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Glänzende Polysilizium-Bruchstücke in Makroaufnahme
Aktie im Porträt

Wacker Chemie Aktie: Analyse, Zahlen und Prognose

Die Wacker Chemie AG aus München verkauft mehr als 3.000 Spezialchemieprodukte in über 100 Ländern – von Fliesenklebern bis zum hochreinen Polysilicium für Computerchips. Nach eigenen Angaben steckt WACKER-Polysilicium in rund der Hälfte aller Computerchips weltweit. Rund 16.100 Mitarbeitende arbeiten an 27 Standorten.

Die Quartalszahlen 2026 sehen auf den ersten Blick spektakulär aus: ein EBITDA-Plus von 84,9 Prozent und ein Ergebnis je Aktie von 6,86 Euro nach minus 0,49 Euro. Beide Zahlen enthalten allerdings erhebliche Sondereffekte, die man kennen muss – ein nicht-operativer Pensionsertrag von 36,7 Millionen Euro und rund 243 Millionen Euro aus dem Verkauf von Siltronic-Aktien.

Für das Geschäftsjahr 2025 wurde keine Dividende ausgeschüttet. Dieses Portrait trennt operative Entwicklung von Sondereffekten und erklärt, worauf es bei den vier Geschäftsbereichen ankommt.

Unternehmensprofil

SitzMünchen, Gisela-Stein-Straße 1
Gegründet1914; Börsengang am 10.04.2006
BrancheSpezialchemie
GeschäftsbereicheSilicones, Polymers, Polysilicon, Biosolutions
Mitarbeitende16.084 (30.06.2026), davon 10.548 in Deutschland
VorstandsvorsitzChristian Hartel
ISINDE000WCH8881
WKNWCH888
IndexMDAX seit 21.09.2020, Prime Standard Frankfurt
Geschäftsjahr1. Januar bis 31. Dezember
KapitalGrundkapital 260.763.000 Euro, 52.152.600 Inhaberaktien, davon 49.677.983 ausstehend
GroßaktionäreDr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH über 50 Prozent der stimmberechtigten Aktien, Blue Elephant Holding GmbH über 10 Prozent; Streubesitz 33,09 Prozent
RatingKein Kreditrating, da keine ratingpflichtigen Finanzinstrumente begeben werden

Kursverlauf

Der Chart zeigt den Wochenverlauf der fünf Jahre. Kursdaten über TradingView.

Das Geschäftsmodell

Rund 65 Prozent des Umsatzes entfallen auf siliciumbasierte Produkte, rund 35 Prozent auf Produkte auf Basis von Ethylen und Essigsäure. Endmärkte sind Automobil, Bau, Chemie, Halbleiter, Konsumgüter, Medizintechnik, Pharma und Photovoltaik. Produziert wird an 27 Standorten, davon zehn in Europa, neun in Amerika und acht in Asien; Leitwerk ist Burghausen.

Silicones ist mit rund 50 Prozent des Konzernumsatzes der größte Bereich und liefert Siliconöle, Emulsionen, Harze, Elastomere und Dichtstoffe sowie Silane und pyrogene Kieselsäure – über 2.800 Produkte. Polymers mit rund 25 Prozent produziert Bindemittel und polymere Additive, angeboten als dispergierbare Polymerpulver, Dispersionen, Festharze und Lösungen.

Polysilicon mit rund 16 Prozent liefert hochreines Polysilicium für Halbleiter und hocheffiziente Solarmodule aus Burghausen, Nünchritz und Charleston in Tennessee. Dieser Bereich ist derzeit der Problemfall, weil das Solargeschäft schwach bleibt. Biosolutions mit rund sieben Prozent umfasst Biopharmazeutika wie Proteine, Plasmid-DNA, mRNA-basierte Wirkstoffe und Impfstoffe sowie Cyclodextrine und fermentativ erzeugtes Cystein.

Geografisch entfielen 2025 rund 40 Prozent des Umsatzes auf Europa, 35 Prozent auf Asien-Pazifik und 19 Prozent auf Nord- und Südamerika; rund 83 Prozent des Umsatzes stammen von außerhalb Deutschlands. Seit dem Capital Markets Day am 17. September 2026 ist das Modell durch die Strategie REFOCUS überlagert: WACKER hat alle Produktgruppen überprüft und ihnen Portfoliorollen zugewiesen. Investitionen konzentrieren sich auf Elektronik, Healthcare und Mobilität, während reife Märkte über operative Exzellenz und Anlagenauslastung bewirtschaftet werden.

