TUI Aktie: Analyse, Zahlen und Prognose
Die TUI AG aus Hannover bezeichnet sich selbst als das weltweit führende integrierte Tourismusunternehmen. Der Konzern betreibt rund 1.200 Reisebüros, fünf Airlines mit 125 Flugzeugen, über 460 Hotels und Resorts mit rund 214.000 Betten sowie 19 Kreuzfahrt- und sechs Flusskreuzfahrtschiffe. Rund 66.900 Mitarbeitende erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 24,2 Milliarden Euro.
Für Anleger ist eine Zahl aus der Segmentrechnung besonders wichtig: Das Eigengeschäft mit Hotels, Schiffen und Erlebnissen steuerte 2025 nur 13,1 Prozent des Umsatzes bei – aber ein bereinigtes EBIT von 1.283 Millionen Euro. Das volumenstarke Veranstalter- und Airline-Geschäft mit 86,8 Prozent des Umsatzes kam dagegen nur auf 200 Millionen Euro.
Das laufende Geschäftsjahr, das am 30. September endet, war von geopolitischen Belastungen geprägt. Dieses Portrait erklärt das Geschäftsmodell und ordnet die Zahlen ein.
Unternehmensprofil
| Sitz | Hannover, Karl-Wiechert-Allee 23 |
| Branche | Tourismus |
| Segmente | Holiday Experiences mit Hotels & Resorts, Cruises und TUI Musement sowie Markets + Airline mit Northern, Central und Western Region |
| Mitarbeitende | 66.854 (30.09.2025) |
| Vorstandsvorsitz | Sebastian Ebel (seit Oktober 2022) |
| ISIN | DE000TUAG505 |
| WKN | TUAG50 |
| Index | MDAX sowie STOXX Europe; Primärnotiz Prime Standard Frankfurt, Zweitnotiz Börse Hannover |
| Geschäftsjahr | 1. Oktober bis 30. September |
| Aktien | 507.431.033 Namens-Stammaktien, Grundkapital 507.431.033 Euro |
| Aktionäre | Streubesitz rund 89 Prozent (30.09.2025); nach Investorentyp rund 32 Prozent Privatanleger, rund 56 Prozent institutionelle Investoren und Finanzinstitute, rund 12 Prozent strategische Investoren |
| Ratings | S&P BB−, Moody’s Ba3, Fitch BB |
Kursverlauf
Der Chart zeigt den Wochenverlauf der fünf Jahre. Kursdaten über TradingView.
Das Geschäftsmodell
Das Modell verbindet die Eigenproduktion von Urlaubsleistungen mit dem Vertrieb an Endkunden. TUI ist in 21 Quellmärkten aktiv und bedient rund 180 Zielgebiete. Veranstaltermarken bestehen in 18 Ländern, zu den Hotelmarken gehören TUI Blue, Robinson, TUI Magic Life, RIU und TUI Suneo, zu den Kreuzfahrtmarken TUI Cruises, Hapag-Lloyd Cruises und Marella Cruises. TUI Musement bündelt Ausflüge, Erlebnisse und Transfers.
Entscheidend für das Verständnis ist, dass Umsatz- und Ergebnisverteilung stark auseinanderlaufen. Im Geschäftsjahr 2025 entfielen vom Außenumsatz von 24.178,7 Millionen Euro nur 3.172,0 Millionen Euro oder 13,1 Prozent auf Holiday Experiences und 20.993,5 Millionen Euro oder 86,8 Prozent auf Markets + Airline. Beim bereinigten EBIT dreht sich das Verhältnis um: Holiday Experiences erwirtschaftete 1.283,2 Millionen Euro, Markets + Airline nur 199,9 Millionen Euro, sonstige Segmente minus 70,0 Millionen Euro, der Konzern insgesamt 1.413,1 Millionen Euro.
Der Ergebnisbeitrag kommt also überwiegend aus den eigenen Hotels mit 735,0 Millionen Euro, den Schiffen mit 481,1 Millionen Euro und den Erlebnissen mit 67,2 Millionen Euro, während das Veranstalter- und Airline-Geschäft die Umsätze liefert. Innerhalb von Markets + Airline trug die Northern Region 8.856,8 Millionen Euro Umsatz und 123,2 Millionen Euro bereinigtes EBIT bei, die Central Region 8.854,0 Millionen Euro und 98,3 Millionen Euro, die Western Region 3.282,8 Millionen Euro und minus 21,6 Millionen Euro.
