Fair Isaac ist in Deutschland kaum bekannt, in den USA dagegen unumgänglich: Der FICO Score des Unternehmens entscheidet mit darüber, ob und zu welchem Zins jemand eine Hypothek, eine Kreditkarte oder einen Autokredit bekommt. Das Geschäft mit dieser einen Kennzahl war jahrzehntelang faktisch konkurrenzlos – seit September 2026 ist es das nicht mehr.
Unternehmensprofil
| Unternehmen | Fair Isaac Corporation |
| ISIN | US3032501047 |
| WKN | 873369 |
| Tickersymbol | FICO |
| Börse | New York Stock Exchange |
| Index | S&P 500 |
| Branche | Finanzdaten und Analysesoftware |
| Sitz | Bozeman, Montana, USA |
| Gegründet | 1956 |
| Börsengang | 22. Juli 1987 |
| Vorstandsvorsitzender | William J. Lansing |
| Mitarbeiter | rund 3.810 |
Kursverlauf
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Das Geschäftsmodell
Fair Isaac verdient sein Geld in zwei Segmenten, die unterschiedlich groß und sehr unterschiedlich profitabel sind.
Scores ist das Lizenzgeschäft rund um den FICO Score. Das Unternehmen entwickelt die Formel, die aus den Daten der drei US-Auskunfteien Equifax, Experian und TransUnion eine Zahl zwischen 300 und 850 macht. Fair Isaac hält selbst keine Verbraucherdaten – es verkauft die Berechnungsvorschrift. Entsprechend niedrig sind die laufenden Kosten: Jeder zusätzlich abgerufene Score kostet das Unternehmen praktisch nichts.
Software liefert Entscheidungsplattformen für Banken und Versicherer – Betrugserkennung, Kreditentscheidung, Forderungsmanagement. Das bekannteste Produkt ist das Kartenüberwachungssystem TRIAD, das nach Unternehmensangaben einen Großteil der weltweit ausgegebenen Kreditkarten absichert. Das Segment wächst deutlich langsamer als Scores.
| Segment (3. Quartal 2025/26) | Umsatz | Veränderung |
|---|---|---|
| Scores gesamt | 458,9 Mio. USD | +41 % |
| davon B2B (Banken, Auskunfteien) | rund 370 Mio. USD | +49 % |
| davon B2C (Endkunden) | rund 89 Mio. USD | +5 % |
| Software | 215,3 Mio. USD | +2 % |
| Konzern gesamt | 674,2 Mio. USD | +26 % |
Das Verhältnis erklärt die Bewertung der Aktie: Scores steht für 68 Prozent des Umsatzes, und allein das Hypothekengeschäft macht 62 Prozent der Scores-Erlöse aus. Rund 42 Prozent des Konzernumsatzes hängen damit am US-Hypothekenmarkt.
Was den Kurs bewegt
- Regulierung. Die US-Immobilienaufsicht FHFA bestimmt, welche Kreditscores Fannie Mae und Freddie Mac akzeptieren. Ihre Entscheidungen vom 4. und 28. September 2026 zugunsten von VantageScore 4.0 haben die Aktie an einem Tag um 26,5 Prozent fallen lassen.
- Preissetzung. Das Wachstum kam zuletzt fast ausschließlich aus höheren Preisen je Score, nicht aus höherem Volumen. Seit 2020 stieg der Preis je Hypotheken-Score um rund 1.800 Prozent.
- Hypothekenvolumen. Weniger Immobilienfinanzierungen bedeuten weniger abgerufene Scores. Das Geschäft schwankt deshalb mit dem US-Zinsniveau.
- Aktienrückkäufe. Fair Isaac kauft sehr aggressiv eigene Aktien zurück – allein drei Milliarden Dollar in neun Monaten. Der Streubesitz liegt nur noch bei rund 20,9 Millionen Stück, was Kursbewegungen in beide Richtungen verstärkt.
Dividende
Fair Isaac zahlt keine Dividende. Das Unternehmen gibt seinen gesamten freien Cashflow über Aktienrückkäufe an die Aktionäre zurück. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 lag der freie Cashflow bei 370,3 Millionen Dollar.
Termine
| Geschäftsjahresende | 30. September |
| Zahlen 4. Quartal 2025/26 | 11. November 2026 |
| Prognose Geschäftsjahr 2026 | 2,53 Mrd. USD Umsatz, 42,43 USD bereinigter Gewinn je Aktie |
Wettbewerber
Im Scoring steht Fair Isaac vor allem VantageScore gegenüber – einem Gemeinschaftsunternehmen der drei Auskunfteien Equifax, Experian und TransUnion, also ausgerechnet jener Firmen, die auch die Daten für den FICO Score liefern. Im Softwaregeschäft konkurriert der Konzern mit SAS, Experian, Pegasystems und einer Reihe kleinerer Anbieter.
Einordnung
Fair Isaac ist operativ eines der profitabelsten börsennotierten Unternehmen überhaupt: über 50 Prozent operative Marge, kaum Kapitalbedarf, ein Produkt, das sich nicht abnutzt. Diese Zahlen stammen allerdings aus einer Marktstellung, die per Verwaltungsakt aufgebrochen wurde. Wie viel ein Standard wert ist, wenn er nicht mehr vorgeschrieben ist, wird sich erst in den kommenden Quartalen zeigen. Die Einzelheiten stehen in der ausführlichen Analyse zur Fair-Isaac-Aktie.