Die zuletzt gemeldeten Zahlen

Die folgenden Zahlen stammen aus dem Halbjahresfinanzbericht vom 30. Juli 2026. Entscheidend für die Lesart sind zwei Sondereffekte, die das Unternehmen selbst ausweist.

KennzahlQ2 2026 (Mio. Euro)Q2 2025 (Mio. Euro)Veränderung
Umsatz1.517,61.412,9+7,4 %
EBITDA211,3114,3+84,9 %
EBITDA-Marge13,9 %8,1 %+5,8 Punkte
EBIT96,2−11,3Vorzeichenwechsel
Finanzergebnis231,2−16,6Vorzeichenwechsel
Periodenergebnis349,6−19,2Vorzeichenwechsel
Ergebnis je Aktie6,86 Euro−0,49 EuroVorzeichenwechsel
Netto-Cashflow243,2−136,5Vorzeichenwechsel
Investitionen59,0103,9−43,2 %
Eigenkapitalquote (30.06.2026)47,9 %51,2 %31.12.2025: 44,9 %
Nettofinanzschulden722,01.139,331.12.2025: 885,7

Zwei Sondereffekte sind für das Verständnis unverzichtbar. Erstens enthält das Quartals-EBITDA 36,7 Millionen Euro nicht-operativen Ertrag aus der Neubewertung von Pensionsverpflichtungen, ausgelöst durch die Einführung einer Kapitalwahloption in Deutschland. Ohne diesen Effekt lag das operative Quartals-EBITDA bei rund 175 Millionen Euro statt 211,3 Millionen Euro. Zweitens brachte der Verkauf von Siltronic-Aktien Mittelzuflüsse von 185,4 Millionen Euro; im Periodenergebnis sind rund 243 Millionen Euro Siltronic-bezogene Effekte enthalten. Das Ergebnis je Aktie von 6,86 Euro spiegelt damit nicht die operative Ertragskraft. Über das erste Halbjahr lag der Umsatz bei 2.923,2 Millionen Euro (plus 1,1 Prozent), das EBITDA bei 384,2 Millionen Euro (plus 64,5 Prozent) und das Periodenergebnis bei 364,9 Millionen Euro. Nach Segmenten entwickelten sich Umsatz und EBITDA im Quartal so: Silicones 757 Millionen Euro bei 123 Millionen Euro EBITDA (plus 18 Prozent), Polymers 406 bei 69 (plus 74 Prozent), Polysilicon 226 bei nur 11 nach 34 Millionen Euro und Biosolutions 99 bei sieben Millionen Euro.

Prognose für das laufende Geschäftsjahr

Die Prognose für 2026 wurde am 30. Juli 2026 in zwei Richtungen angepasst: Das EBITDA wurde auf 625 bis 750 Millionen Euro angehoben, zuvor waren es 550 bis 700 Millionen Euro. Die Umsatzprognose wurde dagegen gesenkt, von einem hohen auf einen mittleren einstelligen Prozentbereich. Die EBITDA-Marge soll im niedrigen zweistelligen Prozentbereich liegen, die Investitionen rund 300 Millionen Euro betragen, die Nettofinanzschulden rund 500 Millionen Euro.

Die Begründung des Unternehmens ist aufschlussreich: Die Umsatzprognose wurde wegen niedrigerer erwarteter Rohstoff- und Energiepreise gesenkt, die auf die Verkaufspreise durchschlagen. Das EBITDA wurde wegen der starken operativen Quartalsentwicklung und des Pensionsertrags angehoben. Die Prognose für die Nettofinanzschulden wurde wegen des Mittelzuflusses aus dem Siltronic-Aktienverkauf angepasst. WACKER weist ausdrücklich darauf hin, dass die Prognose mit hoher Unsicherheit behaftet ist – wegen der Entwicklungen im Nahen Osten und der ungeklärten US-Handelspolitik bei Polysilicium-Importen. Auf dem Capital Markets Day am 17. September 2026 ergänzte das Unternehmen, das Quartals-EBITDA im dritten Quartal werde dem Niveau des zweiten entsprechen.

