachsen, um den Rückgang bei SMB auszugleichen. Zweitens die Entschuldung: Vom Erreichen des Ziels von 2,3 hängt ab, wie viel Spielraum für Rückkäufe oder Zukäufe bleibt. Eine Dividende ist nicht Teil der Kapitalverwendung.
Fragen und Antworten
Zahlt TeamViewer eine Dividende?
Nein. Das Unternehmen nutzt Aktienrückkäufe und den Schuldenabbau statt einer Ausschüttung.
Was bedeutet ARR?
Annual Recurring Revenue – die auf ein Jahr hochgerechneten wiederkehrenden Erlöse aus laufenden Abonnements. Bei TeamViewer lag dieser Wert zum 30. Juni 2026 bei 736,8 Millionen Euro.
Wer sind die Großaktionäre?
Die Deutsche Börse weist den Streubesitz mit 100 Prozent aus; es gibt keinen Ankeraktionär. Der Vorstand hält zusammen 1,91 Prozent, die Gesellschaft selbst 3,5 Prozent eigene Aktien ohne Stimmrecht.
In welchen Indizes ist die Aktie?
Im SDAX und im TecDAX.
Wann kommen die nächsten Zahlen?
Die Quartalszahlen erscheinen am 3. November 2026.
Quellen
Stand der Daten: 14. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist eine Einordnung öffentlich verfügbarer Unternehmensangaben und keine Anlageempfehlung.