Geografisch verteilte sich der Umsatz nach Kundenstandort im Geschäftsjahr 2025 auf Großbritannien mit 8.714,4 Millionen Euro, Deutschland mit 6.662,0 Millionen Euro, das übrige Europa mit 7.629,0 Millionen Euro sowie Nord- und Südamerika mit 757,1 Millionen Euro. Als Mittelfristziele nennt TUI eine bereinigte EBIT-Marge von über drei Prozent bei Markets + Airline, einen Netto-Verschuldungsgrad unter 0,5 und einen ROCE deutlich über elf Prozent für Wachstumsinvestitionen in eigene Hotels, gemessen nach drei Jahren.
Die zuletzt gemeldeten Zahlen
Die folgenden Zahlen stammen aus der Mitteilung vom 12. August 2026 für das dritte Quartal und die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2026. Zu beachten: Bei einem am 30. September endenden Geschäftsjahr ist das dritte Quartal noch nicht das Hauptergebnisquartal.
| Kennzahl (Mio. Euro) | 9M GJ 2026 | 9M GJ 2025 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Umsatz | 14.384 | 14.776 | −2,7 % |
| Bereinigtes EBIT | 118 | 165 | −28,5 % |
| EBIT (berichtet) | 86 | 161 | −46,6 % |
| Ergebnis vor Steuern | −139 | −84 | Verlust ausgeweitet |
| Konzernergebnis (Anteil TUI-Aktionäre) | −243 | −208 | Verlust ausgeweitet |
| Bereinigtes Ergebnis je Aktie | −0,47 Euro | −0,43 Euro | −0,04 Euro |
| Umsatz Q3 | 5.822 | 6.200 | −6,1 % |
| Bereinigtes EBIT Q3 | 234 | 321 | −27,1 % |
| Konzernergebnis Q3 | 82 | 183 | −55,2 % |
| Nettoverschuldung (30.06.2026) | 2.300 | 1.900 | +400 |
Nach Segmenten entwickelte sich das bereinigte EBIT im dritten Quartal so, Vorjahr in Klammern: Holiday Experiences 278 (294), davon Cruises 133 (143) und TUI Musement 23 (21); Markets + Airline minus 16 (plus 50), darunter Central minus 10 (25), Northern 10 (45) und Western minus 16 (minus 21). Über neun Monate: Hotels & Resorts 356 (384), Cruises 297 (273), TUI Musement 17,3 (6,4) und Markets + Airline minus 474 (minus 440). Entscheidend sind die Einmaleffekte, die TUI über neun Monate auf insgesamt 81 Millionen Euro beziffert: 40 Millionen Euro durch den Iran-Krieg bei Cruises, davon 20 Millionen Euro allein im dritten Quartal, 20 Millionen Euro durch Kundenrückholungen bei Markets + Airline, 15 Millionen Euro durch einen Hurrikan in Jamaika bei Hotels & Resorts und sechs Millionen Euro bei Markets + Airline. Ohne diese Effekte läge das bereinigte Neunmonats-EBIT rechnerisch über dem Vorjahr. Operativ im dritten Quartal: 11,3 Millionen Bettennächte bei 77 Prozent Auslastung und einer Tagesrate von 88 Euro; bei Cruises eine Rate von 252 Euro und 99 Prozent Auslastung ohne Iran-Effekt. Den Anstieg der Nettoverschuldung führt TUI überwiegend auf geringere Kundenanzahlungen zurück.
Prognose für das laufende Geschäftsjahr
Die aktuelle Prognose stammt aus dem Pre-Close Trading Update vom 22. September 2026. Erwartet wird ein bereinigtes EBIT von 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro zu konstanten Wechselkursen, nach 1.413 Millionen Euro im Vorjahr. Die Spanne wurde damit von zuvor 1,1 bis 1,4 Milliarden Euro eingeengt. Die Umsatzprognose bleibt ausgesetzt, die Nettoinvestitionen sollen 860 bis 900 Millionen Euro betragen. Als Annahmen nennt TUI, dass die geopolitischen Spannungen nicht wesentlich eskalieren und die Treibstoffversorgung aufrechterhalten bleibt.