Als Mittelfristziele nennt WACKER seit dem Capital Markets Day ein Umsatzwachstum über dem globalen Wirtschaftswachstum, eine EBITDA-Marge von 15 Prozent plus/minus zwei Prozentpunkte – laut Unternehmen rund 50 Prozent über dem Dreijahresdurchschnitt –, einen ROCE nachhaltig über zehn Prozent sowie Investitionen von 300 bis 400 Millionen Euro pro Jahr und damit unterhalb der Abschreibungen. Ein Zieljahr für diese Ziele hat das Unternehmen nicht genannt.

Dividende

Für das Geschäftsjahr 2025 wurde keine Dividende ausgeschüttet. Die Hauptversammlung am 6. Mai 2026 hat dies beschlossen; als Begründung nennt das Unternehmen den erlittenen Verlust. Die Ausschüttungsquote betrug damit null Prozent.

Zuletzt gezahlt wurden 2,50 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2024, insgesamt rund 124 Millionen Euro, beschlossen auf der Hauptversammlung am 7. Mai 2025. Für 2023 waren es 3,00 Euro gewesen.

Die Dividendenpolitik sieht eine Ausschüttung von rund 50 Prozent des Jahresergebnisses vor. WACKER erklärte zur Hauptversammlung 2026 ausdrücklich, man folge dieser Politik, es sei aber kein Gewinn ausgeschüttet worden. Eine Wiederaufnahme für das Geschäftsjahr 2026 wurde bisher nicht angekündigt. Zu beachten: Das hohe Periodenergebnis des laufenden Jahres stammt überwiegend aus Siltronic-Effekten, nicht aus dem operativen Geschäft – was für die Dividendenbemessung relevant sein dürfte.

Was das Geschäft antreibt

  • Kostenprogramm PACE: 2025 gestartet mit dem Ziel von über 300 Millionen Euro jährlichen Einsparungen ab 2028. Die Quartalsmitteilung führt den Ergebnisanstieg ausdrücklich auf Kosteneinsparungen zurück.
  • Polymers als Ergebnistreiber: Quartals-EBITDA plus 74 Prozent auf 69 Millionen Euro bei einem Umsatzplus von zwölf Prozent. WACKER will die Position als globaler Marktführer bei Vinylacetat-Ethylen-Dispersionen und dispergierbaren Polymerpulvern ausbauen.
  • Erholung bei Silicones: Quartalsumsatz plus sechs Prozent auf 757 Millionen Euro, EBITDA plus 18 Prozent auf 123 Millionen Euro; zusätzliche Kapazitäten entstehen in Karlovy Vary in Tschechien und Panagarh in Indien.
  • Halbleiter-Polysilicium: WACKER gibt an, dass in rund der Hälfte aller Computerchips weltweit sein hochreines Polysilicium steckt. 2025 ging in Burghausen die Etching Line Next in Betrieb, die die Reinigungskapazität um mehr als 50 Prozent erhöhte.
  • Entschuldung über das Portfolio: Der Siltronic-Aktienverkauf brachte 185,4 Millionen Euro Mittelzufluss; die Nettofinanzschulden sanken von 885,7 auf 722,0 Millionen Euro, zum Jahresende werden rund 500 Millionen Euro erwartet. Am 22. September 2026 kündigte WACKER an, die Siltronic-Beteiligung weiter zu reduzieren.
  • Investitionsdisziplin: Die Investitionen wurden im Halbjahr um 39,2 Prozent auf 119,8 Millionen Euro gesenkt; die Mittelfristplanung von 300 bis 400 Millionen Euro pro Jahr liegt unterhalb der Abschreibungen, die im Halbjahr 235,8 Millionen Euro betrugen.

