Ein währungsgesicherter ETF nimmt das Wechselkursrisiko heraus. Er trägt den Zusatz Hedged und kostet mehr als die ungesicherte Variante – für Aktienanlagen raten die meisten Fachleute davon ab.
Woher das Währungsrisiko kommt
Wer einen Weltindex bespart, hält überwiegend amerikanische Unternehmen. Deren Aktien notieren in Dollar. Steigt der Euro, sinkt der Wert der Anlage in Euro gerechnet – unabhängig davon, wie sich die Aktien entwickeln.
Ein verbreiteter Irrtum: Die Fondswährung ändert daran nichts. Ein in Euro notierter ETF auf US-Aktien trägt dasselbe Risiko wie einer in Dollar. Entscheidend ist, worin die Unternehmen wirtschaften.
Wie die Sicherung funktioniert
| Instrument | Devisentermingeschäfte |
| Laufzeit | meist monatlich erneuert |
| Zusatzkosten | 0,05 bis 0,20 Prozent im Jahr |
| Zinsdifferenz | wirkt sich zusätzlich aus, positiv oder negativ |
| Erkennungszeichen | Namenszusatz Hedged oder EUR Hedged |
Die vierte Zeile ist der übersehene Punkt: Liegen die Zinsen im Ausland höher als im Euroraum, kostet die Absicherung zusätzlich die Zinsdifferenz. Das kann mehr ausmachen als die Gebühr selbst.
Wann Sicherung sinnvoll ist
| Anlageklasse | Empfehlung | Begründung |
|---|---|---|
| Aktien langfristig | meist ungesichert | Schwankungen gleichen sich über Jahrzehnte weitgehend aus |
| Anleihen | gesichert | Wechselkurs kann die Zinserträge übersteigen |
| Geldmarkt | gesichert oder in Euro | Sicherheitsbaustein soll stabil sein |
| Rohstoffe | Abwägung | Dollar ist ohnehin Leitwährung |
| Kurzer Horizont | eher gesichert | keine Zeit für Ausgleich |
Die zweite Zeile ist die wichtigste: Wer den ruhigen Teil des Depots mit Anleihen abbildet, sollte diesen in Euro halten. Sonst schwankt ausgerechnet der Sicherheitsbaustein stark – Hintergründe im Beitrag zu Rentenfonds.
Einordnung
Für ein Aktiendepot mit zwanzig oder dreißig Jahren Horizont ist die ungesicherte Variante die günstigere und meist die bessere Wahl. Die Absicherung kostet dauerhaft, während sich Währungsbewegungen über solche Zeiträume weitgehend ausgleichen.
Quellen
- Basisinformationsblätter der Fondsanbieter
- Deutsche Bundesbank – Wechselkursstatistiken
Stand: 27. September 2026. Angaben ohne Gewähr, keine Anlageberatung.