Die Prognose wurde im Jahresverlauf mehrfach geändert. Am 22. April 2026 stellte TUI sie grundlegend um: Zuvor galten ein Wachstum des bereinigten EBIT von sieben bis zehn Prozent und ein Umsatzwachstum von zwei bis vier Prozent. Neu war eine absolute Spanne von 1,1 bis 1,4 Milliarden Euro, und die Umsatzprognose wurde ausgesetzt. Als Begründung nannte TUI den andauernden Iran-Krieg und den Nahost-Konflikt; die Unsicherheit über die Dauer begrenze die kurzfristige Sicht und treibe zugleich die Konsumzurückhaltung. Am 12. August wurde die Spanne bestätigt, am 22. September eingeengt.
Der Buchungsstand zum 22. September 2026 zeigt die Herausforderung: Für den Sommer 2026 lag der Buchungsumsatz bei minus fünf Prozent, in Großbritannien bei minus sieben und in Deutschland bei minus zwei Prozent – allerdings in den letzten vier Wochen davor bei plus zwei Prozent. Für den Winter 2026/27 lag er bei minus sieben Prozent. Gleichzeitig baut TUI Kapazität auf: verfügbare Bettennächte plus sieben Prozent und verfügbare Passagiertage bei Kreuzfahrten plus 17 Prozent für das erste Halbjahr des kommenden Geschäftsjahres.
Dividende
Für das Geschäftsjahr 2025 wurden 0,10 Euro je Aktie gezahlt – von TUI ausdrücklich als „Starter-Dividende“ bezeichnet, also als Wiederaufnahme der Ausschüttung. Die Hauptversammlung am 10. Februar 2026 beschloss die Gewinnverwendung mit 98,66 Prozent Ja-Stimmen. TUI beziffert die Rendite auf rund 1,3 Prozent gemessen am Jahresschlusskurs des Geschäftsjahres 2025.
Ab dem Geschäftsjahr 2026 gilt eine Ausschüttungsquote von zehn bis 20 Prozent des bereinigten Ergebnisses je Aktie. Für Anleger heißt das: Die Dividende hängt künftig direkt am bereinigten Ergebnis, das für das laufende Jahr nach neun Monaten noch negativ war – das Hauptergebnisquartal eines Reiseveranstalters mit September-Geschäftsjahresende liegt allerdings im vierten Quartal.
Was das Geschäft antreibt
- Ergebnishebel eigene Assets: Holiday Experiences liefert bei nur 13,1 Prozent des Konzernumsatzes 1.283,2 Millionen Euro bereinigtes EBIT – mehr als das Konzernergebnis, weil Markets + Airline und die sonstigen Segmente das Resultat mindern.
- Kapazitätsausbau bei Kreuzfahrten: verfügbare Passagiertage plus zwölf Prozent im vierten Quartal und plus 17 Prozent im ersten Halbjahr des kommenden Geschäftsjahres. Die Mein Schiff Flow bringt 4.000 zusätzliche Betten, die Flotte umfasst 19 Schiffe. Die Rate stieg um zwei Prozent, die Auslastung lag im dritten Quartal ohne Iran-Effekt bei 99 Prozent.
- Hotelpreise statt Hotelvolumen: Die Tagesrate lag im dritten Quartal stabil bei 88 Euro und wird für das vierte Quartal mit plus vier Prozent erwartet, bei verfügbaren Bettennächten von plus einem Prozent im vierten Quartal und plus sieben Prozent im ersten Halbjahr. Die Auslastung lag im dritten Quartal mit 77 Prozent allerdings fünf Punkte unter Vorjahr.
- TUI Musement als Wachstumsfeld: bereinigtes EBIT von 17,3 Millionen Euro nach 6,4 Millionen Euro über neun Monate; im Geschäftsjahr 2025 waren es 67,2 Millionen Euro nach 49,2 Millionen Euro.
- Kapazitätssteuerung im Veranstaltergeschäft: Die eigene Risikokapazität wurde im Sommer 2026 um fünf Prozent reduziert, passend zu einem Buchungsumsatz von minus fünf Prozent.
- Bilanz und Rating: Das Ziel eines Netto-Verschuldungsgrads unter 0,5 bleibt bestehen; das Mittelfristziel eines Ratings im BB/Ba-Bereich ist laut TUI erreicht. Zum 30. September 2025 lag die Nettoverschuldung bei 1.304,9 Millionen Euro nach 1.640,5 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote bei 14,8 Prozent nach 10,2 Prozent.