Welche Risiken das Unternehmen selbst nennt

  • Gesamtwirtschaftliche Risiken und Konjunkturabschwung – Wirkung als hoch eingestuft: Ein Abschwung senkt Kapazitätsauslastung, Umsatz und Ergebnis.
  • Überkapazitäten in den Chemiebereichen Silicones und Polymers – Wirkung hoch.
  • Preis- und Mengendruck bei Polysiliciumprodukten – Wirkung hoch und Eintrittswahrscheinlichkeit als möglich eingestuft, also eine der am höchsten bewerteten Risikopositionen.
  • Bewertungsrisiko aus der Beteiligung an der Siltronic AG – ebenfalls Wirkung hoch bei möglicher Eintrittswahrscheinlichkeit. Vor diesem Hintergrund ist die angekündigte weitere Reduzierung der Beteiligung zu lesen.
  • Handelsbeschränkungen bei Polysilicium sowie ein Nachfragerückgang durch neue Technologien und IT-Risiken – jeweils Wirkung hoch.
  • Energiewende in Deutschland und mögliche Rückzahlungspflicht für Energiesubventionen – ebenfalls mit hoher Wirkung bewertet. WACKER bewertet Risiken netto nach Gegenmaßnahmen in Wirkungsklassen, wobei hoch über 100 Millionen Euro bedeutet.

Wettbewerb

WACKER nennt in den eigenen Unterlagen keine Wettbewerber namentlich. Die Positionierung erfolgt durchgängig über eigene Marktstellungsaussagen. Bei Silicones bezeichnet sich das Unternehmen als einen der größten Siliconhersteller weltweit. Bei Polymers als führenden Produzenten von Bindemitteln und polymeren Additiven, mit dem erklärten Ziel, die Position als globaler Marktführer bei Vinylacetat-Ethylen-Dispersionen und dispergierbaren Polymerpulvern zu stärken. Bei Polysilicon als global führenden Hersteller von hochreinem Polysilicium – mit der Aussage, das eigene Material stecke in rund der Hälfte aller Computerchips weltweit. Die Division verweist zudem auf den Beginn der industriellen Polysiliciumproduktion im Jahr 1959.

Die strategische Abgrenzung formuliert WACKER seit dem Capital Markets Day am 17. September 2026 unter dem Titel REFOCUS über drei Prioritäten: Geschäftsmodell und Wertversprechen heben, strukturelle und prozessuale Potenziale heben, mit Menschen und Kultur exzellieren. Operativ bedeutet das eine Differenzierung nach Portfoliorollen – Wachstumsinvestitionen in Elektronik, Healthcare und Mobilität, in reifen Märkten dagegen operative Exzellenz und Anlagenauslastung statt Kapazitätsausbau. Beim solarfähigen Polysilicium benennt WACKER die Lage ausdrücklich als weiterhin herausfordernd, während bei Halbleiter-Polysilicium die Führungsposition ausgebaut werden soll.

Termine

DatumEreignis
29.10.2026Ergebnisse des dritten Quartals 2026
22.09.2026Mitteilung zur weiteren Reduzierung der Siltronic-Beteiligung (bereits erfolgt)
17.09.2026Capital Markets Day mit der Strategie REFOCUS (bereits erfolgt)

Fazit

Das zweite Quartal 2026 zeigt eine deutliche Verbesserung gegenüber dem schwachen Vorjahresquartal: Umsatz plus 7,4 Prozent auf 1.517,6 Millionen Euro, EBITDA plus 84,9 Prozent auf 211,3 Millionen Euro, EBIT von minus 11,3 auf plus 96,2 Millionen Euro. Allerdings sind in diesem EBITDA 36,7 Millionen Euro nicht-operativer Pensionsertrag enthalten; ohne ihn liegt das operative Quartals-EBITDA bei rund 175 Millionen Euro. Das Periodenergebnis von 349,6 Millionen Euro und das Ergebnis je Aktie von 6,86 Euro sind ihrerseits weitgehend von Siltronic-bezogenen Effekten in Höhe von rund 243 Millionen Euro getragen und spiegeln daher nicht die operative Ertragskraft.

Auf der Bilanzseite hat sich das Bild verbessert: Die Nettofinanzschulden sanken von 885,7 Millionen Euro zum Jahresende 2025 auf 722,0 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote stieg von 44,9 auf 47,9 Prozent, die Investitionen wurden im Halbjahr um 39,2 Prozent zurückgefahren. Die Prognose wurde beim EBITDA auf 625 bis 750 Millionen Euro angehoben, beim Umsatzwachstum dagegen gesenkt – das Unternehmen erwartet also mehr Ergebnis bei weniger Umsatz, mit niedrigeren Rohstoff- und Energiepreisen als Begründung.

Innerhalb des Portfolios läuft die Entwicklung auseinander. Silicones, Polymers und Biosolutions verbesserten sich im Quartal beim EBITDA, während Polysilicon mit elf Millionen Euro nach 34 Millionen Euro deutlich zurückfiel. WACKER bezeichnet das solarfähige Polysilicium weiterhin als schwach und nennt mehrere Polysilicium-Risiken mit hoher Wirkungsklasse. Daraus ergeben sich vier offene Fragen: Wie entwickelt sich das Polysilicium-Geschäft, wenn das Solarsegment schwach bleibt und die US-Handelspolitik bei Polysilicium-Importen ungeklärt ist – ein Punkt, den WACKER ausdrücklich als Prognosevorbehalt nennt? In welchem Zeitraum soll die Mittelfristmarge von 15 Prozent erreicht werden, wenn kein Zieljahr genannt wurde und die Halbjahresmarge bei 13,1 Prozent inklusive Sondereffekt lag? Wird die Dividende nach der Aussetzung für 2025 wieder aufgenommen? Und wie weit wird die Siltronic-Beteiligung reduziert, deren Bewertungsrisiko WACKER selbst als hoch einstuft? Die Quartalszahlen am 29. Oktober 2026 sind der nächste Datenpunkt.

Fragen und Antworten

In welchem Index ist die Wacker Chemie Aktie gelistet?

WACKER ist seit dem 21. September 2020 im MDAX notiert und im Prime Standard in Frankfurt gelistet. Die ISIN lautet DE000WCH8881, die WKN WCH888. Der Börsengang erfolgte am 10. April 2006.

Wem gehört Wacker Chemie?

Die Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH hält über 50 Prozent der stimmberechtigten Aktien, die Blue Elephant Holding GmbH über zehn Prozent. Der Streubesitz beträgt 33,09 Prozent.

Zahlt Wacker Chemie eine Dividende?

Für das Geschäftsjahr 2025 nicht – die Hauptversammlung am 6. Mai 2026 beschloss wegen des Verlusts eine Nullrunde. Zuletzt gezahlt wurden 2,50 Euro je Aktie für 2024 und 3,00 Euro für 2023. Die Politik sieht rund 50 Prozent des Jahresergebnisses vor; eine Wiederaufnahme wurde noch nicht angekündigt.

Warum ist das Ergebnis je Aktie 2026 so hoch?

Wegen Sondereffekten. Im Periodenergebnis des zweiten Quartals stecken rund 243 Millionen Euro Siltronic-bezogene Effekte aus dem Verkauf von Anteilen, im EBITDA zusätzlich 36,7 Millionen Euro nicht-operativer Pensionsertrag. Operativ lag das Quartals-EBITDA bei rund 175 statt 211,3 Millionen Euro.

Welcher Bereich macht WACKER Probleme?

Polysilicon. Das Quartals-EBITDA fiel von 34 auf elf Millionen Euro. WACKER bezeichnet das solarfähige Polysilicium ausdrücklich als weiterhin schwach und stuft Preis- und Mengendruck sowie Handelsbeschränkungen bei Polysilicium als Risiken mit hoher Wirkung ein. Das Halbleitergeschäft läuft dagegen besser.

Was ist REFOCUS?

Die am 17. September 2026 vorgestellte Strategie. WACKER hat alle Produktgruppen überprüft und ihnen Portfoliorollen zugewiesen: Wachstumsinvestitionen in Elektronik, Healthcare und Mobilität, in reifen Märkten dagegen operative Exzellenz und Anlagenauslastung statt Kapazitätsausbau. Als Mittelfristziele nennt das Unternehmen eine EBITDA-Marge von 15 Prozent plus/minus zwei Punkte und einen ROCE über zehn Prozent, allerdings ohne Zieljahr.

Quellen

Stand der Daten: 14. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist eine Einordnung öffentlich verfügbarer Unternehmensangaben und keine Anlageempfehlung.