Welche Risiken das Unternehmen selbst nennt
- Mängel in der Geschäftstransformation, besonders in Markets + Airline – die Bewertung wurde gegenüber dem Vorjahr gesenkt.
- Veränderte Kundenpräferenzen einschließlich KI-getriebener Buchung und Preisfindung – ebenfalls herabgestuft. TUI stellt fest, dass künstliche Intelligenz kein eigenständiges Risiko sei, sondern in die bestehenden Hauptrisiken eingeordnet werde.
- Saisonaler Cashflow: Steuerung der Winterliquidität und Einhaltung von Covenants – bei einem Geschäft, das im Winterhalbjahr Verluste schreibt, ein struktureller Punkt.
- Cybersicherheit: Angriffe, Datenschutzverletzungen und wachsende Regulierung durch DSGVO, EU AI Act und NIS 2.
- Operative Störungen: geopolitische Ereignisse, Terrorismus, Naturkatastrophen und Pandemien – im laufenden Jahr konkret durch Iran-Krieg und Hurrikan mit 81 Millionen Euro belegt.
- Weitere Hauptrisiken: Abhängigkeiten in der Lieferkette bei Hotel-, Flugzeug- oder Kreuzfahrtlieferanten, nachhaltiger Tourismus, Klimawandel mit CO2-Bepreisung und physischen Schäden, Sicherheit und Gesundheit im eigenen Betrieb sowie Joint-Venture-Partnerschaften. TUI stellt fest, dass weder einzelne Hauptrisiken noch kombinierte Szenarien den Fortbestand gefährden.
Wettbewerb
TUI nennt keine Wettbewerber namentlich. Die Positionierung erfolgt über eigene Marktstellungsaussagen: Das Unternehmen bezeichnet sich als das weltweit führende integrierte Tourismusunternehmen. Der Abgrenzungsanspruch liegt in der vertikalen Integration – eigene Hotels, eigene Schiffe, eigene Airlines, eigener Vertrieb und eigenes Erlebnisgeschäft –, die TUI in der Quartalsmitteilung ausdrücklich als Resilienzfaktor in einem volatilen Umfeld anführt.
Ökonomisch lässt sich diese Positionierung an der eigenen Segmentrechnung ablesen, und sie zeigt gleichzeitig die Schwachstelle: Das margenstarke Eigengeschäft trug im Geschäftsjahr 2025 bei 13,1 Prozent Umsatzanteil 1.283,2 Millionen Euro bereinigtes EBIT bei, während das volumenstarke Veranstalter- und Airline-Geschäft mit 86,8 Prozent Umsatzanteil nur 199,9 Millionen Euro beitrug und im dritten Quartal 2026 mit minus 16 Millionen Euro sogar negativ war. Entsprechend richten sich die Mittelfristziele genau darauf: eine bereinigte EBIT-Marge von über drei Prozent bei Markets + Airline und ein ROCE deutlich über elf Prozent für Wachstumsinvestitionen in eigene Hotels. Marktanteile veröffentlicht TUI nicht.
Termine
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| 09.12.2026 | Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2026 mit Analysten- und Investorenkonferenz |
| 22.09.2026 | Pre-Close Trading Update mit eingeengter Prognose (bereits veröffentlicht) |
| 12.08.2026 | Quartalsmitteilung zum dritten Quartal (bereits veröffentlicht) |
Fazit
Die Neunmonatszahlen zeigen einen Rückgang auf allen Ergebnisstufen: Umsatz minus 2,7 Prozent, bereinigtes EBIT minus 28,5 Prozent auf 118 Millionen Euro, berichtetes EBIT minus 46,6 Prozent auf 86 Millionen Euro und ein den TUI-Aktionären zurechenbares Konzernergebnis von minus 243 Millionen Euro nach minus 208 Millionen Euro. Allerdings ist das dritte Quartal bei einem am 30. September endenden Geschäftsjahr noch nicht das Hauptergebnisquartal. TUI bestätigte am 12. August die Jahresprognose und engte sie am 22. September sogar ein – von 1,1 bis 1,4 auf 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro.
Die vom Unternehmen benannten Einmaleffekte summieren sich über neun Monate auf 81 Millionen Euro: der Iran-Krieg bei Kreuzfahrten und bei Kundenrückholungen sowie ein Hurrikan in Jamaika. Ohne sie läge das bereinigte Neunmonats-EBIT rechnerisch über dem Vorjahr. Zugleich lief die Spreizung zwischen den Segmenten weiter auseinander: Markets + Airline rutschte im Quartal von plus 50 auf minus 16 Millionen Euro, Kreuzfahrten hielten sich bei 133 Millionen Euro, TUI Musement verbesserte sich. Die Nettoverschuldung stieg auf 2,3 Milliarden Euro nach 1,9 Milliarden Euro, was TUI vor allem auf geringere Kundenanzahlungen zurückführt.
Fünf Fragen bleiben offen. Erreicht TUI das obere oder untere Ende der eingeengten Spanne von 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro, nachdem das Vorjahr bei 1.413 Millionen Euro lag? Lässt sich der Buchungsumsatz für den Winter 2026/27, der am 22. September bei minus sieben Prozent lag, in der verbleibenden Buchungszeit aufholen? Übersetzt sich der Kapazitätsaufbau bei Kreuzfahrten mit plus 17 Prozent verfügbaren Passagiertagen in zusätzlichen Ergebnisbeitrag? Erreicht Markets + Airline die Mittelfristmarge von über drei Prozent, wenn das Segment über neun Monate bei minus 474 Millionen Euro steht? Und wann wird die seit April 2026 ausgesetzte Umsatzprognose wieder aufgenommen? Der Geschäftsbericht am 9. Dezember 2026 ist der nächste Datenpunkt.
Fragen und Antworten
In welchem Index ist die TUI Aktie gelistet?
TUI ist im MDAX notiert, zusätzlich im STOXX Europe. Die Primärnotiz liegt im Prime Standard in Frankfurt, eine Zweitnotiz besteht an der Börse Hannover. Die ISIN lautet DE000TUAG505, die WKN TUAG50.
Wann endet das Geschäftsjahr bei TUI?
Am 30. September. Das ist für die Beurteilung der Zahlen wichtig: Das dritte Quartal umfasst April bis Juni und ist bei einem Reiseveranstalter noch nicht das Hauptergebnisquartal – das liegt im vierten Quartal mit den Sommermonaten Juli bis September.
Womit verdient TUI eigentlich Geld?
Nicht primär mit dem Verkauf von Pauschalreisen, sondern mit den eigenen Assets. Im Geschäftsjahr 2025 steuerte das Segment Holiday Experiences mit Hotels, Schiffen und Erlebnissen bei nur 13,1 Prozent des Umsatzes ein bereinigtes EBIT von 1.283 Millionen Euro bei. Das Veranstalter- und Airline-Geschäft lieferte 86,8 Prozent des Umsatzes, aber nur 200 Millionen Euro Ergebnis.
Warum wurde die Prognose 2026 geändert?
Am 22. April 2026 stellte TUI die Prognose wegen des andauernden Iran-Kriegs und des Nahost-Konflikts um: Statt prozentualer Wachstumsraten gilt seither eine absolute EBIT-Spanne, und die Umsatzprognose wurde ausgesetzt. Am 22. September wurde die Spanne auf 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro eingeengt.
Zahlt TUI wieder eine Dividende?
Ja. Für das Geschäftsjahr 2025 wurden 0,10 Euro je Aktie gezahlt, von TUI als Starter-Dividende bezeichnet. Ab dem Geschäftsjahr 2026 gilt eine Ausschüttungsquote von zehn bis 20 Prozent des bereinigten Ergebnisses je Aktie.
Wie stark haben Iran-Krieg und Hurrikan TUI belastet?
Nach eigenen Angaben mit insgesamt 81 Millionen Euro über neun Monate: 40 Millionen Euro durch den Iran-Krieg bei Kreuzfahrten, 20 Millionen Euro durch Kundenrückholungen, 15 Millionen Euro durch einen Hurrikan in Jamaika bei Hotels und sechs Millionen Euro bei Markets + Airline.
Quellen
- TUI AG: Mitteilung zum dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 vom 12.08.2026
- TUI AG: Pre-Close Trading Update vom 22.09.2026 mit eingeengter Prognose
- TUI AG: Prognoseanpassung vom 22.04.2026
- TUI AG: Segmentberichterstattung im Geschäftsbericht 2025
- TUI AG: Risikobericht im Geschäftsbericht 2025
- TUI AG: Strategie, Prognose und Dividendenpolitik
Stand der Daten: 14. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist eine Einordnung öffentlich verfügbarer Unternehmensangaben und keine Anlageempfehlung.